Regierungsbericht
Sparer verlieren die Lust am „Riestern“

Durchschnittlich 843 Euro legen Riester-Sparer im Jahr an. Außerdem bekommen sie mehrere hundert Euro Zulagen, heißt es im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung. Jeder Fünfte will gar nicht mehr riestern.
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BerlinDer Boom bei der staatlich geförderten Riester-Rente ist vorbei. Im gesamten ersten Halbjahr 2012 wurden nur noch 200 000 Neuverträge abgeschlossen. In den Vorjahren waren es regelmäßig eine Millionen Verträge oder mehr pro Jahr. Eine Zulage erhielten Ende 2009 rund 9,6 Millionen Riester-Sparer. Diese Zahlen gehen aus dem bislang unveröffentlichten Altersvorsorgebericht der Bundesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin vorliegt.

Die Gründe für das abgeflaute Interesse an der Riester-Rente vermutet der Bericht in der aktuellen Finanzmarktkrise, „die zu einer zunehmenden, grundsätzlichen Skepsis gegenüber kapitalgedeckten Altersvorsorgesystemen (...) geführt haben dürfte“. Auch die „Negativberichterstattung über die Riester-Rente in vielen Medien“ habe offensichtlich dazu beigetragen.
Der durchschnittliche Riester-Sparbetrag einschließlich Zulagen lag 2009 bei jährlich 843 Euro je Zulagenempfänger. Angespart wurden in jenem Jahr insgesamt rund 8,1 Milliarden Euro. An Zulagen wurden 2,4 Milliarden bezahlt. Fast ein Fünftel der Riester-Sparer zahlte für die Altersvorsorge jedoch nicht mehr ein: Laut Bericht waren im Jahr 2010 schätzungsweise 18,5 Prozent der Riester-Verträge „ruhend gestellt“.

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Regierungsbericht: Sparer verlieren die Lust am „Riestern“"

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  • @General-Investigatiion:
    Die Riester-Rente kann eine sehr gute Investitionsmöglichkeit als Geldwertekomponente im persönlichen "Portfolio" sein. Aber nur, wenn man einen kostenfreien Banksparplan - per Auswahl nach Zins- und Bonus-Renditehöhe - nimmt (und kein kostenbelastetes Versicherungs- oder Fondsprodukt).
    Vor der Auszahlung kann man nicht nur zwischen den von Ihnen aufgezeigten Varianten (Rente und 30% Entnahme, die sind definitiv interessant für mittelbar geförderte Personen und Bezieher von Kinderzulagen bei niedrigem Eigenbeitrag)) wählen. Sondern man kann auch eine sogenannte förderschädliche Kündigung vor Rentenbeginn (aber erst nach dem 62. Lebensjahr und min. 12 Jahren Laufzeit) vornehmen (Sie hatten es beschrieben mit: "Alle Zulagen und Vergünstigungen kommen nicht zur Auszahlung wenn die Vorsorge nicht zur Altervorsorge genutzt wird."). In diesem Fall stellt man sich so, als hätte man die ganze Zeit ein zinsloses Darlehen erhalten und angelegt, darf die Zinsen jedoch behalten. Zudem wird nur die Hälfte der angesammelten Zinsen nachversteuert. Steuer- und kostengünstiger kann man verzinste Geldanlagen nicht sparen.
    Das Ganze rundet man noch mit Indexfonds-Sparplänen ab - und fertig ist die transparente Altersvorsorge.
    Pauschale Riester-Kritik bringt nicht viel, dann müsste wegen gleich hoher Provisionen, zu langer Lebenskalkulation usw. wenigstens auch ausdrücklich jeder andere Versicherungsvertrag kritisiert werden, der über eine Vermittlerschiene läuft. Einschließlich betrieblicher Gehaltsumwandlung und Rürup sowieso.

    Wie bei anderen Produkten aller Art gibt es auch im Riesterbereich und selbst bei Versicherungstarifen (über Direktvertrieb oder als Honorartarif) ein paar wenige Perlen. Und die sollte man nutzen!

  • H. Friedrich: Das ist eine gigantische Fehlsubvention von Versicherungen. Die fetten Zulagen werden bei Riester-Rentenversicherungen den Sparern durch immens hohe Kostenbelastung wieder weggenommen und Überschüsse in Milliardenhöhe den Kunden vorenthalten.Die Betrügereien bei Riesterverträgen der ERGO und der Allianz sind nur die Spitze des Eisberges.

  • Bei Staaten die Pleite sind ist nichts sicher und dieser und andere Staaten sind Pleite, denn sonst wäre die Riester und auch Rürup-Rente sowie HartzIV nicht eingeführt.Zudem ist das Bankgeheimnis für das Finanzamt seit 2003 glaube ich abgeschafft.Die vom Finanzamt dürfen also jederzeit bei Verdacht Einsicht in dein Konto nehmen. Sprich: Portmonnaie nehmen.Das Konto bei einer Bank ist ja im eigentlichen Sinne die Aufbewahrung des Portmonnaie bei einem Dritten sozusagen der Bank.

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