Tagesgeld-Konditionen ING-Diba senkt erneut die Zinsen

Auch der Marktführer bei Tagesgeld kann sich dem Sog der Mini-Zinsen nicht entziehen. Ab Mitte Juni passt die Direktbank ihre Zinskonditionen nach unten an. Damit zählen sie immer noch zu den besseren der Branche.
Sparer der Direktbank müssen ab Juni mit weniger Zinsertrag leben. Quelle: dpa
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Sparer der Direktbank müssen ab Juni mit weniger Zinsertrag leben.

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DüsseldorfViel gibt es ohnehin nicht mehr für Tagesgeld - doch selbst das Wenige schmilzt weiter. Bei der ING-Diba verzinst sich das Ersparte auf dem Tagesgeldkonto nur noch bis zum 14.6. mit 0,5 Prozent. Danach müssen sich Kunden, die nicht mehr als 100.000 Euro zur Seite gelegt haben, mit 0,35 Prozent zufrieden werden. Für Guthaben, die über der Marke von 100.000 Euro liegen, gibt es gerade noch 0,15 Prozent.

Zuletzt hatte das Institut seine Tagesgeldkonditionen Mitte Dezember 2015 nach unten angepasst.

Das Angebot des Tochterunternehmens der niederländischen ING Groep gehört damit aber immer noch zu den vergleichsweise besseren. Viele Banken - und vor allem Sparkassen - zahlen gar keine Zinsen mehr für Guthaben, die sich Sparer jederzeit auszahlen lassen können. Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox aus dem vergangenen April zeigte, dass der Großteil der Geldhäuser noch maximal 0,05 Prozent Zinsen bietet. Auf Tagesgeldkonten von fast 100 Kreditinstituten gab es gar keinen Zinsertrag mehr, wenn Kunden 10.000 Euro anlegen.

Bei diesen Banken drohen Kunden zu fliehen
Wechselbereite Kunden
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Rund sieben Prozent aller Bankkunden erwägen, ihr Institut in den kommenden 24 Monaten zu wechseln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Consulting-Agentur Investors Marketing vom Mai 2016. Damit sitzen rund 3,4 Millionen Bankkunden finanziell auf „gepackten Koffern“. Wo der größte Schwund zu erwarten ist, zeigt das folgende Ranking.

Platz 1: ING Diba
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Sieger in Sachen Kundentreue ist der Umfrage zufolge die Direktbank ING Diba. Sie hat zwar nur in vier deutschen Städten Filialen: in Frankfurt, Hannover, Nürnberg und Berlin. Dennoch scheinen Kunden der Bank besonders zufrieden. Nur 3,5 Prozent der befragten Kunden gaben an, das Institut in den nächsten 24 Monaten verlassen zu wollen – gerade einmal halb so viele wie im Durchschnitt.

Platz 2: Sparkasse
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Kunden der Sparkassen schätzen offenbar Beständigkeit und Zuverlässigkeit – kein Wunder, dass nur wenige mit dem Gedanken spielen, das Institut zu wechseln. In der Umfrage waren das lediglich 6,6 Prozent. Dabei haben zuletzt gerade Sparkassen mit Gebührenerhöhungen für Girokonten für Schlagzeilen gesorgt.

Platz 3: Volks- und Raiffeisenbanken
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Auch die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken zählen – wie die Sparda- und PSD-Banken – zu den Genossenschaftsbanken. Ihre Kunden scheinen relativ zufrieden. Jedenfalls gaben nur 7,2 Prozent der befragten Kunden an, wechselbereit zu sein.

Platz 4: Targobank
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Rund vier Millionen Kunden pflegen derzeit eine Geschäftsbeziehung zur Targobank – nur 8,8 Prozent von ihnen sind in den nächsten zwei Jahren bereit, das Institut zu wechseln. Damit liegt die Bank allerdings immer noch 1,8 Prozent über dem Durchschnitt.

Platz 5: Comdirect
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Ähnlich sieht es bei der Direktbank-Tochter der Commerzbank aus: Rund 9,1 Prozent der befragten Kunden wollen auch hier in den nächsten 24 Monaten zu einer anderen Bank wechseln.

Platz 6: Commerzbank
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Mit einer besonderen Form der Kundenorientierung glänzte in jüngerer Vergangenheit die Commerzbank. Erst wurde bekannt, dass das Institut seinen Kunden per sogenannten Cum-Ex-Geschäften zu Milliarden an unrechtmäßigen Steuerrückerstattungen verhalf. Nun steht das Institut erneut wegen sogenannter Cum-Cum-Geschäfte in der Kritik (Letzteres wurde erst nach Ende der Umfrage bekannt). Rund 9,1 Prozent der Privatkunden tragen sich mit dem Gedanken, das Institut bald zu verlassen.

Die niedrigen Sparzinsen sind eine unmittelbare Folge der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank der Euro-Staaten senkte im März nicht nur den Leitzins auf Null. Sie drückte auch den negativen Einlagenzins weiter nach unten. Banken müssen nun einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen, wenn sie über Nacht überschüssiges Kapital auf Konten der Notenbank parken. Mit dem negativen Einlagenzins will die EZB die Kreditvergabe im Euroraum ankurbeln.

Ob die magere Zinskost den Deutschen das Kontensparen verleidet, ist dennoch wenig wahrscheinlich. Knapp 40 Prozent des Geldvermögens privater Haushalte – insgesamt gut zwei Billionen Euro – lagen zuletzt nach Angaben der Deutschen Bundesbank auf Konten und Sparbüchern.

ING-Diba-Kunden, die mit ihrem - immerhin noch kostenlosen - Girokonto ins Minus rutschen, berechnet die Bank übrigens einen effektiven Dispozins von 7,76 Prozent.

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