Tagesgeld
Hier bekommen Sie noch Zinsen für Ihr Geld

Trotz niedriger Zinsen bleibt Tagesgeld weiterhin eine der beliebtesten Anlageformen der Deutschen, neue Wettbewerber machen den Markt weiterhin interessant. Wo es zur Zeit die höchsten Tagesgeldzinsen gibt.
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Jeder hat es, kaum jemandem bringt es viele Zinsen. Tagesgeld ist weiterhin eine der beliebtesten Anlageformen der deutschen Sparer. Es ist einfach, und vor allem in der Niedrigzinsphase macht es Sinn, sich nicht ewig zu binden. Schließlich will kein Anleger den Wendepunkt verpassen, sollten die Zinsen tatsächlich mal steigen.

Hinzu kommt, dass die Zinsen aufs Tagesgeld zumindest real leicht gestiegen sind - der niedrigen Inflation sei dank. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Verbraucherportals Check24 hervor. Demnach ist die reale Rendite aufs Tagesgeld im ersten Halbjahr dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr um 66 Prozent gestiegen. Der Anstieg, der kräftig klingt, ist natürlich auch bedingt durch das extrem niedrige Niveau, auf dem sich die Zinsen befinden.

Als reale Rendite wird dabei die Differenz zwischen dem besten Tagesgeldzins auf dem Vergleichsportal sowie der Inflationsrate gemessen. Im Vorjahr lag die Differenz im Durchschnitt bei 0,56 Prozentpunkten, zwischen Januar und Juni dieses Jahres waren es 0,93 Prozentpunkte.

Kurzfristig angelegte liquide Mittel gehören daher in jedes ausgewogene Mischdepot, trotz der niedrigen Zinsen bleibt Tagesgeld gefragt. Wer sich nach den jeweils besten Angeboten umschaut, sollte einen Teil seines Geldes auf diese Weise investieren. Die Frankfurter FMH Finanzberatung hat für WirtschaftsWoche online die besten Angebote für Bestands- und Neukunden herausgefiltert.

Ganz vorne liegt derzeit Wüstenrot mit einem Zins von 1,11 Prozent für Neukunden. Dieser gilt für vier Monate, danach werden auf das Anlagevolumen von maximal 20.000 Euro nur noch 0,2 Prozent gezahlt. Das Angebot richtet sich also vor allem an Sparer, die für einen relativ geringen Betrag eine sehr kurzfristige Unterbringung suchen. Auch das Angebot der Direktbank von Autobauer Renault ist attraktiv, die 1,1 Prozent werden auf einen beliebigen Betrag bezahlt, nach drei Monaten gibt es immerhin noch ein Prozent.

Der Zins-Absturz fällt also deutlich weicher aus als bei Wüstenrot. Längerfristig noch attraktiver ist das Angebot von MoneYou aus den Niederlanden. Hier gilt der Angebotszins von 1,05 Prozent auch noch für Bestandskunden, die Bank verzichtet auf eine Garantiezeit. Bei MoneYou gibt es wie bei der Renault Bank Direkt keinen maximalen Anlagebetrag, deshalb liegen diese beiden Anbieter auch beim Vergleich für eine Anlagesumme von 50.000 Euro vorne.

Die Angebote der regionalen Banken wurden von der FMH Finanzberatung separat verglichen, insgesamt zahlen die Regionalen einen deutlich geringeren Zins als die überregionalen Banken. Vorne liegt hier die PSD Bank Nürnberg mit einem Einstiegszins von 0,45 Prozent.

Es gibt noch ein weiteres Zeichen dafür, dass der Markt für Tagesgeld in Zukunft wieder attraktiver werden könnte – sowohl für Sparer, als auch für Banken. Mit der HKB Bank ist in dieser Woche erneut ein Anbieter in den Kampf um die Einlagen der deutschen Sparer eingestiegen. Mit einem Einstiegszinssatz von 1,22 Prozent umwerben die Frankfurter nun die Deutschen.

Der maximale Anlagebetrag liegt bei 10.000 Euro, maximal sechs Monate will die HKB diesen im Vergleich durchaus üppigen Zins an neue Kunden zahlen. Danach fallen die Zinsen dann auf 0,7 Prozent, eine Kündigungsfrist gibt es nicht.

HKB-Geschäftsführer Dirk Hill räumt ein, dass es sich bei den vergleichsweise hohen Zinsen natürlich um ein Einstiegsangebot handelt, um Kunden zu gewinnen. Mit ähnlichen Werbeangeboten ist auch schon anderen Anbietern wie beispielsweise der niederländischen MoneYou der Einstieg in den deutschen Markt gelungen. Schon jetzt, so Hill, würde die Kundenzahl täglich deutlich zunehmen.

Die HKB Bank hat eine lange Tradition und wurde bereits 1958 gegründet. 2011 versuchte das Institut, welches sich abseits vom Tagesgeld auf Immobilienfinanzierungen in den Niederlanden konzentriert, schon einmal den Sprung auf den Markt der Sparer-Einlagen. Damals war allerdings nach einem Jahr wieder Schluss.

Nun, nach einer Neuausrichtung, soll der Wiedereinstieg gelingen. Max Herbst, Inhaber der Frankfurter FMH Finanzberatung, hält das Angebot für sehr interessant, gerade für Kleinanleger. Im FMH-Vergleich für WirtschaftsWoche online ist es allerdings nicht aufgelistet, da die Anlagesumme im Vergleich zu Wettbewerbern mit maximal 10.000 Euro deutlich geringer ausfällt. Zudem sind die Einstiegskonditionen zum Markteintritt nur schwer vergleichbar mit den Bedingungen etablierter Marktteilnehmer.

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