Sparer brauchen Ausdauer: Die Eichhörnchen-Strategie

Sparer brauchen Ausdauer
Die Eichhörnchen-Strategie

Das Zinstief verlangt von den Sparern Ausdauer. Wie ein Eichhörnchen gilt es, einen Vorrat nach und nach anzusammeln. Ein Vergleich zeigt, welche Strategie und welche Sparpläne die höchsten Renditen bringen.
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Große Vermögen entstehen in kleinen Schritten. Die Reimanns brauchten mehr als 150 Jahre, um mit dem Waschmittelkonzern Reckitt Benckiser ein Vermögen von mehr als acht Milliarden Euro anzuhäufen. Die Quandts brauchten für den Aufbau ihres Milliardenimperiums 120 Jahre, fast ebenso lange wie die Kaffeedynastie Jacobs oder die Oetkers.

„Wirklich große Vermögen entstehen über Generationen, mittlere über viele Jahrzehnte und kleine in mehreren Jahren“, sagt Heiko Löschen, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Packenius Mademann und Partner, der zahlreiche wohlhabende Kunden betreut.

Was für Superreiche gilt, hat auch für Kleinanleger Bestand. Wer etwa jeden Monat tausend Euro spart, erzielt bei einem konstanten Zins von fünf Prozent nach 40 Jahren knapp 1,5 Millionen Euro. Über so lange Laufzeiten wirkt der Zinseszinseffekt, denn der Sparer müsste in diesem Beispiel „nur“ 480.000 Euro einzahlen, um gut eine Million Euro Zinsrendite zu ergattern.

Natürlich sieht die Praxis ein wenig anders aus. Kaum ein Sparer kann über so lange Zeiträume so hohe Summen anlegen. Und wer kein glückliches Händchen bei der Fondsauswahl besitzt, dürfte im aktuellen Zinstief Renditen von fünf Prozent pro Jahr bei klassischen Sparprodukten vergeblich suchen. Anbieter am unteren Ende von Zinsvergleichen wie etwa die PSD Bank Köln oder die Sparda Bank West bietet ihren Kunden selbst für Sparpläne mit einer Laufzeit von 15 Jahren nicht einmal einen Zins von einem Prozent.

„Langfristige Sparer müssen sich zwar bescheiden, sollten sich trotzdem nicht vom Zinstief vor dem Vermögensaufbau abhalten lassen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. Für sicherheitsbewusste Anleger, zu denen nach einer Umfrage im Auftrag der Gothaer Asset Management mehr als 60 Prozent der Deutschen zählen, lohnen für Laufzeiten von fünf bis 20 Jahren vor allem Banksparpläne.

Sie sind flexibler und kostengünstiger als vergleichbare Produkte wie etwa Lebensversicherungen. Aktuell liegen die Renditen von einigen Bankprodukten sogar deutlich über dem Garantiezins von 1,75 Prozent. Die Deutsche Bank garantiert nach einem Vergleich der FMH-Finanzberatung Sparern bei einer Laufzeit von 15 Jahren etwa einen Zins in Höhe von 2,5 Prozent, die VTB Bank bietet ähnlich Konditionen auch (siehe Ende des Artikels).

Kommentare zu " Sparer brauchen Ausdauer: Die Eichhörnchen-Strategie"

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  • Na hören Sie mal, Sie sind hier beim Handelsblatt!

    Hier werden doch keine hochwertigen Anlageempfehlungen gegeben oder Leser unabhängig über Anlagemöglichkeiten aufgeklärt. Hier beim Schandelsblatt werden grundsätzlich nur Bankprodukte empfohlen und beworben.

    Sie können froh sein, dass der Autor Ihnen keine Zertifikate, Riesterrenten oder Griechenlandanleihen empfohlen hat!!


  • Apropos Preise - Outbreak nun auch in Deutschland. Vogelgrippefälle in Badbergen gemeldet. Erst Massenschlachtungen breits eingeleitet.

  • Angesichts dieser Krise "sparen" ?!... irgendwelche Geldziffern in einem Computer erhöhen, damit Schäuble, Draghi &Co. diese Ziffern denächst nach ihrem Gusto umgestalten?!

    Man könnte meinen, HB hat noch nie etwas von Zypern, der Enteignung der Sparer, die ja inzwischen zu Anlegern erklärt wurde, gehört oder gelesen.
    Als Lektüreemphehlung: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/15/sparer-zahlen-banken-crash-die-grosse-enteignung-kommt/

    Wer sparen möchte, müßte ernsthaften Glaubens sein, dass er für die Ziffern in einem Computer denächst tatsächlich noch so viele Dinge kaufen kann, wie er sie angesichts seines Sparens jetzt nicht kauft. Genau daran kann ein aufgeklärter Mensch dieser Krise und der vielen möglichen Szenarien der Krise nicht glauben.
    Erst wird wohl Schäuble oder sein Nachfolger die eine oder andere Ziffer streichen und dann wird vielleicht Draghi oder irgendein Nachfolger die eine oder andere Null wider hinten darn hängen.... nur kaufen kann man sich dann von diesen Ziffern nichts Wirkliches mehr. Dumme Menschen sparen in Geld, kluge Menschen sparen in Sachwerten und überlegen dabei genau, wie sie ihr Eigentum vor den drohenden Enteignungen schützen können.

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