Nur fünf Prozent unterstützen "Rente mit 67"
Deutsche wollen flexibel in den Ruhestand gleiten

Die Bundesregierung muss für ihre Pläne zur Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters von 65 auf 67 Jahre noch viel Überzeugungsarbeit bei der Bevölkerung leisten.

HB BERLIN. Zwar lehnt nur ein Drittel der Beschäftigten eine Veränderung der Altersgrenze grundsätzlich ab. Doch wollen 61 Prozent ihren persönlichen Renteneintritt zwischen 60 und 67 Jahren frei wählen können. Mehr als zwei Drittel möchten ihre wöchentliche Arbeitszeit ab einem bestimmten Alter reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hatte im Mai telefonisch rund 1 000 Erwerbstätige zwischen 35 und 55 Jahre nach ihren Vorstellungen von der Arbeit im Alter befragt. Nur fünf Prozent zeigten sich mit der von der Bundesregierung geplanten Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre ohne Bedingungen einverstanden. Die große Mehrheit möchte hingegen den Zeitpunkt des Wechsels aufs Altenteil selbst bestimmen können und ist dafür auch bereit, entsprechende Abschläge zu akzeptieren. Derzeit können langjährig Versicherte frühestens mit 63 Jahren in Rente gehen. Mit der Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre dürfte auch diese Untergrenze steigen. Festgelegt hat sich die Koalition aber noch nicht.

Nach aktuellen Zahlen der Rentenversicherer ist das tatsächliche Alter, mit dem die Beschäftigten ihre Berufstätigkeit beenden, in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Es liegt derzeit im Durchschnitt aller Versicherten bei 60,8 Jahren. Rechnet man die Erwerbsunfähigen heraus und betrachtet nur die Altersrentner, so liegt das durchschnittliche Zugangsalter bei 63,2 Jahren.

Als Voraussetzungen, der gegenwärtigen Arbeit bis zur Altersgrenze von 65 Jahren nachzukommen, nennen jeweils rund 70 Prozent der Befragten eine bessere Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Verpflichtungen, die Übernahme von gesundheitlich weniger belastenden Tätigkeiten, eine stärkere Anerkennung durch die Vorgesetzten und die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit ab einem bestimmten Alter.

Um die Beschäftigungsfähigkeit im Alter zu sichern, ist eine große Mehrheit (77 Prozent) zur Weiterbildung bereit. Jeweils gut die Hälfte würde zu anderen Arbeitszeiten arbeiten oder die Abteilung wechseln. Nur 21 Prozent wären hingegen in jedem Fall bereit, bei gleichem Gehalt länger zu arbeiten. Immerhin 47 Prozent könnten sich ein solches Zugeständnis "unter Umständen" vorstellen. Den Wohnort würden nur zwölf Prozent der Befragten für einen Job wechseln.

Seite 1:

Deutsche wollen flexibel in den Ruhestand gleiten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%