NRW-Finanzminister
Walter-Borjans wird zum Bargeld-Schreck

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans fordert ein Limit für das Bezahlen mit Bargeld. Deutschland sollte durchaus anderen Ländern nacheifern – Griechenland zählt nicht zu den Vorbildern.
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DüsseldorfDer nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) fordert als einer der ersten deutschen Politiker eine Obergrenze für das Bezahlen mit Bargeld. So will er Schwarzgeldgeschäfte und Steuerhinterziehung besser unterbinden. Andere Länder hätten solche Höchstgrenzen bereits, sagte Walter-Borjans am Freitag in Düsseldorf.

Er verwies auf Italien, wo es seit längerem eine Obergrenze für Bargeschäfte von 1.000 Euro gebe. In Frankreich solle dieses Limit auf 1.000 Euro herabgesetzt werden. Wegen der anderen „Bezahlkultur“ in Deutschland müsste die Grenze höher liegen – etwa bei 2.000 oder 3.000 Euro. Über diesen Betrag hinaus machten ihn Barzahlungen skeptisch.

Walter-Borjans greift damit eine Debatte auf, die in den vergangenen Wochen an Schärfe gewonnen hatte. So forderten etwa der Wirtschaftsweise Peter Bofinger und der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff im Handelsblatt-Interview eine Abkehr vom Bargeld. Teilweise argumentieren die Ökonomen damit, dass Bargeld der Schattenwirtschaft zu Geschäften verhelfe – etwa beim Bezahlen von Schwarzarbeitern. Ein zweites Argument zielt darauf ab, dass bei elektronischem Geld etwa negative Zinsen auf Guthaben von Jedermann verhängt werden könnten.

Eigentlich genießt Bargeld eine rechtlich garantierte Stellung als alleiniges Zahlungsmittel. Dennoch führen die Regierungen vieler EU-Staaten eine Kampagne zur Verdrängung des Bargelds. Sie wird in staatskritisch-libertären Kreisen als „Krieg gegen das Bargeld“ gegeißelt.

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  • also wenn 1 politiker das fordert fragt man sich doch, ob das dann für diese Art Spezies das ebenso gilt? oder haben die dann so wie immer ihre Extrawürste? hahahaha

  • Es ist übrigens der selbe Verbrecher, der Anweisunge erläßt, die abzugsfähigen und BERECHTIGTEN Kosten aus den Steuererklärungenzu streichen in der Hoffnung, daß die Steuerzahler es nicht merken.
    Entweder zahlen die Privatleute den Steuerberater aus eigener Tasche - ist nicht mehr abzugsfähig und damit in der Regel teurer als die unterschlagene Erstattung - oder es sind Experten, die es selber sehen und Widerspruch einlegen.
    Für alle Anderen: Pech gehabt und den Trickbetrug nicht bemerkt.
    Internationale Haftbefehle gegen diesen Sozi sagen eh schon alles...

  • Was erwartet man von einem kriminellen Hehler und Strauchdieb, der außer den Bürgern gestohlenes Geld auszugeben nichts kann?

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