Rentenpräsident Axel Reimann
Auch Selbstständige sollen in gesetzliche Rentenkassen einzahlen

Selbstständige müssen für ihr Alter selbst vorsorgen – und sparen oft zu wenig. Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Axel Reimann, plädiert deshalb für ihre Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung.

BerlinDer Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Axel Reimann, plädiert für die Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung. Ein erheblicher Teil der Selbstständigen sorge nicht genug vor und sei im Alter auf Grundsicherung angewiesen, sagte Reimann dem Berliner „Tagesspiegel” (Samstagausgabe). „Das sollte die Gesellschaft auf Dauer nicht akzeptieren.”

Zumindest Selbstständige ohne Altersvorsorge sollten obligatorisch in der Rentenversicherung abgesichert werden. Statt der von der großen Koalition geplanten Lebensleistungsrente, die das Problem der Altersarmut nicht wirklich beseitige, müsse es zielgenaue Lösungen für die Menschen mit höherem Armutsrisiko geben, sagte Reimann. Als Beispiel nannte er Selbstständige, Langzeitarbeitslose, Erwerbsgeminderte und Geringverdiener.

Um ihnen mehr Anreize zu ergänzender Privatvorsorge zu geben, wären Freibeträge in der Grundsicherung hilfreich. „Die Menschen wüssten dann, dass sie einen Teil ihrer Ersparnisse im Alter behalten können.” Das würde auch Geringverdiener motivieren, mehr Vorsorge zu betreiben, sagte Reimann.

Reimann zeigte sich besorgt über die derzeitige Rentendebatte. Da das Thema alle betreffe, werde es nicht komplett aus dem Wahlkampf herauszuhalten sein. „Aber die Politik sollte jetzt keine Leistungen versprechen, die sich nachher nicht finanzieren lassen.” Außerdem sei es wichtig, so viel Konsens wie möglich herzustellen. „Es stärkt nicht das Vertrauen ins Rentensystem, wenn in einer Legislaturperiode Entscheidungen getroffen werden, die in der nächsten zurückgenommen werden.”

Angesichts der vielfach befürchteten Altersarmut sind bei SPD und CSU Forderungen laut geworden, das Rentenniveau nicht wie geplant auf 43 Prozent im Jahr 2030 absinken zu lassen

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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