Strom und Gas So drücken Sie Ihre Energie-Rechnung

Die 100 größten Städte im Preisvergleich: Was Strom und Gas kostet, wo Energie am günstigsten ist, wie viel Geld sich mit Ökostrom und Billig-Anbietern sparen lässt - und welche Feinheiten beim Wechsel zu beachten sind.
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Beim Energiekauf lässt sich viel Geld sparen.

Beim Energiekauf lässt sich viel Geld sparen.

DüsseldorfIn den nächsten Wochen ist es wieder soweit: Die Strom- und Gasrechnungen flattern ins Haus. Viele werden sich wundern, dass sie schon wieder mehr bezahlen und auch die Vorauszahlung steigt.

Von steigenden Preisen ist auch deshalb auszugehen, weil einige Strom- und Gasnetzbetreiber nun sogar vor Gericht gehen. Konkret geht es darum, höhere Renditen für ihr eingesetztes Kapital durchzusetzen. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht klagen deshalb elf Netzbetreiber gegen die Bundesnetzagentur. Diese hatte folgende Eigenkapitalzinssätze festgelegt: 9,29 Prozent vor Steuern für Neuanlagen und 7,56 Prozent für Altanlagen.

Die Netzbetreiber halten die Renditen für zu gering und fordern nach Angaben des Gerichts Eigenkapitalzinssätze von mehr als 11 Prozent vor Steuern. Für die Verbraucher würde dies wohl höhere Preise bedeuten, berichtet die Agentur dapd. Denn die Kapitalkosten fließen über die Netzentgelte in den Strompreis ein und werden letztlich vom Stromkunden bezahlt. Insgesamt machen die Netzentgelte schon heute rund 23 Prozent des Gas- und Strompreises von Haushaltskunden aus.

Verbraucherschützer glauben dagegen: Energie könnte ein ganzes Stück günstiger sein. Denn die Stromversorger zum Beispiel hätten gesunkene Einkaufspreise nicht an die Kunden weiter gegeben. Damit fielen aktuell die Stromrechnungen um drei Milliarden Euro für die privaten Haushalte zu hoch aus, stellt der Bund der Energieverbraucher fest. Die Realität sieht anders aus: Auch 2012 sind die Strompreise gestiegen, für 2013 sind weitere Preissteigerungen angekündigt.

Das merken vor allem Mieter: Die Teuerung sei nicht durch die Immobilienpreise getrieben, sondern durch die rasant steigenden Energiekosten, stellt Zeit Online fest. Lasse man die regionalen Unterschiede außen vor, werde schnell deutlich, dass die deutschen Wohnungsmieten in den vergangenen Jahren eher moderat gestiegen seien. Die Kaltmieten hätten sich sogar nur unterdurchschnittlich entwickelt, zeige die amtliche Statistik. Gleiches gelte für die Nebenkosten, die nichts mit der Energieversorgung zu tun hätten, beispielsweise die Gebühren für die Müllabfuhr.

Im Stadtrat von Hanau berichtete die SPD beispielsweise, dass seit 2000 die Kosten eines mittleren Hanauer Haushaltes für Strom um 60 Prozent, für Gas sogar um 100 Prozent gestiegen seien. Die Nettoeinkommen seien dagegen nur um 25 Prozent gewachsen. Immer mehr Familien werde sogar der Strom abgestellt.

Studie: Wir zahlen zu viel für unseren Strom

Die Beispiele zeigen: Auf freiwillige Preissenkungen der Versorger zu warten, dürfte wenig bringen. Erfolgversprechender dürfte sein, die bereits vorhandenen Preisunterschiede zu nutzen. Verbraucher können die Konkurrenz der Anbieter anheizen, indem sie wechseln. Das tun immer noch sehr wenige, obwohl der Energiemarkt bereits seit 1998 liberalisiert ist.

Wo und wie Verbraucher am besten ihre Strom- und Gasrechnung drücken können, zeigt ein Preisvergleich der 100 größten Städte.

Ein Versorgerwechsel ist einfach und ohne Risiko
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15 Kommentare zu "Strom und Gas: So drücken Sie Ihre Energie-Rechnung"

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  • @SteuerKlasseEins
    Die 4 Energiekonzerne (EnBW, Vattenfall, RWE und E.ON) konnten von 2002 bis 2010 ihre Gewinne ver-7-fachen.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/milliardengewinne-fuer-energiekonzerne-der-zaehler-laeuft-die-grossen-kassieren-1.1013868

    Eine Studie Hochschule für Technik und Wirtschaft d. Saarlandes stellt einen fehlenden Wettbewerb fest der E.on, RWE und EnBW seit 2002 mehr als 100 Mrd € bescherte.
    Die Gegenstudie von Frontier Economics stellt pikanter weise die Milliardengewinne (ca. 40 Mio.€ pro Tag) nicht in Frage.

