Studie
Deutsche kennen Rentenlücke nicht

Wissen Sie, wie hoch Ihre Rentenlücke ist, ob Sie genug sparen oder ob es später hinten und vorne nicht reicht? Nein? Dann wissen Sie aber vielleicht, was Sie monatlich so ausgeben? Auch nicht genau? Ihr Einkommen kennen Sie aber, oder?

HB DÜSSELDORF. Wer eine oder mehrere dieser Fragen nicht beantworten kann, muss sich keineswegs schämen. Fast allen Deutschen geht es ähnlich. Sie haben das Problem der wachsenden Rentenlücke zwar „wahrgenommen, aber nicht angegangen“, heißt es in einer Studie der Deutschen Bank. Die Bereitschaft zur privaten Vorsorge sei unzureichend. Und kaum jemand wisse, wie hoch das gesparte Vermögen sein müsse, um im Ruhestand komfortabel leben zu können.

Schlimmer noch, 40 Prozent aller Berufstätigen haben nicht einmal eine Vorstellung, aus welchen Quellen sie später ihre Renteneinkünfte bestreiten werden, wie eine Studie der GfK im Auftrag des VZ-Vermögenszentrums in München ergab. Dabei ist klar: Wer heute in Rente geht, kann sich von der gesetzlichen Rente noch 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens erhoffen; 2030 beziehen Neurentner allenfalls noch 50 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens.

Grafik: Rentenniveau (gif-Datei)

Doch wie fängt man an? „Anspruchsvolle ermitteln ihren genauen Bedarf. Wem das zu kompliziert ist, der spart einfach, was er kann“, sagt Vermögensverwalter Tom Friess vom VZ-Vermögenszentrum in München. Dazu gehört jedes Mal als erster Schritt die Ermittlung der Ausgaben. „Viele wundern sich, wo das Geld geblieben ist. Bei Ehepaaren kommt es vor, dass der eine ganz andere Schätzungen hat als der andere“, beobachtet Friess. Also lohnt es sich, erst einmal über mehrere Monate ein Haushaltsbuch zu führen, um überflüssige Ausgaben auszumachen.

Was vom Nettogehalt übrig bleibt, geht dann auf die hohe Kante. Nicht alles sollte gleich in die Altersvorsorge gehen, empfehlen Fachleute. Drei bis sechs Monatsgehälter sollten für Notfälle auf dem Sparkonto liegen, und auch der Fall der Berufsunfähigkeit muss abgesichert sein: auf 40 bis 60 Prozent des Nettogehalts sollten Berufstätige in diesem Fall zurückgreifen können, empfiehlt Friess, je nach Sicherheitsbedürfnis. Wer Familie hat, braucht zusätzlich noch einen Todesfallschutz. Der sollte aber getrennt abgeschlossen werden und nicht mit einer teuren Kapital-Lebensversicherung verbunden sein. Was jetzt noch übrig ist, sollte in die Altersvorsorge fließen. „Bitte am Monatsanfang abzweigen, am Ende ist das Geld oft schon verschwunden“, sagt Friess.

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