Tool der Woche: Ratenkredite
Wo gute Schuldner gute Zinsen kriegen

Die Weihnachtszeit naht, Konsumkredite haben wieder Hochkonjunktur. Die Zinsen von mehr als der Hälfte der Kredite richten sich nach der Bonität der Kunden. Ein Vergleich zeigt, welche Darlehen besonders günstig sind.

Was ein Banker wirklich von seinen Kunden hält, merkt dieser spätestens dann, wenn er einen Kredit beantragt. Denn beste Konditionen gibt es nur bei einer guten Kreditwürdigkeit. Beim Aussieben von Kunden mit hohem Ausfallrisiko setzen die Institute auf zwei Varianten. Es gibt einerseits Kredite zu konstanten Zinsen für alle Kunden.

Wer hier die Erwartungen des Instituts an die Zahlungsfähigkeit aber nicht erfüllt, erhält kein Darlehen. Ein anderes Modell: Kredite mit variablen Zinsen, die sich je nach Bonität verändern. Hier gilt die Regel: Je geringer das Risiko auf Zahlungsausfall, desto niedriger der Zins.

Wie günstig solche Darlehen mit unterschiedlichen Zinssätzen sein können, zeigt ein Vergleich der FMH-Finanzberatung für vier verschiedene Szenarien. Für einen Kredit in Höhe von 10 000 Euro verlangt die Barclaysbank bei Top-Kreditwürdigkeit einen Zins von 2,45 Prozent (siehe Tabellen am Ende des Artikels). „Kunden sollten auch bei regionalen Anbietern nachfragen“, sagt FMH-Inhaber Max Herbst. Die Sparkasse Leipzig offeriert solche Darlehen schon für 1,76 Prozent. Die individuell günstigsten Konditionen finden Interessenten mit dem Ratenkreditvergleich von Handelsblatt Online.

Der Vergleich zeigt aber auch, wie hoch die Sätze bei vermeintlich schlechten Schuldnern liegen können. Bei Auxmoney, einer Kreditplattform, auf der private Anleger ihr Geld verleihen können, wird im Schnitt ein Zins von gut zwölf Prozent fällig. Zum Vergleich: Dispokredite kosten im Schnitt weniger als zehn Prozent.

Wie genau die Banken die Bonität berechnen, ist Geschäftsgeheimnis. Statistische Systeme berechnen die Ausfallwahrscheinlichkeit. Kunden erfahren nicht, warum sie in eine bestimmte Bonitätsklasse einsortiert werden. „Die Bank greift bei der Prüfung in erster Linie auf Angaben zurück, die der Kunde selbst der Bank gegenüber macht“, sagt Oliver Mihm, Vorstand der Beratung Investors Marketing.

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