Sparen
Verzichten und durchhalten

Es gilt, beim Sparen auf das Timing zu achten. Verluste der Kaufkraft werden oft unterschätzt.

HB BAD HOMBURG. Das Thema Altersvorsorge ist komplex. Das spiegelt sich auch in der Beratung wider. Renommierte Gerichtssachverständige prognostizieren, dass dieAltersvorsorgeberatung erheblichen Haftungs-Sprengstoff wegen fehlerhafter oder gar unrichtiger Information bzw. Aufklärung für Anbieter wie Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister birgt. Glück für diese Anbieter ist jedoch: Die wenigsten Verbraucher können die teils fatalen Fehler rechtzeitig erkennen.

Wer den Vermögensaufbau zum Zwecke der Absicherung bzw. der Vorsorge für das Alter plant, sollte sich daher noch einmal die grundlegenden Wirkungen vor Augen führen. Die Bereitschaft, heute für spätere Zeiten zu sparen, bedeutet die Entscheidung, anteilig hierfür zunächst auf Konsum zu verzichten. Dies will gründlich bedacht sein, bedarf entsprechender Planung und vor allem Durchhaltevermögen. Hierzu gilt es, die eigene Situation kritisch zu beleuchten, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, den Bedarf zu ermitteln, die nachhaltigen finanziellen Möglichkeiten auszuloten und hierauf basierend klare Anforderungen für eine individuell notwendige und sinnvolle Altersvorsorgekonzeption festzulegen.

Je nachdem, in welcher Lebensphase man sich befindet, werden die Gegebenheiten andere Handlungsnotwendigkeiten aufzeigen. Wer als Single gerade die Karriereleiter erklimmt und auf familiäre Aspekte keine Rücksicht zu nehmen braucht, wird wahrscheinlich andere Wertigkeiten bzw. Maßstäbe setzen als dies für eine Familie mit Nachwuchs der Fall ist. Wer noch 30 oder 40 Jahre auf sein Ziel ansparen respektive Vermögen aufbauen kann, wird vielleicht gelassener damit umgehen können als jemand, der nur noch zehn Jahre Zeit hierfür hat.

Insbesondere dieser Zeitfaktor wird häufig unterschätzt. Hier wäre der Aspekt Kaufkraftverlust zu beachten. Wer auf Basis heutiger Kaufkraft eine Versorgungslücke von 100 Euro monatlich für seinen Rentenbeginn in dreißig Jahren errechnet, benötigt dann – unterstellt zwei Prozent Kaufkraftverlust pro Jahr – bereits 181,14 Euro. Aber auch der Zinseszinseffekt einer gewissen Rendite wirkt zusammen mit dem Faktor Zeit ganz erheblich. Der Faktor Zeit hat jedoch auch hinsichtlich möglicher Anlageformen (Asset Allocation) und hiermit korrespondierender Risiken eine wichtige Wirkung. Die nebenstehende Tabelle ist dabei lediglich eine Anregung, welche der individuellen Überprüfung und Anpassung bedarf.

Auch hinsichtlich der unter Risikoneigung verwendeten Begriffe entstehen immer wieder ernste Missverständnisse mit teilweise gravierenden Folgen. Daher sollten solche Begriffe im Vorfeld bestmöglich hinsichtlich konkreter Wertigkeiten mit einem Produktlieferanten abgestimmt werden.

Dietmar Vogelsang ist Gerichtsgutachter für Kapitalanlagen.

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