Tages- und Festgeld
Kleine Banken, höhere Zinsen

Kleine Banken boten 2016 besonders häufig Top-Zinsen für Tages- und Festgeld, zeigt eine Auswertung von FMH für das Handelsblatt. Die Sieger-Institute könnten auch im laufenden Jahr eine gute Wahl für Sparer sein.
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DüsseldorfDie niedrigen Zinsen machen Sparern zu schaffen. Besserung ist nicht in Sicht: Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Leitzinsen wohl auch im laufenden Jahr nicht anheben. Schließlich hat sie ihr Anleihekaufprogramm bis Ende dieses Jahres verlängert, um die Wirtschaft im Euroraum zu stützen. Zinsanhebungen würden die Wirkung des Kaufprogramms konterkarieren.

Für Anleger, die ihr Geld auf einem Tages- oder Festgeldkonto parken wollen, kommt es inzwischen bei den Zinsen auf jede Nachkommastelle an. Angesichts der anziehenden Inflationsrate kann ein Promille den Unterschied zwischen Gelderhalt und Verlust machen.

Die FMH-Finanzberatung hat analysiert, welche Banken im vergangenen Jahr besonders oft in den Top Drei der Institute mit den höchsten Zinsen standen. Die Auswertung gibt Sparern einen Hinweis darauf, wo sie ihr Geld im laufenden Jahr zu guten Konditionen parken können, sagt FMH-Chef Max Herbst: „War eine Bank im Jahresverlauf sehr häufig in den Top Drei, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie dort auch in den kommenden Monaten zu finden sein wird.“

Unter den Top-Instituten im FMH-Ranking finden sich kaum große Namen, dafür umso mehr kleine Banken ohne ausgedehntes Filialnetz. Das ist kaum verwunderlich, erklärt Herbst. „Die großen Geschäftsbanken schwimmen im Geld“, sagt er. „Sie sind nicht darauf angewiesen, dass Kunden noch mehr Geld zu ihnen tragen, und müssen deshalb keine hohen Zinsen bieten.“ Hohe Einlagen werden für die Institute vielmehr zum Ballast. Denn wenn sie ihrerseits Geld bei der EZB parken, müssen sie Strafzinsen zahlen.

Wollen sich kleine Banken Geld besorgen, um ihr Geschäft betreiben zu können, tun sie dagegen gut daran, Sparer anzulocken. Denn wenn sich die Institute Geld bei der Notenbank statt bei Anlegern besorgen, müssen sie Sicherheiten hinterlegen. Es lohne sich deshalb für kleine Banken, etwas höhere Zinsen zu bieten als die Konkurrenz und anschließend mit den Kundengeldern zu wirtschaften, erklärt Herbst.

Für Bankkunden muss ein unbekannter Name kein Nachteil sein. Auch kleine Institute unterliegen in der Regel der gesetzlichen Einlagensicherung. Einlagen bis 100.000 Euro sind damit bei einer Bankpleite nicht in Gefahr. Mit der erweiterten Einlagensicherung des Bundesverbands deutscher Banken oder vergleichbarer Einrichtungen sind sogar deutlich höhere Beträge abgesichert. Die genaue Höhe variiert je nach Institut.

Auf Platz eins der Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung steht beim Festgeld die Bigbank, ein estnisches Institut. Sie war bei FMH im vergangenen Jahr in 40 von 52 Wochen in den Top Drei, in 24 Wochen belegte sie sogar den ersten Platz. Aktuell bietet die Bigbank für 10.000 Euro Festgeld 0,9 Prozent Zinsen. Damit liegt sie erneut weit vorn. Einen höheren Zinssatz bietet die türkische DenizBank: dort gibt es derzeit ein Prozent aufs Festgeld. Im FMH-Jahresranking steht sie hinter dem schwedischen Institut Klarna auf Platz drei. Die DenizBank schaffte es im Jahr 2016 insgesamt in 28 Wochen in die Top Drei. Klarna schaffte das in 36 von 52 Wochen.

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