Tool der Woche
Der Nerd und das Sparbuch

Die digitalen Vorreiter unter den Deutschen sind bei der Geldanlage etwas speziell. Ihr liebstes Finanzprodukt ist das Sparbuch. Was hinter der Liebe für das traditionelle Produkte steckt und wo es hohe Zinsen gibt.
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Sie gelten als Vorreiter der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Sogenannte „Digital Natives“, 18- bis 24-Jährige, die mit dem Internet aufgewachsen sind, und „Early Adopters“. Letztere sind Technikfans, meist im Alter bis Mitte dreißig, die neue Smartphones und Tablet-Computer als Statussymbole sehen und Online-Anwendungen für diese Geräte voller Begeisterung nutzen.

Vielen klassischen Filialbankern erscheint diese Zielgruppe suspekt. Denn nicht jeder Bankberater versteht vom Internet so viel wie die jungen Kunden. Eine Studie der Postbank gibt jetzt aber Entwarnung. „Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, die das Internet bei der Beratung und der Anlage bietet, verhalten sich die digitalen Deutschen in Finanzfragen noch konservativer als die Gesamtbevölkerung“, erklärt Philip Laucks, Bereichsvorstand Direktbank bei der Postbank.

Die Befragung von 3.000 digitalen Vorreitern, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, zeigt: 47 Prozent der onlineaffinen Zielgruppe besitzt ein Sparbuch. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Gesamtbevölkerung. Kein anderes Anlageprodukt erfreut sich ähnlicher Beliebtheit. Nur jeder Dritte Nerd hat – ähnlich wie alle Bundesbürger – ein Tagesgeldkonto und nur jeder Fünfte besitzt ein Festgeld-Konto. Die Aktionärsquote ist mit 15 Prozent erstaunlich niedrig.

Wie kann es sein, das Menschen, die im täglichen Nachrichtenstrom aus dem Netz leben und denen weltweit alle Informationsmöglichkeiten über Geldanlage offenstehen, auf das traditionsreichste deutsche Sparprodukt setzen? Wird das Sparbuch vielleicht zu Unrecht von vielen Geldprofis belächelt?

„Sparbücher haben heutzutage eher einen emotionalen Wert, etwa als Geschenk für Kinder“, sagt Oliver Mihm, Vorstand der Unternehmensberatung Investors Marketing. „Im Vergleich zu flexibleren, zinsstärkeren Produkten wie Tagesgeld haben sie aktuell aber kaum eine Chance.“ Ein Vergleich der FMH Finanzberatung für Handelsblatt Online zeigt, welche Offerten die höchsten Zinsen bieten.

Kommentare zu " Tool der Woche: Der Nerd und das Sparbuch"

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  • PS: Ich zähle mich zu den Early Adopters, aber ein Smartphone ist kein Statussymbol, die Technik und Kommunikation ist der interessantere Aspekt.

  • Ernsthaft, liebes Handelsblatt? Ihr gebt die Euch die Antwort doch schon selber.

    "Sogenannte „Digital Natives“, 18- bis 24-Jährige, die mit dem Internet aufgewachsen sind, und „Early Adopters“. Letztere sind Technikfans, meist im Alter bis Mitte dreißig, die neue Smartphones und Tablet-Computer als Statussymbole sehen und Online-Anwendungen für diese Geräte voller Begeisterung nutzen."

    Mit anderen Worten: Schüler, Studenten, Azubis, Berufsanfänger, Nerds, also nicht gerade die Großverdiener, zumal Technik, PC, Tablet etc... auch entsprechendes Geld kostet. Woher soll dann noch das Geld kommen für Akten, Festgeld und andere Anlageformen?

    Ihr seid ja echt Witzbolde.

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