OECD-Studie
Lebensversicherer spielen mit dem Leben

Die internationale Wirtschaftsorganisation OECD findet klare Worte: Lebensversicherern drohen Insolvenzen. Die Suche nach Rendite werde zu riskant. Was bedeutet das für Ihren Vertrag?
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Düsseldorf Sie sind die ersten, die es gerade heraus ansprechen: In ihrem jüngsten Unternehmens- und Finanzausblick warnt die Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) davor, dass das Niedrigzinsumfeld Lebens- und Rentenversicherung einzelne Unternehmen in die Insolvenz treiben könnte.

Den Versicherern – vor allem in Deutschland und Österreich – werden ihre hohen Garantieversprechen zum Verhängnis, die sie Kunden über Jahre gegeben hatten. Über Deutschland und Österreich hinaus sind auch Pensionsfonds betroffen, die Arbeitnehmern festgeschriebene Rentenzusagen erwirtschaften müssen.

Das Problem: Um ihre Versprechen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld halten zu können, müssten die Gesellschaften auf ertragsstärkere – und damit – riskantere Anlagen ausweichen. Genau hier sieht die OECD die Gefahr: „Solche Strategien bergen große Risiken“, warnt die Organisation. Müssen deutsche Kunden nun um ihre Altersvorsorge fürchten?

Soweit geht die OECD mit ihrer Warnung nicht. Sie spricht lediglich an, dass manche Unternehmen zu viel Risiko in die Bilanz aufnehmen könnten – und daran kaputt gehen. Für kleinere Versicherer, Pensionskassen oder Versicherer außerhalb des Euro-Raumes bestehe diese Gefahr so lange, bis sie ein tragfähiges Risikomanagement-System einführen, so die OECD.

Für die großen Versicherer in Europa sieht es anders aus. Denn ab dem 1. Januar 2016 müssen Gesellschaften riskantere Anlagen auch mit mehr Kapital hinterlegen. Es greifen die neuen Eigenkapitalvorschriften (Solvency II). Nicht nur vom Rating her schlechtere Anlagen, etwa Hochzinsanleihen, müssen dann mit ordentlich Kapital hinterlegt werden. Auch, wenn ein Versicherer zu viele kurzlaufende Anleihen hält, muss er neuerdings Kapital vorhalten.

Insofern relativiert die OECD für diese Gesellschaften ihre Warnung: Die Sorge, dass Versicherer unter dem neuen Regelwerk exzessiv nach Rendite Ausschau hielten, sei nur „moderat“ vorhanden. Der regulatorische Rahmen würde stattdessen „abschreckend“ wirken. Die OECD räumt auch ein, bislang zu wenige Daten zur Verfügung zu haben, um eine exzessive Suche nach Rendite bei den Versicherern und Pensionsfonds auch belegen zu können.

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„Wende im Anlageverhalten am Horizont“

Kommentare zu " OECD-Studie: Lebensversicherer spielen mit dem Leben"

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  • Eigentlich müsste jedem spätestens seit der Lehmann Pleite,( in deren Folge haben hunderttausende ihre private Altersvorsorge verloren) klar sein. Dass Zinsen nicht auf Bäumen wachsen, und auch nicht sich selbständig in Tresoren der Banken vermehren.

    Zinsen entstehen durch Arbeit. Wenn eine Versicherung einem Anleger 3 % verspricht, möchte die Versicherung ja auch noch was verdienen, und Verwaltungskosten müssen auch berücksichtigt werden. Unterm Strich, müsste dann eine Rendite von plus minus 6% erwirtschaftet werden? Um dies realisieren zu können, müssen immer mehr Menschen für immer weniger arbeiten. In den letzten 20 Jahren haben durchschnittlich jährlich 5% durch Produktivitätssteigerungen erarbeitet werden können. Dieser Prozentsatz ist ungefähr die Höhe, welche viele Arbeitnehmer in Deutschland inflationsbereinigt weniger an Lohn durchschnittlich erhalten haben.

    Das Neoliberale Märchen, nur die private Vorsorge kann den Lebensstandard im Alter sichern, ist offensichtlich noch immer nicht als solches für viele Erkennbar?

    Wann kommt endlich die Einsicht, dass es kein sichereres System als die Umlageversicherung gibt.

  • Zitat: "... Versicherer außerhalb des Euro-Raumes bestehe diese Gefahr ..."

    also in erster Linie USA-Versicherungen. wer die wählt ist selbst schuld :-)

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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