Sparkassen fordern Sparprämie
Staat soll das deutsche Sparbuch retten

„Die Sparer sind die Dummen, und einer der Gewinner ist der Fiskus“, sagt der Chef der Südwest-Sparkassen – und will das Sparbuch retten. Seine Idee: Der Staat soll kurzerhand fünf Prozent Zinsen zahlen.
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StuttgartDie Sparkassen fordern vom Staat angesichts der niedrigen Zinsen eine Sparprämie. Die Sparkultur in Deutschland gehe mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) vor die Hunde, klagte der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter Schneider, am Montag in Stuttgart. Der Staat profitiere dagegen davon, dass er beim Verkauf mancher Anleihen Zinsen erhalte, statt welche zu bezahlen. „Die Sparer sind die Dummen, und einer der Gewinner ist der Fiskus“, sagte Schneider. Es liege deshalb auf der Hand, dass der Finanzminister einen Teil seiner Ersparnis an die Sparer zurückgeben müsse.

Mit der deutschen Sparkassen-Dachorganisation DSGV sei der Vorstoß nicht abgestimmt, sagte Schneider, dessen Landesverband 53 Institute im Südwesten der Republik vertritt. Es habe bis 1980 schon mal eine Sparprämie gegeben, argumentierte Schneider. Nach seiner Rechnung würde eine Prämie von fünf Prozent auf einen Sparbetrag von maximal 1200 Euro im Jahr den Steuerzahler eine Milliarde Euro jährlich kosten, wenn diese 20 Millionen Kunden in Anspruch nähmen.

Die Nebenwirkungen der EZB-Geldpolitik, die den Leitzins nahe Null hält und die langfristigen Zinsen über Staatsanleihekäufe noch weiter drückt, werden laut Schneider „heillos unterschätzt“. Neben den Geldhäusern litten darunter vor allem Bausparkassen und Lebensversicherungen.

Trotz niedriger Zinsen trugen die Sparer in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr über vier Milliarden Euro zu den Sparkassen. Die Kundeneinlagen kletterten auf 123,6 Milliarden Euro. Noch sei für viele Kunden Sicherheit wichtiger als die Höhe der Zinsen, sagte Schneider. Das Betriebsergebnis vor Bewertungseffekten sank jedoch um drei Prozent, da die Kosten wegen Tariferhöhungen für die rund 36.000 Beschäftigten stärker stiegen als die Einnahmen.

Unter dem Strich kletterte der Gewinn der Sparkassen jedoch um gut ein Drittel auf 1,1 Milliarden Euro. Dies lag unter anderem daran, dass die Institute Risikovorsorge für Kredite auflösen konnten und die Wertpapiere in der eigenen Bilanz an Wert gewannen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sparkassen fordern Sparprämie: Staat soll das deutsche Sparbuch retten"

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  • Und es werden auch gleich wieder Steuereinnahmen generiert. Die Prämie fällt ja dann unter die Abgeltungssteuer :-)

  • Gute Idee!

  • Richtig!

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