Tool der Woche Wo Geldanleger günstig handeln

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Die günstigsten Depot-Anbieter

Wie sehr die Kosten für die Depotverwaltung und den Handel zu Buche schlagen können, zeigt das Beispiel eines Kunden mit hohem Umsatz. Da fast alle Online-Broker auf fixe Verwaltungsgebühren für das Depot verzichten und sich auf Entgelte für die einzelnen Orders beschränken, verursachen Kunden die häufig umschichten hohe Kosten. Bei 250 Orders von durchschnittlich 2.000 Euro pro Jahr und einem Depotvolumen von 300.000 Euro, werden selbst bei Lynx, dem günstigsten Online-Broker in dieser Kategorie, noch 1.450 Euro fällig. In diesem Falle lohnt der Preisvergleich: Der teuerste Online-Broker verlangt 6.250 Euro.

Der Vergleich gilt nur für die Standard-Konditionen. „Immer mehr Online-Broker locken mit einer beinahe unüberschaubaren Flut an Sonderaktionen“, sagt Herbst. Comdirect wirbt etwa mit einer „ETF-Ofensive“ mit 3,90 Euro pro Order bis zu einem Limit von 25.000 Euro und reduzierten Ordergebühre für Neukunden. Die ING Diba verzichtet bis Jahresende auf Orderprovisionen für Aktien- oder Zertifikatesparpläne. Die Onvista Bank verzichtet bei Fonds auf die Ausgabeaufschläge. Je nach individuellen Anlageinteressen können auch andere Anbieter interessant sein.

Bei einem Wechsel der Depotbank fallen keine Kosten an. Der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung aus dem Jahre 2004 erklärt, dass die alte Bank keine Gebühren für den Wechsel berechnen darf. Begründung: Die Bank würde bei einem Wechsel lediglich ihrer gesetzlichen Pflicht zur Herausgabe der Wertpapiere nachkommen, die sie im Auftrag des Kunden aufbewahrt hat.

Keine gesetzlichen Vorgaben gibt es dafür, wann der Wechsel abgeschlossen werden muss. In der Praxis dauert die Übertragung auf die neue Depotbank maximal einige Tage. Steuersparer sollten der neuen Bank den Auftrag erteilen, Verlustverrechnungstöpfe für die Abgeltungssteuer und den Verrechnungstopf für ausländische Quellensteuer ebenfalls zu übertragen. Das verläuft in der Praxis nicht immer automatisch. Auch wenn nur ein Teil der Wertpapiere zu einer neuen Bank wechseln sollen, ist das möglich.

Vergleich
Die günstigsten Depotbanken
Der erste Vergleich gilt für einen konservativen, vermögenden Kunden mit sechs Orders pro Jahr mit einem durchschnittlichem Volumen von 10.000 Euro. Das Depot hat einen durchschnittlichen Wert von 120.000 Euro. Die Auswertung der FMH Finanzberatung listet die Konditionen von 17 Online-Brokern, die fünf bestplatzierten werden jeweils aufgeführt. Sonderaktionen werden nicht berücksichtigt.  
AnbieterProduktnameOrderkosten in Euro p.a.Gesamtkosten in Euro p.a.
Flatex Online-Broker35,4035,40
LYNX BrokerWertpapierdepot84,0084,00
PostbankPostbank Depot119,70119,70
NetbankWertpapierdepot119,90119,90
NIBC DirectEinfach Invest-Depot143,40143,40
Teuerster Onlinebroker im Vergleich179,70202,80 *
*Inklusive 23,40 Euro Depotkosten. 
Ein durchschnittlicher Kunde mit acht Orders pro Jahr mit im Schnitt 5500 Euro Volumen und einem Depotvolumen von 65.000 Euro im Schnitt zahlt kaum mehr als der vermögenden Kunde im ersten Vergleich. 
AnbieterProduktnameOrderkosten in Euro p.a.Gesamtkosten in Euro p.a.
Flatex Online-Broker47,2047,20
LYNX BrokerWertpapierdepot61,6061,60
DKBDKB-Broker80,0080,00
Deutsche Bank maxbluemaxblue Depot110,00110,00
ING-DiBa AGDirekt-Depot110,00110,00
TargobankWertpapierdepot110,00110,00
WüstenrotTop Depot110,00110,00
Teuerster Onlinebroker im Vergleich 200,00200,00
Der aktive Kleinanleger gibt pro Jahr 16 Orders im Volumen von im Schnitt 2.500 Euro ab. Im Depot liegen im Schnitt nur 35.000 Euro. Die erhöhte Zahl an Käufen und Verkäufen sorgen für steigende Kosten. 
AnbieterProduktnameOrderkosten in Euro p.a.Gesamtkosten in Euro p.a.
LYNX BrokerWertpapierdepot92,8092,80
Flatex Online-Broker94,4094,40
Deutsche Bank maxbluemaxblue Depot126,40126,40
TargobankWertpapierdepot142,40142,40
ING-DiBa Direkt-Depot158,40158,40
NIBC DirectEinfach Invest-Depot158,40158,40
WüstenrotTop Depot158,40158,40
Teuerster Onlinebroker im Vergleich 400,00400,00
Teuer wird es für den Börsenspekulanten. Für 250 Orders von im Schnitt 2.000 Euro berechnen die Onlinebroker bei einem durchschnittlichen Depotvolumen von 300.000 Euro vierstellige Gebühren.  
AnbieterProduktnameOrderkosten in Euro p.a.Gesamtkosten in Euro p.a.
LYNX BrokerWertpapierdepot1.4501.450
Flatex AGOnline-Broker1.4751.475
Deutsche Bank maxbluemaxblue Depot1.9751.975
TargobankWertpapierdepot2.2252.225
ING-DiBa Direkt-Depot2.4752.475
Comdirect Comdirect Depot2.4752.475
NIBC DirectEinfach Invest-Depot2.4752.475
NetbankWertpapierdepot2.4752.475
WüstenrotTop Depot2.4752.475
Teuerster Onlinebroker im Vergleich 6.2506.250
Quelle: FMH-Finanzberatung. Stand: 22.07.2013
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7 Kommentare zu "Tool der Woche: Wo Geldanleger günstig handeln"

