Studie
Banken nehmen zu hohe Zinsen für Dispokredite

Einer Studie zufolge nehmen Banken ihren Kunden zu viel Geld ab für die Überziehung ihres Kontos. Auch mit einem niedrigeren Zinssatz könnten die Banken profitabel arbeiten, das Ausfallrisiko sei eher gering.
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BerlinEin von der Bundesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten schätzt die von deutschen Banken erhobenen Zinsen bei der Überziehung von Konten einem Bericht zufolge als deutlich überhöht ein. Die Studie komme zu dem Ergebnis, dass „die Erträge aus dem Dispokreditgeschäft die Kosten, die dem Kreditinstitut für dieses einzelne Produkt entstehen, deutlich übersteigen“, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag unter Berufung auf die Untersuchung.

Die Experten des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung und des Instituts für Finanzdienstleistungen schreiben in ihrem gemeinsamen Gutachten, dass das Extra-Geld „zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet“ werde. Laut einer Erhebung der Stiftung Warentest verlangen die deutschen Banken durchschnittlich 12,4 Prozent Zins für Dispokredite. Spitzenreiter bei der letzten Erhebung der Stiftung im Herbst 2011 war eine Bank mit 18,25 Prozent.

Die Experten kommen in ihrem Gutachten jetzt zu dem Ergebnis, dass die Banken auch mit einem Zinssatz von höchstens zehn Prozent profitabel arbeiten könnten. Die beiden Institute widerlegen laut „SZ“ auch die Argumente der Banken. Diese rechtfertigen ihre Zinsen gerne mit hohen Kosten für die Abwicklung der zumeist kleinen Kredite - und mit dem vermeintlich großen Ausfallrisiko.

Die Studie zeigt, dass beides nicht stimmt. So belegen die Forscher, dass die Ausfallquote der Dispokredite mit durchschnittlich 0,3 Prozent außerordentlich niedrig ist, bei normalen Konsumentenkrediten liegt sie bei 2,5 Prozent. Außerdem habe sich der Bearbeitungs- und Verwaltungsaufwand für die Kredite in den vergangenen Jahren nicht erhöht, schreiben die Experten.

Laut der Studie summierten sich die Dispokredite der Deutschen aktuell auf mehr als 40 Milliarden Euro oder 500 Euro pro Bürger. Eine gesetzlich festgelegte Zinsobergrenze für Dispokredite sähen die Experten aber kritisch. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Banken an dieser Grenze orientieren und bisher günstigere Institute den Rahmen ausschöpfen könnten, heißt es demnach in der Studie. Zudem könnten die Banken sich das Geld über die Anhebung anderer Gebühren zurückholen, was auch auch Aigner so sehe.

Im Jahr 2012 überzogen laut einer Untersuchung des Forschungsinstituts Forsa, aus der das „Hamburger Abendblatt“ am Donnerstag berichtete, bereits 24 Prozent der Verbraucher in Deutschland ihre Girokonten.

Demnach überziehen Westdeutsche mit 24 Prozent häufiger als Ostdeutsche mit 21 Prozent und Männer mit 26 Prozent öfter als Frauen mit 21 Prozent ihre Konten. 80 Prozent der Verbraucher empfänden die Höhe der Dispozinsen als unangemessen hoch. Auch die Forsa-Studie will Aigner am Donnerstag vorstellen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Studie: Banken nehmen zu hohe Zinsen für Dispokredite"

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  • Hallo
    @GSN ja richtig die haben auch nicht immer recht!
    Ich hoffe das Die Leute selber sich schlau machen was das Geld System anbelangt und mir und anderen zu wiederlegen das es nicht so ist wie andere und ich behauten das es so ist,
    es soll sich ruhig jeder seine Gedanken machen und sich selbst eine Meinung bilden
    vor ca 10 -13 Monaten habe ich von EU Diktatur geredet und wie viele haben mich ausgelacht,
    die meisten lachen jetzt nicht mehr das waren die die mich eines Besseren belehren wollten :-D

  • ..."gesunde" Ansichten...

    like-Button ist gedrückt!

  • Aber mal ehrlich: Die Brötchenpreise sind doch wirklich zu hoch ;-)

    Ich kann mich erinnern, dass man 1972 nur 2 Pfennige zahlen mußte. Das ist doch Gier :-)
    Und Autos finde ich auch viel zu teuer, usw. Dann gibts keine Halten mehr...Ach, gibts doch eh schon nicht mehr.

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