Sberbank und VTB Direktbank
Deutsche fliegen auf russisches Tagesgeld

In Konditionsvergleichen für Tages- und Festgeld liegen die Tochterfirmen russischer Großbanken in Deutschland zuletzt oft vorne. Den Anlegern gefällt das, sie parken dort Hunderte Millionen Euro – mit Restrisiko.
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BerlinDie russische Großbank Sberbank ist erfolgreich mit ihrem aggressiven Werben um Tages- und Festgelder deutscher Kunden. Bis Ende 2014 seien „mehr als 500 Millionen Euro“ bei Privatkunden eingeworben worden, heißt es im jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht.

Seit Juli vergangenen Jahres ist die in Österreich beheimatete europäische Tochter der Bank als Sberbank Direct in Deutschland aktiv. In Zinsvergleichen liegt sie seitdem regelmäßig auf den vordersten Plätzen. Die Einlagen würden für die Kreditvergabe in Mittel- und Osteuropa eingesetzt, hatte die Bank in der Vergangenheit mitgeteilt.

Die österreichische Finanzaufsicht FMA hat seit den wegen der Ukraine-Krise gegen die russische Mutter verhängten Sanktionen nach eigenen Angaben ein Auge darauf, dass aus Wien kein Geld an die Moskauer Zentrale fließt, berichtete vergangenes Jahr die österreichische Tageszeitung „Die Presse“. Die FMA-Konzession zur „Entgegennahme fremder Gelder zur Verwaltung oder als Einlage“ besteht weiterhin.

Der Sberbank-Konzern hat im ersten Quartal 2015 drei Viertel weniger Gewinn gemacht (420 Millionen Euro) als im Vorjahr. Zur Sberbank gehört auch in der Türkei beheimatete Deniz Bank, die ebenfalls aggressiv um Einlagen von Privatkunden in Deutschland wirbt.

Angebote für Neukunden - Platzierungen im Konditionsvergleich im Jahr 2014 (Quelle: FMH)
Bank

Anzahl der Wochen:

1. Platz

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2.  Platz 

Anzahl der Wochen:

3. Platz 

So oft unter

Top 3 (max. 50)

Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung  
Ikano Bank 1191131
Renault Bank Direkt 142925
MoneYou 615223
Sberbank Direct 191020
VTB Direktbank 33511
RaboDirect 2136
NIBC Direct 0066
DenizBank 001


Die russische VTB Bank verfolgt eine ähnliche Strategie wie die Sberbank. Auch sie sammelt in Deutschland über eine österreichische Tochter Tages- und Festgeld. Beide Institute unterliegen auch der österreichischen Einlagesicherung. Im Falle einer Insolvenz müssten deutsche Anleger also ihre Ansprüche in Österreich geltend machen.

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Deutsche fliegen auf russisches Tagesgeld

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Einlagensicherung in Österreich

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  • Herr Schmitz, Herr Müller,

    es ist mir eine Freude zu lesen, dass es doch noch Gutmenschen gibt, die nicht nur auf Profit achten, denen auch noch Bürgerrchte usw. wichtig sind.
    Sicher engagieren Sie sich auch bei Netzwerken wie "Inkota", "Lobbycontrol", "Digitalcourage", "Gemeinwohlökonomie" und anderen die sich um Bürgerrechte nicht nur auf der Welt sondern auch bei uns kümmern.
    Vielleicht kaufen Sie ja auch von dem weniger üppigen Anlageertrag einer "Ethikbank", fair hergestellte Kleidung, Schokolade, Nahrungsmittel usw.; auch der kleine Ertrag der fair angelegten Altersvorsorge wird hoffentlich für Produkte des örtlichen Bauernmarktes; statt in Kaffee oder Nougataufstrich (regelmäßig hergestellt mit Kinderarbeit) ausgegeben.
    Schön zu wissen, dass es noch Menschen gib die sich dem Raubbau an Mensch und Natur aktiv entziehen; sich doch gleichzeitg noch mit so profunder, informativer, unabhäniger, best recherchierter Wirtschafts- und Fachligeratur wie dem Handelsblatt beschäftigen.
    Danke,
    meinen Respekt zolle ich Ihnen hiermit.

  • Die österreichische Finanzaufsicht hat also ein Auge darauf, "dass nichts nach Moskau fließt...". Wer's glaubt, dem kann nicht geholfen werden. Ganz abgesehen davon halte ich es für frivol, sein Geld wegen einem marginal höheren Zinssatz ausgerechnet bei Banken zu investieren, die einen russischen oder auch türkischen Hintergrund haben. Länder, in denen man es mit Bürgerrechten bis hin zur Meinungs- und Pressefreiheit seit einiger Zeit nicht mehr sehr genau nimmt. Wer aber da nicht selbst drauf kommt, bei dem hilft es auch nicht, ihm ein beherztes "Pfui!! zuzurufen.
    Apropos Österreich: seitdem das Land jüngst den Schuldendienst für die erwähnte HETA, für die eine Garantie des Bundeslandes Kärnten bestand, selbstherrlich ausgesetzt hat, ist auch bei Anlagen im Alpenstaat äußerste Vorsicht geboten. Persönlich habe ich daraufhin jedenfalls alle österreichischen Anleihen aus dem Depot genommen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

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