Sparkassen-Studie
Worauf deutsche Sparer vertrauen

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff. Und was machen die Sparer in Deutschland? Sie setzen auf Finanz-Produkte, mit denen sie nichts verdienen, wie das aktuelle Vermögensbarometer der Sparkassen zeigt.
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BerlinIn der Finanz- und Schuldenkrise setzen verunsicherte Verbraucher in Deutschland verstärkt auf eigene vier Wände. Fast jeder Zweite nutze eine Eigentumswohnung oder ein Haus für die Altersvorsorge, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Sparkassenverbandes DSGV. "Viele Menschen suchen nach Sicherheit und finden sie für sich in einer selbst genutzten Immobilie. Die Nachfrage ist derzeit auf einem Höhepunkt", sagte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon in Berlin. Rund 30 Prozent der Sparer wollten laut Vermögensbarometer 2012 eine Immobilie für sich kaufen.

Allerdings erwarte er, dass der Höhepunkt beim Erwerb selbst genutzter Immobilien bald überschritten sei. „Die Lage an den Immobilienmärkten ist nicht mehr so, dass jedes Engagement ein Gutes ist“, sagte der Sparkassenpräsident.

Obwohl die Zinsen so niedrig sind wie niemals zuvor bleibt das Sparbuch nach Angaben des Verbandes die "mit Abstand beliebteste Anlageform der Bundesbürger". Es folgen die Rentenversicherung, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag. "Sicherheit und vor allem die Möglichkeit, kurzfristig über sein Geld verfügen zu können, sind die wichtigsten Gründe, die für das Sparbuch und für verwandte Sparformen sprechen", erklärte der DSGV.

Trotz der europäischen Schuldenkrise sehen die meisten Deutschen ihre eigene finanzielle Situation optimistisch und schränken ihren Konsum nicht ein. Zur Altersvorsorge und Vermögenssicherung setzen mehr Menschen auf eigene Wohnungen oder Häuser, wie aus der am Dienstag vorgestellten Umfrage „Vermögensbarometer“ des Sparkassen- und Giroverbandes hervorgeht. Der Immobilienboom könnte sich allerdings künftig etwas abschwächen.

57 Prozent der Befragten beurteilen ihre persönliche Situation in finanzieller Hinsicht mit „gut“ bis „sehr gut“. Dieser Wert stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich. 34 Prozent sagten, „es geht“, 9 Prozent gaben an, es ginge ihnen finanziell „eher schlecht“.

Auch der Blick in die Zukunft ist zumeist positiv: Die große Mehrheit der Befragten (82 Prozent) erwartet, dass sich ihre Situation in der nächsten Zeit nicht verändern oder sogar verbessern wird. Männer und junge Menschen sind dabei noch optimistischer als Frauen oder ältere Menschen.

Für die repräsentative Studie, die jährlich kurz vor dem Weltspartag (30. Oktober) erscheint, wurden im Juli und August 2000 Menschen in Deutschland telefonisch zu ihrem Umgang mit Geld befragt.
Zu ähnlichen Ergebnissen führt auch eine andere Befragung, die der Nürnberger GfK-Verein am Dienstag vorstellte. Danach kommen rund vier Fünftel der Deutschen finanziell gut bis sehr gut zurecht. Während sich 3 Prozent der Bevölkerung in keiner Weise einschränken müssen, fühlen sich 33 Prozent gut versorgt und können sich einiges leisten. Gerade so über die Runden kommen hingegen 15 Prozent der Bevölkerung. Bei 4 Prozent langt es nach eigener Einschätzung vorne und hinten nicht.

Ihren Konsum eingeschränkt haben nur 23 Prozent der Deutschen - halb so viel wie vor sieben Jahren. 69 Prozent sagen hingegen, sie hätten ihre persönlichen Ausgaben nicht verändert. Etwa genau so viel (71 Prozent) wollen auch in Zukunft gleich viel Geld ausgeben wie bisher.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wer liest denn diesen extra verdrehten und damit witzlosen Müll...eines gestrandeten Kabarettspielers.

  • Liebe Vorkommentatoren,

    ich verbiete mir hier diese Verunglimpfung des Handelsblattes! Solche Artikel sind extrem nützlich, denn aus ihnen erhält der "kleine Mann" genau die Informationen und Anlagetipps die er braucht um sein Geld richtig anzulegen!

    Allerdings muss er nur das GENAUE GEGENTEIL von dem tun, was ihm hier vorgeschlagen wird und das begreifen leider nicht alle!

    In eine eigengenutzte Immobilie investieren? Na klar, aber ja doch, wenn man vollkommen bescheuert ist! Es gibt sowie so schon viel zuviel Wohnraum in Deutschland, die Bevölkerung schrumpft und die Immobilienpreise sind durch Greenspans Geldpolitik künstlich aufgeblasen worden. Die Minizinsen haben doch überall dazu geführt, dass Leute mit 10% Eigenkapital oder gar keins sich eine Hütten finanzieren. Was passiert wohl wenn auf einmal das Vertrauen in die Anleihen schwindet und die Zinsen dann rasant steigen? "Zwangsversteigerungs-Frenzie" Es gibt dann Hütten zum Nulltarif!

    Termingeld, Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch? Oh ja, gerne, für Zinsen die nicht einmal die Hälfte der tatsächlichen Inflation ausgleichen können! Fantastisches Investment und obendrein stellt man den verbrecherischen Banken auch noch Kapital zur Verfügung, soweit kommt es noch!

    Riester, Rürup, Lebensversicherung? Das ist nichts anderes als eine einzige riesengrosse Schweinerei! Provisionsabzocke vom Feinsten und am Ende darf man womöglich noch die ach so fantastischen staatlichen Zuschüsse wieder zurückzahlen! Lebensversicherung in der heutigen Zeit=Selbstmord bzw. "Nuttenbumsen-Financing" in Budapest alla ERGO...

    Fonds=Bringen nichts und verursachen nur Kosten

    Jetzt die Quizfrage an alle, welche Anlageklasse wurde denn eigentlich nicht erwähnt? Und warum wohl nicht?

    Tip: Es handelt sich um etwas, an dem die Finanzindustrie nichts verdient!

  • Die Enteignung ist in vollem Gange. Bei 1,0% BIP-Zuwachs ein Zuwachs beim Steueraufkommen von 4,2% heißt, dass der Bürger ausgenommen wird, wie eine Weihnachtsgans.

    Für den Normalbürger gibt es aktuell keine sichere Anlageform. Entweder er läßt sich von Minisparbuchzinsen abspeisen und wird von der Inflation aufgefressen, oder er fällt auf irgendwelche Finanz-Gurus rein, die betrügerische Finanzprodukte feilbieten, bei denen Verluste vorprogrammiert sind. (Außer für den Vermittler natürlich!) Ich kann das furchtbare Geplappere über die künftige Aktienentwicklung nicht mehr hören. Da soll etwas längst total Krankes kurzfristig gesundgebetet werden, um möglichst viele Schafe mit deren Kaufentscheidung zur Schlachtbank zu führen. Das wird ein Blutbad!

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