    Siehe auch die Konzerngewinne zwischen 2002 und 2009 aus der Studie Stromwatch 3: Energiekonzerne in Deutschland von Prof. Leprich und Prof. Junker

    Als Ergänzung empfehle:
    Schreiben der VIK (Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. vom 24.04.2007 mit dem Thema: “EU-Studie zur Struktur und zum Funktionieren der Stromgroßhandelsmärkte in sechs Ländern der EU“
    alternativ rufe ich in Erinnerung, dass

    die EU Kommission, das gegen E.on eingeleitete Missbrauchsverfahren einstellte, weil sich E.on zur Veräußerung seines Stromnetzes bereit erklärt.

    War da nicht auch ein Abmahnverfahren der Kartellverwaltung gegen die RWE AG wegen Strompreisbildung nach §§19 GWB, Art 82 EG, § 32 GWB?

    Zu Brennstoffpreisen empfehle ich die Ergebnisse der von der EU-Kommission bei London Economics beauftragte so genannten Sektorenuntersuchung aus 2007. Darin wurde bestätigt, dass zwar die Brennstoffkosten seit 2003 zum Anstieg der Strompreise beigetragen haben, aber die Großhandelspreise lägen jedoch bedeutend höher, als dies auf einwandfrei funktionierenden wettbewerbsfähigen Märkten zu erwarten wäre. Die Unterschiede sind dort am größten, wo wenige Erzeuger mit verfügbarer Kapazität die Nachfrage decken.

    Kürzlich informierte EU-Energiekommissar Oettinger über die neue Verordnung zur Schaffung fairer Energiepreise und mit Systemen zur Aufdeckung von Marktmissbrauch.

  • Die EEG-Umlage ist der Versuch, die Zusatzkosten der EE-Förderung in einem durchschnittlichem Betrag pro kWh auszudrücken, und damit die Zusatzkosten dann gleichmässig auf alle verbrauchten kWh im Land zu verteilen. Dieser Betrag entspricht aber nicht den *wahren* Zusatzkosten. Die wahren Kosten sind viel größer, und beinhalten die Kosten aus der schlechteren Nutzung von z.B. Gas- und Kohlekraftwerken (Fixkosten bleiben gleich) und die Netzausbaukosten wegen EE. Beides ist nicht in der rein theoretisch ermittelten EEG-Umlage enthalten. Vielleicht gab es noch weitere Gründe für den Preisanstieg, aber das war der Hauptgrund.

    Einen besseren Wettbewerb würde ich mir auch wünschen. Anstatt zu versuchen, indirekt über die Wahl einer Partei die Stromversorgung "von oben herab" zu verändern, sollten die Leute den Stromanbieter wählen und dann freiwillig die Kosten, sei es von Ökostrom, sei es Atomstrom mit den Entsorgungskosten, oder Kohlestrom mit den CO2 Kosten, bezahlen. Nur in einem wirklich freien Markt mit freien Entscheidungen würden wir erfahren, was die Leute wirklich wollen. Mit Kollektivismus bei den Bundestagswahlen werden wir vom Programm einer der Volksparteien immer eine Mogelpackung bekommen, die mit der Meinung der Wähler praktisch nichts mehr gemeinsam hat.

  • @ SteuerKlasseEins
    Natürlich hat die "Steuerbelastungen durch AKW noch nie ein Steuerzahler etwas mitbekommen". Da reicht aber ein Blick zur Schuldenuhr um zu wissen, dass die Belastung aus den konservativen Energien noch kommt.
    Nach so vielen Milliarden an Fördergeldern durch den Staat und gigantischen Gewinnen für die Betreiber der AKWs zeigt nach mehreren Jahrzehnten in denen die Grünen nicht die absolute Mehrheit (!) gestellt haben, dass die AKW-Befürworter sich als unmüdig erwiesen haben, die Technik auch gegen Kritik als zielführend zu entwickeln.

    Sie haben diesen Fakt für nicht wichtig genug empfunden.

  • @ SteuerKlasseEins
    Liebe SteuerKlasseEins,
    Welche Grünen waren denn schuld daran, dass im Jahre 2000 der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 14 Cent betrug, bei einer EEG-Umlage von 0,2 Cent und sich der Strompreis bis 2009 auf 23 Cent erhöhte obwohl die EEG-Umlage nur bei 1,3 Cent lag?
    Der Terminmarktpreis ist an der Strombörse Leipzig innerhalb des letzten Jahres von 6,2 auf 5,0 Cent pro kWh gesunken, nur eben nicht für Michel und Micheline.
    Das angeführte Beispiel des ANBIETER-wechsels zeigt das Desinteresse am freien Wettbewerb. Wenn über 80% des Stroms von 4 Firmen hergestellt wird, dann lande ich bei einem ANBIETER-wechsel zu 80 % wieder genau bei eben diesen 4 Konzernen. Anders sieht es aus, wenn ich zu einem anderen ERZEUGER wechsel, der nicht wirtschaftlich mit den 4 verbunden ist.
    Mit etwas Mühe ist mehr Wettbewerb möglich.
    Meistens reicht aber für Michel und Micheline der Anbieterwechsel oder wie man so schön sagt „ Oligarchie, made in Germany“.

