Tool der Woche Die geheimen Kosten der Online-Konten

Viele Gratiskonten sind nur scheinbar kostenfrei. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, welche versteckten Gebühren Banken erheben, die kaum ein Sparer kennen dürfte. Wofür Kunden alles zahlen müssen.
15 Kommentare
Der Schock sitzt tief: Manche Banken verlangen für Kontoauszüge per Post bis zu fünf Euro. Quelle: Getty Images

Der Schock sitzt tief: Manche Banken verlangen für Kontoauszüge per Post bis zu fünf Euro.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfMan sollte meinen, nichts sei einfacher als eine Online-Überweisung: Schnell die Kontodetails, den Betrag und die Transaktionsnummer in die Maske gehackt, und klick – das Geld ist auf dem Weg. Wehe nur dem, der in der Eile einen Zahlendreher übersieht. Denn das kann teuer werden, bis zu 20 Euro, je nach Bank. Genauso viel muss im Zweifel berappen, wer eine Überweisung nachträglich stornieren will. Auch wer vor einer Abbuchung zu wenig auf dem Girokonto liegen hat, zahlt: Allein für die Information, dass das Konto nicht gedeckt war, behalten einige Banken ein paar Euro ein.

Viele Kreditinstitute traktieren ihre Kunden mit Gebührenlisten, die 20 Seiten auch gern einmal übersteigen. Das Problem: Die wenigsten Kunden lesen sich solche Preis-Leistungs-Verzeichnisse tatsächlich durch – weil sie entweder nicht wissen, dass es sie gibt, oder weil sie sich die Mühe sparen wollen. Doch ist es riskant, sich allein auf die Kontobroschüre oder den Link zur Kontoinformation im Internet zu verlassen. Denn manche versteckte Gebühr taucht hier gar nicht auf.

Wie einfallsreich sich Banken zeigen, wenn es um die Bepreisung von Online-Girokonten geht, hat die Frankfurter Finanzberatung FMH jetzt für Handelsblatt Online analysiert. Egal, ob es um eine Handvoll Kontoauszüge geht, um Überweisungen, Transaktionen am Selbstbedienungsterminal, um Einzahlungen oder Auszahlungen am Schalter oder am Automaten, um Abbuchungsaufträge, Zusatzkarten oder um den Dispokredit – bei den meisten Kreditinstituten, darunter vor allem die Sparkassen und Genossenschaftsbanken, kostet irgendetwas immer extra.  

Es fängt schon damit an, dass eine kostenlose Kontoführung nur einer gewissen Klientel zugutekommt. Die meisten Banken verlangen auch bei Online-Konten eine Mindestsumme, die jeden Monat gutgeschrieben werden muss, damit die Kontoführung kostenlos bleibt. 1000 Euro sind hier oft nur die Untergrenze. Wer die nicht schafft, muss im Jahr zwischen 18 und 60 Euro an die Bank abdrücken.

Neuerdings weichen einige Banken aber von der Zwangseinlage ab – und gehen über zum Produktzwang. Bei der Sparkasse Bremen und der Essener National-Bank erhalten etwa nur solche Kunden ihr Girokonto gratis, die auch andere Angebote des Hauses nutzen. Inhaber des Giroflexx-Kontos der Sparkasse Bremen etwa müssen aus acht Produktgruppen vier auswählen: ein Sparbuch, eine Unfallversicherung, ein Wertpapierdepot und einen Autokredit zum Beispiel. Wo Kontoführungsgebühren für das Girokonto wegfallen, häufen sich dann Depotgebühren und Kreditzinsen an. 

Die beliebtesten Gebühren
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Tool der Woche - Die geheimen Kosten der Online-Konten

15 Kommentare zu "Tool der Woche: Die geheimen Kosten der Online-Konten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • bei einem Bestand von 50.000 EUR im Depot ist alles, aber wirklich alle normalen Transaktionen, Maestro Karten, Visa, Kontoführung, Depotführung, Tagesgeldkonto, detaillierte jährliche Erträgnisaufstellung etc. bei der TARGOBANK kostenlos. Wenn ein Mitarbeiter echt physisch eine Überweisung abtippen muss oder man einen Scheck einreicht oder einen Kontoauszug von vor 8 Jahren braucht, dann kostet das. Ist doch auch klar, wenn sich jemand damit eine Viertelstunde beschäftigen muss. Sehe nicht, was daran verwerflich ist.

