Sparbuch, Tages- und Festgeld
Wie die Inflation das Vermögen auffrisst

Eine Analyse zeigt, wie die Inflation die Guthaben von Millionen Sparer reduziert. Selbst bei Top-Offerten für Tages-, Festgeld oder Sparbüchern schwindet das Vermögen. Wie sicherheitsbewusste Anleger ihr Geld retten.
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Die Angst vor Inflation geht um den Globus. Ausufernde Staatsverschuldung, schwache Währungen und steigende Energiepreise treiben den Geldanlegern die Sorgenfalten ins Gesicht. Im Euro-Raum verteuerten sich die Energiepreise um knapp elf Prozent, der Verkehr um 5,3 Prozent und Nahrungsmittel um 2,7 Prozent. 

In der Eurozone liegt die Inflation bei 2,7 Prozent und damit weit von der von der EZB gesetzten Obergrenze von zwei Prozent entfernt. Die Zentralbanker warnen vor mittelfristig steigenden Sätzen und Zweitrundeneffekten bei Preisen und Löhnen. In Deutschland lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent, in Italien laut Eurostat bei 3,0 und in Estland sogar 4,9 Prozent. 

Selbst US-Notenbankchef Ben Bernanke, sonst eher für expansive Währungsstrategien bekannt, kann die Inflation nicht mehr ignorieren. Die Preissteigerungen inzwischen „höher“ und „näher“ am informellen Zielbereich der Zentralbank als noch im Vorjahr, orakelt Bernanke und gab einer erneuten Lockerung der Geldpolitik entgegen früherer Aussagen auch deshalb eine Absage. 

Inflation vernichtet das Vermögen von Millionen Sparern

Bei den deutschen Sparern ist die Inflation längst angekommen. Eine aufwändige Untersuchung der FMH-Finanzberatung für Handelsblatt Online zeigt, wie die Vermögen von Millionen deutschen Sparern aktuell schwinden. 

Wer im vergangenen Jahr 10.000 Euro als Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr beim besten Anbieter Big Bank zu drei Prozent anlegte, erzielte nach Abzug der Inflationsrate von 2,3 Prozent nur einen bereinigten Ertrag von 70 Euro. Der Profit bleibt aber nur auf dem ersten Blick. Denn Vermögende müssen noch Abgeltungssteuer abführen. Bei einem Satz von 26,38 Prozent für Singles blieben von 10.000 Euro nur 9991 Euro übrig. 

Die wenigsten Anleger dürften allerdings das beste Festgeld-Angebot auf dem Markt ausgewählt haben. „Aktuell verringert sich das Vermögen von Millionen Sparern durch die Inflation in einem rasanten Tempo“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Im Schnitt von 80 Banken betrug der Zins für Festgeld im vergangenen Jahr nur 1,25 Prozent. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro bleiben inflationsbereinigt beim Festgeld im Schnitt nur 9895 Euro übrig. Nach Steuern sank das reale Vermögen auf  9862 Euro. 

Kommentare zu " Sparbuch, Tages- und Festgeld: Wie die Inflation das Vermögen auffrisst "

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  • Ich habe mit physischem Silber und Gold in den letzten zweieinhalb Jahren in dieser Zeit rund 300% Rendite gehabt. Da kommt kein Papierversprechen mit, welches selbst von der geschönten Teuerungsrate aufgefressen wird. Die wirkliche erleben wir ja im Supermarkt und im Handel.

  • ..lesen Sie doch besser die Kommentare! Der Artikel ist es eigentlich nicht wert. Könnte von einer Bank stammen, welche versucht kurzfristige sichere Sparguthaben (schnell abhebbare) in unsichere, inflexible (schwerabhebare oder nur mit Zins-Kosten verbunden) um zu lenken. Mir fallen da in der EU und D aktuell sehr viele Kandidaten ein. Wahrscheinlich unterhält der Autor irgendeine Geschäftsverbindung zu diesen U'en? Denkbar wäre es ja, wenn er sich noch dazu als angeblich, verbraucherfreundlichen "Finanz-,Anlageberater schimpft:-)

    Herzliche Grüße,

  • Ich vermisse auf Seite 3 die angekündigten Tipps, wie sich Verbraucher schützen können!
    Nur deshalb habe ich den Artikel überhaupt angesehen!

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