Strafzins
WGZ Bank führt Negativzinsen ein

Nach der Skatbank führt nun auch die Düsseldorfer WGZ Bank negative Zinsen ein. Damit reicht die Bank die „Strafzinsen“ der EZB an ihre Kunden weiter. Bisher seien aber nur institutionelle Kunden betroffen.
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DüsseldorfWie die Skatbank und bald auch die Commerzbank gibt auch die WGZ Bank in Düsseldorf die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) an einen Teil ihrer Kunden weiter. Die WGZ Bank berechne ausschließlich institutionellen Kunden - und davon nur in einem geringen Teil - negative Zinsen, sagte ein Sprecher der Bank der „Rheinischen Post“ vom Freitag. Andere Kundengruppen würden derzeit nicht belastet.

Am Donnerstag hatte die Commerzbank als erste deutsche Großbank Negativzinsen auf Guthaben großer Unternehmenskunden angekündigt; die Deutsche Skatbank, eine Direktbank, erhebt seit dem 1. November eine Gebühr in Höhe von 0,25 Prozent auf Anlagen über drei Millionen Euro pro Kunde. Der Durchschnittssparer ist also nicht betroffen.

Die Deutsche Bank sieht allerdings noch keinen allgemeinen Trend zu Strafzinsen. „Wir sind für Privatkunden nicht besorgt“, sagte Finanzchef Stefan Krause am Freitag in Frankfurt. „Ich glaube schon wegen des psychologischen Moments nicht, dass es Negativzinsen für Sparer geben wird.“ Es gehe mehr um Guthaben von Großkunden.

Die Frage sei, wie lange die Banken die Rechnung noch zahlen könnten, da sie selbst für kurzfristige Einlagen bei der EZB drauflegen müssen.

Die EZB hatte Anfang Juni erstmals in ihrer Geschichte einen Einlagezins von minus 0,1 Prozent beschlossen, inzwischen liegt er sogar bei minus 0,2 Prozent. Banken müssen seitdem dafür zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken anstatt es an Unternehmen zu verleihen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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