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  • @XY-Trader
    hab nochmal die Homepages der Anbieter gesichtet und außer Comdirect und DAB bietet auch der zweite Broker im Vergleich LYNX den Handel mit Eurex-Produkten an und anscheinend auch sehr günstig.

    @BuergerBuerge

    einen guten schweizer Broker kenne ich leider nicht

  • Und alle bieten zwar Discount-Zertifikate aber bis auf Comdirect und DAB hat bisher kein einziger es geschafft, die EUREX Produkte anzubieten. Warum eigentlich?

  • @Florian und DIV
    So habe ich das auch gelesen...für ausländische Positionen.
    Wenn man nur innländisch handelt, sind die 5,90€ respektive 7€ günstig.
    Beim Vergleich mit Consors zahle ich z. bsp. für $/€ Zertifikate bei 5000€ Volumina fast 15€.
    DKB hatte ich auch schon im Auge, aber da spart man nicht so viel. Mann muss eben je nach Gewichtung Zugang zu div. Brokern aufbauen.

    @All
    Hat jemand aus eigener Erfahrung einen guten ausländischen Broker an der Hand? CH würde mich da va. interessieren.

  • Liebe HB Reaktion.
    Grottenschlecht bei Flatex nachgelesn. Der wichtigste Punkt für echte Anleger sind die Dividendenzahlungen. Pro Zahlung verlangt der Anbieter 5 Euro "Bearbeitungsgebühr" ( Seite 2 https://konto.biw-bank.de/formularcenter_bank/public/1300100.pdf) Für Anleger mit vielen US Aktien ein No Go.

    Setzen 6.!!

  • Sehr geehrte Redaktion,
    ich habe mir ihren Vergleich einmal etwas näher betrachtet und die Preise der Anbieter auf der jeweiligen Homepage verglichen. Bei Flatex haben Sie die Gebühren des außerbörslichen Direkthandels angesetzt hingegen bei anderen Brokern die Ordergebühren für Trades an der XETRA. Wenn man nämlich bei Flatex auch die Gebühren des XETRA-Handels betrachten würde, da wäre das Minimum pro Order bei 7 Euro und Flatex würde in dem Vergleich nicht mehr ganz so gut dastehen. Trotzdem ein guter Vergleich.

    Viele Grüße
    Ein interessierter Leser

  • Günstig handeln ist doch wohl heutzutage das geringste Problem - wo bekomme ich gute Informationen her, das ist doch der Knackpunkt! Betreuung, Beratung und Service - und am Jahresende ein super Ergebnis darum geht's doch. Der Rest ist für die Sparbrötchen, die mit einem Sparbuch am besten fahren. Abzüglich Abschlagsteuer - eingeführt von einem Herrn Steinbrück und der gefühlten Geldentwertung von 10% sowieso ein Bombengeschäft. Ob ich mir da noch 0,001 Gebühren spare ist eine ziemlich hirnrissige Überlegung.

  • Ich habe diverse Broker durchprobiert und bin bei der DKB hängengeblieben, keine Verwaltungskosten und günstige Orderkosten von 10-20 Euro. Was auch wichtig ist, man bekommt den Briefkasten nicht zugemüllt mit Printbriefen betr. Dividenden, Orderbestäigungen und -streichungen was mich bewogen hat, die netbank zu verlassen, die eigentlich auch recht günstig ist. Was flatex betrifft, so sollte man im Kleingedruckten der AGB lesen, dass die einen gewissen Prozentsatz der erhaltenen Dividenden einstreichen und damit nur für Vieltrader in Frage kommen

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