Ratenkredit statt Null-Prozent-Finanzierung

Kredite, die nichts kosten, können auch nichts

So günstig gab es Ratenkredite noch nie. Aber was ist besser? Der Null-Prozent-Kredit im Möbelhaus oder Angebote wie etwa „Kash Borgen“ bei Ikea zu knapp drei Prozent? Die Vor- und Nachteile – und die besten Zinsen.
Was können Gratis-Kredite? Das müssen Sie beachten. Quelle: Fotolia.com
Ratenkredit und Null-Prozent-Finanzierung

Was können Gratis-Kredite? Das müssen Sie beachten.

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Wenn es draußen dunkel und kalt ist, machen es sich die Deutschen gern zuhause gemütlich: Im Herbst renovieren sie und schaffen sich neue Möbel an. Wie schön wäre doch eine neue Couch oder ein gemütlicheres Schlafzimmer, eine moderne Küche oder größerer Esstisch für die Familientreffen an den Feiertagen. Nur blöd, wenn das Geld gerade mal wieder knapp ist.

Das wissen die Hersteller natürlich auch. In diesen Tagen überschlagen sich deshalb die Möbelhäuser und verstopfen den Briefkasten mit besonderen Angeboten. Es locken Rabatte, Sonderaktionen und günstige Ausstellungsstücke – und immer häufiger auch günstige Finanzierungsangebote. Das verheißungsvolle Versprechen: Nimm es ruhig, das kostet fast nichts. Große Möbelhäuser wie Höffner, Boss, Ikea, Hardeck, Schaffrath und viele andere bieten sogar eine Null-Prozent-Finanzierung – zumindest für eine begrenzte Zeit. Geld leihen und Raten abstottern geht dann ganz ohne Zusatzkosten, das Budget für Weihnachtsurlaub und Geschenke bleibt geschont.

Beliebt ist zum Beispiel der Null-Prozent-Kredit für Ikea-Family-Kunden. Ihn gibt es aber nicht immer und nicht in jedem der schwedischen Möbelhäuser. Außerdem ist die Ikea-Family-Kreditkarte Voraussetzung für den Gratis-Kredit, die normalerweise mit einer Mitgliedschaft im Ikea-Family-Club verbunden ist.

Null-Prozent-Kredite gibt es aber vor allem nur für das Geld, das man beim jeweiligen Händler ausgibt. Wer etwa eine neue Couch bei Höffner und eine neue Küche bei Schaffrath kauft, muss dann zwei Kreditverträge abschließen, zweimal die AGB und den Kreditvertrag genau prüfen, zweimal seine Bankdaten rausrücken und sich womöglich zweimal der anschließenden Reklameflut widmen. Aber das ist nur einer der Nachteile, die das Abstottern zum Nullzins mit sich bringt

Generell sind die Null-Prozent-Angebot der Händler eines: eine Werbeaktion. Die Kreditkosten übernimmt der Händler indem er auf seine Vermittlungsprovision verzichtet und noch etwas Geld für die Kreditbank oben drauf legt. Im Gegenzug gestaltet er seine Preise so, dass sich dieser finanzielle Mehraufwand lohnt. Die Kreditkosten bezahlen die Anbieter somit aus ihrem Werbeetat. Gleiches gilt im Prinzip auch für den Null-Prozent-Kredit des Kreditvermittlungsportals Smava.

So sparen die Deutschen
West vor Ost
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Rund 25 Jahre nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland, sind die wirtschaftlichen Unterschiede immer noch sichtbar – auch beim Sparverhalten. 65 Prozent aller Westdeutschen sparen regelmäßig, im Osten sind es dagegen nur 56 Prozent. Auch der Anteil der Nicht-Sparer ist im Osten größer: 13 Prozent legen dort nie etwas zur Seite, im Westen sind es nur neun Prozent. Bundesweit sparen neun Prozent überhaupt nicht.

Quelle: Forsa-Umfrage „Sparerkompass 2015“
Zur Umfrage: Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die bevölkerungsrepräsentative Umfrage im Auftrag der Bank of Scotland im Zeitraum 10. bis 21. November 2014 durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.661 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren.

Singles sparen seltener
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Deutsche, die mit einem Partner zusammenleben, sparen öfter als Singles. 56 Prozent aller alleinstehenden Deutschen sparen regelmäßig, bei den Deutschen mit Partner sind es dagegen 68 Prozent. Auch Deutsche mit drei (63 Prozent) oder vier Personen (62 Prozent) im Haushalt sparen öfter als Singles. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand: Die Lebenshaltungskosten eines Singles sind deutlich höher als die von Paaren, die Miete und Co. durch zwei teilen.