  • @mission Seltsam nur, daß von den angeblichen Steuerbelastungen durch AKW noch nie ein Steuerzahler etwas mitbekommen hat. Die Öko-Kosten aber fallem jedem auf, der eine nennenswerte Stromrechnung bezahlen muss, die Industrie wird besonders getroffen und rechfertigt mit höheren Energiepreisen Lohnkürzungen, Entlassungen und Outsourcing. Kleinere Unternehmen wie Handwerker, Bäckereien, Supermärkte, die Bahn, nehmen die Energiekosten zum Anlass, ihre Produkte und Dienstleistungen zu verteuern. All diese Dinge gab es nicht vor der Energiewende.

    Aber es wird noch besser kommen: Ab 2013 werden die CO2 Zertifikate für den Emissionshandel in Europa - eine Sache die man sich schlauerweise selbst auferlegt hat, allen voran Merkel-Deutschland - deutlich teurer werden. D.h. die Schattenkraftwerke die ständig neben den Windmühlen und Solardächern weiterlaufen müssen, werden für ihre Emissionen auf einmal richtig Geld bezahlen müssen, und dieses Geld wird wiedereinmal auf die Strompreise umgelegt werden. Dazu die höhere EE-Umlage usw. dann haben wir bald 300% oder 400% Preissteigerung im Vergleich zu damals.

  • ich wechsel seit Jahren für alle meine "verantwortlichen2 Haushalte" alle 2 jahre den Stromanbieter; konsequent.

    Sie haben Recht; nur durch den Neukundenbonus "lohnt" der ansatzweise Wechsel. Wahrscheinlich ist das auch alles abgesprochen ^

  • Wenn man sich die Stromanbieter genau ansieht, stellt man fest, daß alle fast auf den Euro genau gleich sind. Große Unterschiede ergeben sich nur durch den Neukundenbonus. Diesen erhält man aber nur, wenn man nicht nach 1 Jahr gleich kündigt, und die dann folgende Preiserhöhung akzeptiert.

    Bevor wir unsere Stromversorgung den Grünen überliessen sah die Welt anders aus:

    YelloStrom im Jahr 1999: 19 Pfennig (10 Cent) pro kWh, 19 Mark (10 Euro) Grundgebühr ohne Mindestabnahmemenge, ohne Vorauszahlungen, ohne Vertragsklauseln, ohne "Wenn und Aber"

    YelloStrom im Jahr 2012: 24 Cent pro kWh, Möglichkeit mit "Smart-Meter" zur Nachtzeit 1 Cent pro kWh zu sparen

  • letztendlich ist es wie bei der Nebenkostenabrechnung für Mietwohnungen: sparst du dich tot und frierst u.U. noch im Winter, knallt die 50/50 Regelung wieder durch und du zahlst trotzdem mehr. Also: rotz die Energie raus. So langsam spielt es sowieso keine Rolle mehr

  • Kennen Sie das? Sie wachen mitten in der Nacht auf, weil Sie eine Frage quält und nicht mehr los lässt? Mir ging es letztens so. Da stand die Frage im Raum: „Können Politiker denken?“
    Um es kurz zu machen: Ja, können sie. Aber da kommt ganz was anderes raus, als wenn ich oder Sie das betreiben.
    Zum Beispiel die Altersarmut.
    Die Rente ist sicher, wie wir wissen, aber sie reicht für viele hinten und vorne nicht mehr aus. Schuld ist der demografische Wandel. Oder aber auch einfach nur die geringe Verzinsung des eingezahlten Kapitals. Würde die Rentenanstalt das Geld als Netzbetreiber anlegen, wäre der Eigenkapitalzinssatz durch die Bundesnetzagentur festgelegt. Immerhin reden wir von 9,29 % vor Steuern für Neuanlagen und 7,56 % für Altanlagen.
    Weil aber die Ergebnisse von Denkprozessen verschieden sind, bekommt dieses Geld

    der holländischen Staat (Fa. Tennet)

    das Land Baden-Württemberg (Fa. EnBW)

    der belgische Netzbetreiber Elia (60%) und zu 40% der australischen Infrastrukturfonds IFM (Fa. 50Hertz) und

    bei der Fa. Amprion die Commerzbank, die Versicherungsgesellschaften MEAG (Münchner Rück-ERGO), Swiss Life und Talanx (HDI Versicherungen) sowie ein ärztliches Versorgungswerk und zu 21 % die RWE.

    Die brauchen das sicher dringend! Ich mein ja nur!

  • "Nicht die Ökobranche (Hersteller) bekommt das Geld, sondern die Betreiber der Anlagen!"

    Wusste gar nicht, dass die Hersteller die Anlagen umsonst produzieren. Vielleicht nennen Sie mir mal den Hersteller, der dafür kein Geld verlangt. Hätte großes Interesse...

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