Steuerreform
Die neuen Anleger-Steuern

Für alle Kapitalerträge sollen künftig gleiche Steuerregeln gelten. Ein Überblick.

Bisher herrschte bei privaten Kapitalerträgen ein kompliziertes Nebeneinander im Steuerrecht. Die große Koalition will 2008 eine einheitliche Abgeltungssteuer für Zinsen, Dividenden und Spekulationsgewinne einführen. Noch liegen nur ein Arbeitspapier einer Bund-Länder-Kommission und ein Kabinettsbeschluss vor, es gelten also die alten Steuerregeln - und die sind reichlich verzwickt.

Zinsen: Auf alles, was von Sparbuch, Anleihe oder Rentenfonds an Zinserträgen fließt, fällt zunächst eine Abschlagsteuer von 30 Prozent an. Ausgenommen ist nur ein Freibetrag von derzeit noch 1 421 Euro pro Jahr, ab 2007 nur noch 750 Euro jährlich. In einer zweiten Stufe berechnet das Finanzamt bei der Einkommensteuererklärung, wie viel der Anleger je nach individuellem Steuersatz nachzahlen muss oder erstattet bekommt. Diese zweite Stufe fiele mit der Abgeltungssteuer weg. Ausgenommen sind alle Anleger, deren Steuersatz weniger als 30 oder 25 Prozent beträgt. Sie könnten weiterhin mit Rückzahlungen vom Finanzamt rechnen.

Dividenden: Die Ausschüttungen von Aktien sind mit dem individuellen Steuersatz von 15 bis 42 Prozent zu versteuern. Verschont bleiben ab kommendem Jahr nur 750 Euro, abzüglich der bereits angefallenen Zinseinnahmen. In diesem Jahr liegt der Freibetrag noch bei 1 421 Euro. Allerdings ist nur die Hälfte der Dividenden steuerpflichtig. Dieses Privileg soll 2008 fallen. Ob der Freibetrag für Zinsen und Dividenden bestehen bleibt, ist offen.

Spekulationsgewinne: Wer Wertpapiere vor Ablauf eines Jahres (Spekulationsfrist) verkauft, muss den Gewinn voll versteuern. Diese Gewinne lassen sich aber mit Verlusten aus anderen Wertpapiergeschäften verrechnen. Steuerfrei bleiben Erträge bis 512 Euro. Bei einem Euro mehr, ist der gesamte Spekulationsgewinn steuerpflichtig - anders als bei Zinsen und Dividenden. Bis zu 42 Prozent plus Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent (45 Prozent plus Zuschlag ab 2007) wären dann fällig. Anleger, die ihre Papiere dagegen länger als ein Jahr halten, kommen ungeschoren davon. Die Bundesregierung will die Spekulationsfrist kippen und alle Gewinne mit 30 Prozent (25 Prozent ab 2009) besteuern. Verluste aus Wertpapiergeschäften lassen sich in Zukunft wahrscheinlich weiterhin steuerlich mit Gewinnen verrechnen.

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