Endlich ist der Staat mal spendabel: Statt 154 Euro zahlt er Sparern bei der Riester-Rente künftig 175 Euro. Doch die meisten freuen sich zu früh. Ihnen bringt das wenig. Um genau zu sein: nichts.

Kommentare

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  • Diese einseitige Sichtweise zeigt, wie ungenau und mit welchen fachlichen Lücken über die Riester-Rente berichtet wird. Leider fallen Bürger auf diese evtl. bewusst manipulativen Berichterstattungen rein und werden dank solcher Berichte und einiger Poliker zwangsläufig in der Altersarmut enden, da "Lästern über staatliche Förderungen Damals viel wichtiger war als über Vorzusorgen nachzudenken"

    Fakt ist, wer nicht vorsorgt wird bei heutigen Gehältern bis zu 2.250€ an der Armutsgrenze Rente erhalten.

    Und nun zur uneffektiven Riester-Rente und dieser sehr einseiten Auswertung.
    Aufgrund solcher Berichte habe ich selber in wochenlanger Rechenarbeit eine Rentabilitätsstudie erstellt. Was ist also an solchen o.g. Aussagen wirklich drann?
    Denn auch wurde davon gesprochen,dass doch alles im Alter versteuert wird!
    Berechnet wurde das ganze über viele Tabellen hinweg mit Gehältern vom Mindestlohn bis 4.500€, für Singles, Familien mit 1&2 Kindern und einem geplanten Sterbedatum von 90.
    Und jetzt auch mal eine fachliche Information für den Autor:
    Nach Abzug der gesamten Steuerlast von 67-90 blieben zwischen 2,7%-3,8% Rendite des Riester Vertrages übrig. Selbst wenn ich nicht nur die erhöhte Rentensteuer, ausgelöst durch Riester, betrachte sondern die gesamte Rentensteuer inkl auf die GRV.
    Also bitte erst richtig recherchieren, bevor man dies als unrentabel dar stellt. Maximal kann man sagen, dass minimal von dem o.g. Vorteil bei höheren Gehältern verloren geht.

    Nach zulesen hier:
    https://richtigervorsorgen.wordpress.com/2017/06/26/maerchenstunde-mit-und-von-politkern-es-war-einmal-eine-riester-rente-die-sich-ueberhaupt-nicht-loht/

    Und eine weitere fachliche Inkompetenz in diesem Bereich möchte ich ebenfalls für die Bürger einmal erwähnen.
    Die angesprochenen Banksparpläne, die vermeidlich besser sein sollen, sind keine Riester Rente! Diese wird erst mit 65 abgeschlossen und mit 85 erstmalig ausbezahlt.Diese Riester Rente ist dann 20% teurer sein wird und weniger Rente!

  • Lieber Herr Hoyer,

    sie müssen beachten, dass zur Berechnung des Eigenbeitrages Brutto x 4 % die Zulagen noch abgezogen werden. Somit ist der Effekt bei vielen Kindern besonders groß ( 2100-Eigenzulage-KInderzulagen). Der Steuereffekt wird dann bei Ihnen überschätzt. https://www.riester-rente.net/foerderung/mindestbeitrag/. Der Steuervorteil ist dann (Grenzsteuer x (Brutto*0,04 - Zulagen).
    Auch wird der Effekt noch viel größer wenn das EInkommen geringer ist. Dann lohnt es sich insbesondere bei kinderreichen Familien. Mit 60 Euro im Jahr kann man im Extremfall mehrere hundert Euro Zuschüsse bekommen. Sozialpoltisch kann das doch gewollt sein. Was fraglich ist, dass man es nicht schafft alle Kinder gleich zustellen. Es wäre besser hier hätte die Politik reagiert als bei dem Eigenbeitrag für Erwachsende.
    Noch ein Effekt entsteht wenn die Frau bzw. Mann nicht zulagenberechtigt ist. Dann erhält man auch die Zulage für Erwachsende für 60 Euro im Jahr.

    Für den Gutverdiener ist die Sparmöglichkeit sicherlich begrenzt, aber für die die wenig haben kann es sich lohnen. Insbesondere auch bei Personen die im Alter geringe Einkünfte (geringe Steuerlast) haben. Also im Ergebnis ein gutes Instrument gegen Altersarmut, dass leider von der Personengruppe noch zu wenig genutzt wird. Auch ist es geschützt gegen Pfändungen auch gut bei Personen die armutsgefährdet sind.

    Viele Grüße

  • Sehr geehrter Herr Beyer,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. In der Tat ergeben sich bei vielen Riester-Fondssparplänen die beschriebenen Probleme. Beim als empfehlenswert angesehen Sparplan von fairr.de besteht dieses Problem allerdings nicht. Mehr Details dazu auch im Artikel der WirtschaftsWoche "Warum absurde Regeln die Rendite vermiesen", hier zu finden: http://www.wiwo.de/finanzen/vorsorge/riester-rente-warum-absurde-regeln-die-rendite-vermiesen/19621302.html

    Freundliche Grüße

    Niklas Hoyer

  • Sehr geehrter Herr Hoyer,

    in Ihrem Artikel sprechen Sie die Problematik der Riester-Förderung objektiv an.

    Ich stimme Ihnen zu, dass tendenziell Fondssparpläne lukrativer sind. Nur nicht unbedingt im Rahmen von Riester-Sparplänen. Für alle Riesterprodukte gilt ein Kapitalerhalt für die eingezahlten Beiträge und die erhaltenen Fördergelder. In Zeiten von fallenden Märkten werden Fondsanteile in risikoärmere Assets umgeschichtet. Wann diese wieder in lukrative Assets zurück geswitched werden bestimmen i.d.R. Computermodelle (dann wenn das Garantieniveau wieder erreicht ist). Aufgrund der gesetzlichen Vorgabe ist die Nutzung des Cost-Average-Effektes nicht effizient möglich.

    Hinzu kommt, dass beim Riester eine lebenslange Rente ausgezahlt werden muss. Dass können weder Fonds- noch Banksparpläne bieten. Deshalb werden in der Leistungsphase Guthaben in eine Rentenversicherung investiert (u.U. mit zusätzlichen Abschlussgebühren). Der Nachteil, die wenigsten Anbieter können bei Abschluss einen garantierten Rentenfaktor ausweisen. Die Vertragsformulierungen sind i.d.R. sehr schwammig und orientieren sich an die dann gültigen Kapitalmarkterträgen und Langlebigkeitsrisiken. Gegenüber Fondsgebundenen Rentenversicherung die einem "harten" Rentenfaktor bieten, ist das eine gewaltige "Blackbox" die dem uninformierten Verbraucher angedient wird. Schade, dass dieser Aspekt nicht aufgegriffen wurde.

    Quelle: Eigenrecherche und https://www.test.de/Riester-Fondssparplaene-Union-Investment-veraergert-Riester-Sparer-1755165-2755165/

    Der Hinweis auf den vertrieblichen Aspekt finde ich gelungen. Nur durch das zurückhalten von wichtigen Fakten, lassen sich Riesterverträge an ein lukratives Klientel verkaufen.

    Der Wechsel von Provisionsberatung zu einer unabhängigen honorarbasierten Beratung könnte eine objektive Beratungsleistung ermöglichen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael W. Beyer - unabhängiger Honorarberater

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