  • Da stimme ich Ihnen zu. Die Leute verschulden sich dann viel schneller ... weil sies können. Jeder verantwortungsbewusste Bankberater würde dem einen Riegel vorschieben ... und muss dann mit ansehen, wie die Kunden dann die Bank wechseln, weil sie nicht unendlich Dispo bekommen.

  • natürlich arbeiten die mit dem Geld der Kunden - das liegt doch in der Natur der Sache. Nur so funktioniert das Ganze und nur so sind die Leute in der Lage auch einen Kredit fürs Haus aufzunehmen, um sich jahrelang der Zinsknechtschaft hinzugeben, und nachdem das Haus abbezahlt ist, nochmal fast die gleiche Summe in Endstandhaltung zu investieren !

  • @Herr_schmeiss_Hiere_ra
    Sicherlich sind einige der aufgeführten Gebühren für den ein oder anderen etwas verwunderlich, aber ich gebe Konsum-Heuchler insofern Recht, als dass er einen wunden Punkt bei vielen getroffen hat. Sehr viele Menschen in dieser Republik haben keinen Durchblick was ihre Finanzen anbetrifft. Sie sind der Meinung vernünftig zu wirtschaften, aber jammern oder nörgeln (objektiv betrachtet) an der falschen Stelle. Oftmals wird sich ein Luxus oder ein Lebensstandard erlaubt, den man sich eigentlich gar nicht leisten kann. Oder man glaubt (iPhone-Vergleich) man habe ein gutes Geschäft gemacht. Und Schuld daran, wenn etwas nicht hinhaut wie es sollte oder man sich über etwas erdreistet (was nüchtern betrachtet aber dennoch absolut Sinn macht), sind immer die anderen ,in dem Fall die Banken. Sie müssen nicht irgendeine "Bevormundungspartei" erwähnen, das hat nichts damit zu tun. Aber nehmen wir mal das Beispiel "Dispozinsen". Zum einen kann man Zinsen mit Zinsen nicht vergleichen, da sie über verschiedene Geldmengen (M1, M2 und M3) in den Wirtschaftskreislauf gelangen zum anderen auch unterschiedliche Funktionen haben. Wären die Dispozinsen nicht so hoch, dann würden mindestens 60% aller Salden auf Privatkonten mit einem negativen Vorzeichen versehen sein. Und dass über 183 Tage im Kalenderjahr. Darüberhinaus bin ich mir absolut sicher, dass die Überschuldung der privaten Haushalte mit sinkendem Dispozins oder Zinsen für Ratenkredite proportional steigt. Das zumindest in der gegenwertigen Situation (finanzpolitisch und gesellschaftlich gesehen). Gewisse Gebühren der Banken (nicht alle wohlbemerkt) machen aber mehr Sinn als man glaubt, bzw. als auf den ersten Blick ersichtlich. Man muss sich hierzu nur detaillierter mit der Materie auseinandersetzen und die Hintergründe kennen und verstehen (und auch verstehen wollen).

  • @Konsum-Heuchler
    Was ist daran verwerflich, wenn jemand "Gebühren", ich würde lieber "Abzockerei" dafür sagen, genau kennt und auf diese Geldschneiderei empfindlich reagiert! Das Gegenteil ist doch Schwachsinn und ermöglicht erst derart dreistes Abzocken: sich nicht über den Markt zu informieren. Wofür im übrigen die Leute ihr Geld gerne ausgeben, und sei es ein teures Auto oder iPhone, geht niemend, auch dich! einen ...dreck an, die gesinnungsschnüffelnde Bevormundungspartei hat bei der Wahl eine deutliche Niederlage eingefahren! Bitte keinen Rückfall! Deine Bemerkung über "Schulden" läßt darauf schließen, daß du bezüglich des täglichen Lebens und davon, wie Banken funktionieren, mit keinerlei Ahnung belastet bist! Das "hahahaha" paßt hervorragend zu deinem Beitrag, es ist das beste an dieser Absonderung und nimmt die Reaktion eines jeden Lesers mit ein bißchen Durchblick vorweg!