Schulabschluss spielt keine Rolle
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Die finanzielle Bildung hängt offenbar nicht mit der schulischen Bildung zusammen: Die Sparerquote unter Deutschen mit Abitur (66 Prozent), mit mittlerem Abschluss (63 Prozent) und mit Hauptschulabschluss (65 Prozent) ist nahezu gleich.

Ein Unterschied zeigt sich allerdings bei den Summen, die gespart werden. Die beliebteste Sparsumme liegt zwischen 100 und 200 Euro – diese Summe sparen rund ein Viertel aller Deutschen, unabhängig vom Schulabschluss. Bei den großen Summen kommen allerdings die Unterschiede zum Vorschein: 15 Prozent aller Deutschen mit Abitur sparen 500 Euro oder mehr. Unter den Menschen mit mittlerem Abschluss sparen solche Summen nur neun Prozent und unter Hauptschulabsolventen nur sechs Prozent.

Wer arbeitet, der spart
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Die Sparsituation hängt in Deutschland stark von der beruflichen Situation ab. So sparen 68 Prozent aller Erwerbstätigen regelmäßig, 24 Prozent gelegentlich und acht Prozent gar nicht. Bei den Arbeitslosen ist diese Pyramide umgedreht: 43 Prozent sparen überhaupt nicht, 41 Prozent gelegentlich und nur 16 Prozent sparen regelmäßig. Schüler und Studenten liegen genau dazwischen: Hier sparen 42 Prozent regelmäßig.

Wer hat, der spart
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Wer mehr verdient, der spart auch mehr. Klingt zwar logisch, zeigt aber auch, dass Gutverdiener ihr Geld nicht verprassen, sondern ebenfalls fleißig sparen. Bei einem Haushaltseinkommen von 1.000 Euro und weniger sparen 39 Prozent regelmäßig. Bei einem Einkommen von 1.000 bis 2.000 Euro sparen 55 Prozent konstant. 64 Prozent aller Menschen, die 2.000 bis 3.000 Euro verdienen, sparen regelmäßig. Und die größte Sparerquote haben Menschen mit einem Haushaltseinkommen von 3.000 bis 4.000 Euro oder mehr: 80 Prozent.

Stadt, Land, Sparschwein
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Wo wird fleißiger gespart: In Großstädten oder auf dem Land? Die Antwort: Auf dem Land. In Städten mit 500.000 Einwohnern und mehr sparen „nur“ 50 Prozent, was deutlich unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt liegt. In Städten mit 20.000 Einwohnern und weniger liegt die Sparerquote bei 67 Prozent. Die fleißigsten Sparer haben allerdings die mittelgroßen Städte mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern: Hier sparen 71 Prozent regelmäßig, 20 Prozent gelegentlich und acht Prozent gar nicht.

Bayern hängt alle ab
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Bei den Bundesländern ist Bayern das Land der Sparer: 74 Prozent sparen im südlichen Bundesland regelmäßig. Dahinter kommen Bremen, NRW und Rheinland-Pfalz mit 68 Prozent. Die wenigsten regelmäßigen Sparer hat mit 45 Prozent das Bundesland Berlin – und auch der Nichtspareranteil ist mit 17 Prozent hier überdurchschnittlich hoch.

Die Bank im Hintergrund profitiert dabei vom Volumengeschäft der Vermittler, durch das sich auch niedrige Zinseinnahmen rechnen, und das Vermittlerportal von den Kundendaten, die später eine passgenaue Direktwerbung ermöglichen und so Chancen auf Folgeverträge bieten. „Solche Kredite sind reine Werbung ohne Substanz“, meint Max Herbst, Gründer der FMH-Finanzberatung.

Die Null-Prozent-Finanzierungen beim Händler haben – abgesehen von ihrer verführerischen Wirkung – für die Kunden auch ganz handfeste Nachteile. So sind die Konditionen wie etwa die Anzahl der Raten oft starr oder begrenzt, dem Kunden werden keine weiteren Preisnachlässe gewährt, so dass dessen Verhandlungsspielraum eingeschränkt ist.

Je nach Kredithöhe und Art des Produkts – zum Beispiel bei Autos – kann der mögliche Rabatt sogar die Kreditkosten eines normal verzinsten Ratenkredits deutlich übersteigen, so dass der Verbraucher mit einem normal verzinsten Kredit sogar billiger wegkommt, weil er als Barzahler auftritt und den Preis runterhandeln kann.

Verlangt der Null-Zins-Kreditgeber darüber hinaus den Abschluss einer Restschuldversicherung oder zum Beispiel Kontoführungsgebühren, ist der Null-Zins-Kredit auch nicht mehr kostenlos. Darauf sollten sich Kreditkunden nicht einlassen. Vorsicht ist auch bei Krediten geboten, die am Ende der Zinsbindungsfrist noch nicht komplett getilgt sind.

Gratis-Kredite haben rechtliche Konsequenzen
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