Tages- und Festgeld Der große Zinsschwund

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Wer die höchsten Zinsen bietet
Finanzcrash: Sparer müssen darben. Quelle: dpa

Finanzcrash: Sparer müssen darben.

(Foto: dpa)

Die schlechtesten Festgeld-Anbieter zahlen aktuell nur noch 0,05 Prozent für drei Monate. Andere Banken trauen sich mittlerweile nicht mehr, ihren Kunden solche Sätze anzubieten und nehmen Festgelder aus dem Angebot. Auch wenn es absurd erscheinen mag, raten Zinsexperten trotz der allgemein niedrigen Sätzen zu längeren Laufzeiten. „Die Top-Angebote von Festgeld für bis zu zwölf Monate ist derzeit höher verzinst als Tagesgeld“, sagt Herbst. Eine Chance für steigende Zinsen beim Tagesgeld schätze er als eher klein ein.

Das Problem des allgemeinen Renditeschwundes: Viele Kunden haben keine Chance, dem Zinstief zu entgehen. Studenten, die für ihren Urlaub sparen dürften trotz negativer Zinsen ebenso wenig auf ein Tagesgeldkonto verzichten, wie versierte Geldanleger, die ihr Geld nach einem Deal zwischenzeitlich parken möchten.

Ohnehin bevorzugen die Deutschen traditionell Zinsprodukte. Nach einer Umfrage der Gothaer Asset Management spielt die Sicherheit für mehr als 60 Prozent der Deutschen die entscheidende Rolle bei der Anlagestrategie, trotz Mini-Zinsen bleibt das Sparbuch mit einer Zustimmung von mehr als 42 Prozent die beliebteste Anlageform.

Sogar internationale Forscher überrascht dieser Hang nach Sicherheit mittlerweile. Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin sowie den Universitäten Nottingham und Göteborg unter 3000 Teilnehmern zeigte, dass Deutsche unter den 30 untersuchten Nationen die geringste Risikoneigung bei der Geldanlage besitzen. Paradox: Die größten Risiken wählten Einwohner aus Äthiopien, Nicaragua und Vietnam eingehen, die wegen des allgemein niedrigeren Wohlstandes im Verhältnis deutlich mehr zu verlieren haben.

Diese Eigenart trifft viele Sparer hart. Denn fast alle Zinsofferten für Tages- oder Festgeld liegen derzeit deutlich unter der zuletzt gesunkenen Inflationsrate von 1,4 Prozent. „Die kalte Enteignung der Sparer durch niedrige Nominalzinsen und relativ hohe Inflationsraten dürfte länger andauern und sich gegebenenfalls sogar verschärfen“, sagt Jens Lemmer, Referent beim Bund der Steuerzahler.

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15 Kommentare zu "Tages- und Festgeld: Der große Zinsschwund"

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  • Vielleicht werden jetzt auch die letzten kapieren, dass es ohne vernünftige Investmentstruktur heut zu Tage nicht mehr geht.
    Fazit:
    Negativ Zinsen für Einlagen und auf alle anderen Assets trifft das ganz "normale" Prozedere zu

  • Was die Zentralbanker vergessen, ist, dass
    1. die Geldmengenflut zu Blasen führt, die Platzen werden. Anschließend müssen die Anleger (Banken) dann wieder gerettet werden.
    2. Die Sparer werden durch negative Realzinsen enteignet.
    3. Infalstion kann es seit 1992 nicht im nennenswerten Umfang geben, weil in China 700.000.000 faktisch Arbeitslose auf die Löhne drücken. Ohne Lohn-Preis-Spirale keine Löhne. Gewerkschaften auch in Europa üben wegen der Konkurrenz aus C Lohnzurückhaltung.
    4. Es wird aber, sobalt die Chinesen alle in Beschäftigung sind, einen starken vorübergehenden Inflationsdruck von von ca. 40 % geben.

  • Gute Entwicklung. Geld ist zum Ausgeben da und nicht um es irgendwo zu bunkern. Wachstum braucht Konsum. Zeit für negative Zinsen!

  • Ich bitte zu bedenken: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa."

  • Man kann nur hoffen, dass sich bis September hierzulande eine totale Sinneswandlung ergibt.

  • So zu tun, als ob es in Ordnung wäre das Ersparnisse enteignet werden, kann ja wohl nicht wahr sein. Die Zinsen werden politisch motiviert künstlich kaputt gemacht.

    Warum macht man das gleiche nicht auch mit den Löhnen. Inflation entsteht doch nur durch Lohnsteigerung. Würde man den Gewerkschaften verbieten Lohnsteigerungen oberhalb des Leitzins zu fordern, würde auch die Inflation auf ein erträgliches Maß sinken.

    Asozial ist, daß Zinsen künstlich kaputtgemacht werden und Löhnerhöhungen mit Hilfe von Erpressung durchgesetzt werden. Hier hat die Politik die Pflicht einzuschreiten.

  • Das mit dem Zins ist nur das halbe Problem. Schon mal auf die neuen Preise für importiertes Obst und Gemüse geschaut?
    Das ist Geldentwertung in Reinstform! Nur wir deutschen Trottel galuben, daß das alles ok ist.Ist es aber nicht!
    Weil wenn die Obst- und Gemüsepreise, samt aller anderen Lebensmittel nach oben schießen, habe ich auch eine Entwertung von Bausparer-, Renten- und sonstiger Altersvorsorge. Wir Deutschen zahlen einen extrem bitteren Preis für den Euro-Faschismus. Weg mit den Block-Parteien!

  • Es wird hoffentlich bald jedem klar, dass es kein "Recht auf Vermögensmehrung" gibt. Das gab es auch noch nie.

    Wer sein Vermögen vermehren will, kann das nur erreichen, wenn er "ins Risiko" geht. Wobei das ja nur Kursschwankungen sind, vergleichbar den Wellen des Meeres. Wer nicht ertragen kann, wenn seine Anlage 20% im Buch-Minus ist, hat damit das Recht erworben, sich kalt enteignen zu lassen durch Inflation undMini-Zinsen.

    So hart muss das gesagt werden.

  • Wie bei den Nazis! Die kleinen und Schwachen werden enteignet, die anderen kommen davon und profitieren!

    Geldfaschismus

  • Wenn ich die ganze Diskussion über die Höhe der Zinsen, über die EZB und die Zinssenkung, über Brrroso etc lese und über die Stimulierung der Wirtschaft über neue Schulden, kommt mir nun ein Gedanke: Japan.

    Ob jemand von diesen Leuten mal nach Japan geschaut hat?

    Ein milliardenschweres Konjunkturprogramm jagt das nächste. Der Erfolg:
    Deflation
    eine Staatsverschuldung, die man nur noch im Rausch als akzeptabel bezeichnen kann
    Konsequenzen für Japan = besser Augen zu
    für die Weltwirtschaft = lieber nicht darüber nachdenken.

    Wir bekommen langsam das, was wir mit dem Tanz um das goldene Kalb gesät haben, den totalen Absturz.


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