  • immer das gleiche - Banken sind böse weil sie Gebühren verlangen und alle Menschen sind ja zu blöd um zu entscheiden wo und wie sie einen Kontovertrag abschließen.
    Erst wenn gesetzlich geregelt ist ,dass jeder Mensch ein kostenloses Giro hat und auch kein Geld für den Dispo zahlen muss und keine Kosten hat bei fehlerhafter Nutzung des Kontos (z. B. Rücklastschriften, falsche Überweisungen) wird die Presse zufrieden sein. Also: Weg mit den Banken - her mit EINER staatlichen Bank auf Staatskosten.

  • Genau! Sparkassen und Volksbanken können gar nicht "Direktbank" - die tun es nur aus der Not. Wer also wirklich Direktbank will, sollte auch zu einer solchen gehen!

  • Das finde ich schon bemerkenswert wie Preisempfindlich (wir sprechen ja i.d.R. von reinen Kontoführungsgebühren von max. 10,-- € pro Monat/Privatkunde) die Leser, welche ich einem überdurchschnittlichem Gehaltssegmnet zuordne sind. Da kennen einige wohl diverse Gebührentabellen auswendig.

    Die gleiche Klientel ist nach meiner Erfahrung gar nicht Preisempfindlich und verfügt über IPhone inkl. All-In-One-Flatrate für € 50,-- p.M. Und auch beim Auto werden teuere Extras bestellt, die eigentlich keiner braucht oder anders billiger verfügbar sind (z.B. Navi = Google Maps).
    Komisch ist die Welt!
    Und wenn ich das lese....."die arbeiten mit meinem Geld"
    lustig...die meisten haben nur Schulden für ihre überteuerten Häuser, Leasingverträge für Autos die jeden Monat tausende € an Wert verlieren.
    Und Millionäre bekommen sowieso ganz andere Konditionen....hahahahhaha

  • Wenn Sie es nicht merken und gleichzeitig glauben!...

  • Ist doch alles halb so wild - Von wegen Gebührenabzocke. Als Kunde liebe ich Gratiskonten, aber mir ist auch klar, dass eine Bank kein gemeinnütziger Sozialverein ist. Wenn ich zu träge oder zu dämlich bin, um ein Online-Überweisungsformular korrekt auszufüllen, so dass ein Bankmitarbeiter nacharbeiten muss, dann muss ich halt nachzahlen. Und wenn mich das ärgert, dann ist das Discount-konzept vielleicht doch nichts für mich. Dann kann ich stattdessen zur Volksbank gehen und gleich vorab hundert Euro jährlich auf den Tisch blättern (in Kleinst-raten übers Jahr verteilt), und schau her: Keine Strafgebühr wird mich mehr dran erinnern, wie blöd ich bin.

    20 Seiten Gebührverzeichnis sind natürlich zu viel des Guten, aber das muss die Bank schon mit sich selber abmachen. Jede Gebühr riskiert ja den Kunden zu ärgern und zu verscheuchen - Aber mancher Discounter legt es wohl drauf an, da nicht jeder Kunde beim Discount auch hingehört.

    Ich jedenfalls bleib beim Discounter. Lieber zahl ich 20 Euro für einen eigenen Fehler als 12 x 5 Euro Pauschal für sowohl eigene Fehler als auch die freundliche Mitarbeiterhilfe für Oma Meier nebenan. Klingt vielleicht unsolidarisch, aber jeder muss halt sehen, wo er bleibt. Die Meiers schenken mir ja auch nichts.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%