Sparrücklagen
Deutsche horten fünf Billionen Euro

Obwohl die Inflation die Ersparnisse auffrisst, setzen viele Privathaushalte auf Bankeinlagen – und verkaufen Wertpapiere. Immer begehrt werden dank günstiger Kredite Immobilien, aber dort kommt alles auf die Lage an.
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FrankfurtExperten warnen seit Monaten: Die Inflation frisst die niedrigen Zinsen auf - wer sein Geld in sichere Spareinlagen steckt, verliert real. Trotzdem setzen die Privathaushalte in Deutschland auf Bankeinlagen, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Aktien und festverzinsliche Wertpapiere wurden hingegen im zweiten Quartal im Saldo verkauft.

Insgesamt kletterte das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen zum Ende des zweiten Quartals gegenüber dem Vorquartal um 23 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent auf den Rekordwert von 5027 Milliarden Euro.

Angesichts der historisch niedrigen Zinsen werden in Deutschland auch wieder mehr Kredite aufgenommen. Nach Angaben der Bundesbank lag der Wert im zweiten Quartal bei sechs Milliarden Euro, genutzt wurden die Kredite vor allem für den Wohnungsbau. Weil Immobilien derzeit extrem günstig finanziert werden können, ist die Nachfrage zuletzt kräftig gestiegen - auch, weil die eigenen vier Wände im Alter mietfreies Wohnen versprechen.

Das hat auch das Preisniveau in die Höhe getrieben. Doch eine Wohnimmobilie ist nicht mehr immer die beste Wahl für die Altersvorsorge, wie eine am Montag vorgestellte Untersuchung des Beratungsunternehmens Empirica ergab. Wenn das Eigenheim auf lange Sicht etwas abwerfen soll, muss es demnach in der richtigen Region liegen. Manchmal komme es sogar auf den Stadtteil an. „Man muss höllisch aufpassen, wo man investiert“, sagte der Ko-Autor der Studie, Ulrich Pfeiffer, in Berlin.

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Vertrauen gilt Bankeinlagen und Versicherungen

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  • Sollten Sie sich doch dafür entscheiden Ihr Geld in ein Eigenheim anzulegen, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Denn wie im Artikel erwähnt, sind die Zinsen für eine Baufinanzierung recht niedrig.
    Mehr zum Thema können Sie in unserem Blog nachlesen:

    http://www.topimmobilienxl.de/blog/steigen-die-zinsen/

  • "Deutsche horten fünf Billionen Euro

    Obwohl die Inflation die Ersparnisse auffrisst, setzen viele Privathaushalte auf Bankeinlagen"

    Besuchen Sie mal einen Grundkurs VWL.
    Horten bedeutet, dass ich meine Ersparnisse dem Wirtschaftskreislauf entziehe, also unters Kopfkissen lege
    (Nicht die dümmste Entscheidung derzeit).
    Bankeinlagen stehen für Investitionen zur Verfügung und sind deshalb "Sparen" (auch wenn man sich das zunehmend sparen kann).

    "wer sein Geld in sichere Spareinlagen steckt, verliert real. Trotzdem setzen die Privathaushalte in Deutschland auf Bankeinlagen".
    Wo sind Bankeinlagen noch "sichere Spareinlagen"?
    Schon mal was von Zypern gehört?
    Sie haben bei einer Bank übrigens kein Sparguthaben. Sie sind auch nicht mehr Eigentümer "Ihres" Geldes - das gehört dann der Bank. Sie haben eine Forderung gegen die Bank, sind also Gläubiger. Denken Sie mal zu Ende, was es heißt, wenn bei zukünftigen sog. Bankenrettungen nicht mehr der Steuerzahler, sondern Eigentümer und Gläubiger haften sollen...

  • Die Experten wundern sich immer, warum "die Deutschen" trotz realer Verluste ihr Geld lieber in Versicherungen und Bankeinlagen anlegen. Ich glaube: Die Umschichtung weg von Wertpapieren (Aktien, Renten) wird noch dramatisch zunehmen, wenn die neue Regierung uns die von der Gutmenschenmafia heiß ersehnte Finanztransaktionssteuer beschert. Dann ist nämlich endgültig Schluß mit der propagierten privaten Altersvorsorge über die Kapitalmärkte. Es ist dann zwar nicht effektiver, psychologisch aber viel naheliegender, sein Geld unters Kopfkissen zu legen und niemanden mehr, ich betone: niemanden mit seinem Geld arbeiten zu lassen. Da wird dann in der volswirtschaftlichen Gesamtrechnung Freude aufkommen!

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