Ruhestandseinkommen
Am Anfang steht der Kassensturz

Wer sich über seine Einkünfte im Alter Gedanken macht, muss zunächst klären, was vorhanden ist, was regelmäßig kommt – und mit welchen Aufwendungen und Kosten zu rechnen ist.

Der Kassensturz ist der Start für die gescheite Rentenplanung. Über wie viel Einkommen verfügt der künftige Haushalt, wenn man alle Quellen addiert: staatliche, betriebliche und bereits vereinbarte private Rente, Zinsen, Mieteinnahmen, Dividenden. Welche Fixkosten werden später davon abgehen - mögliche hohe Pflegekosten nicht verdrängen. So klärt sich, ob die 100 000 Euro aus der Lebensversicherung oder dem Erbe künftig das Sahnehäubchen obenauf sind oder als Basis den Lebensstandard sichern müssen.

Nach dieser Analyse stellen gute Berater zwangsläufig eine indiskrete Frage: Wie gesund sind Sie? Ulrich Danitz, Kölner Geschäftsführer des bundesweiten Beratungsinstituts W.econ: "Viele Leute sind beim Thema Geld für eine umfassende Analyse nicht offen genug. Ich frage sie auch: Wie alt wurden die Eltern? Zumindest grob lässt sich kalkulieren, wie lange das Alters- einkommen reichen muss." So klärt der Profi, ob eher eine lebenslange Leibrente (siehe „Zusatzrente - Für immer mein“) oder ein auf 10 oder 20 Jahre befristeter Auszahlplan sinnvoller ist.

Nächste Frage: Was wird denn aus ihrer Frau? Danitz rät Kunden: "Falls nötig, entweder eine Witwenrente gleich mitversichern, so bekommt die Gattin noch 60 Prozent der ursprünglichen Auszahlung. Das schmälert aber die Anfangsrente für den Mann, denn die Versicherungen lassen sich den Zusatzschutz bezahlen. Oder mit dem Anlagebetrag gleich je zur Hälfte beide Ehegatten versichern. Ist die Gattin erheblich jünger, kann es klüger sein, die Versicherung auf sie abzuschließen."

Fürs Absichern des Lebensstandards empfehlen Profis eine konservative Weltsicht. Zunächst sollten bestehende Kredite getilgt werden, der Schuldzins ist höher als der Guthabenzins einer sicheren Geldanlage. Für lange laufende Kredite (Hypotheken) genügend Bares in festverzinsliche Wertpapiere bunkern, um sobald wie möglich tilgen zu können.

Wolfgang Herfrid, Berater der Alte Hasen GmbH, einem Zusammenschluss von Bankern, meint: "Auch ohne Kredit muss im Alter stets ausreichend Cash vorhanden sein. Wir empfehlen Immobilieninhabern, bei einer Anlagesumme von 100 000 Euro mindestens 25 000 als verfügbares Kapital bereitzuhalten - für Reparaturen am Haus und ähnliches." Die verbliebenen 75 000 Euro in Aktien zu investieren und auf Gewinne zu hoffen, das ist den Experten zu heikel, wenn es nicht ums Sahnehäubchen geht. Sie empfehlen lieber eine Sofortrente von der Versicherung. Alternativen wären ein Bankauszahlplan und ein Fondsentnahmeplan.

Weiter: Sofortrente

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%