Tool der Woche
So riestern Sie richtig

Vor Jahresende schnell noch einen Riester-Vertrag abzuschließen kann eine gute Idee sein. Es kommt aber auf das richtige Produkt an. Ob sich Wohn-Riester zur Immobilienfinanzierung lohnt, zeigt ein Vergleichsrechner.
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FrankfurtJetzt schnell noch staatliche Zulagen sichern – mit dieser Aufforderung werden dieser Tage Riester-Verträge beworben. Wer bis Ende des Jahres einen Vertrag abschließt, bekommt die vollständige Zulage für 2016. Doch Vorsicht, die Angebotsauswahl bei Riester ist breit und die Qualitätsunterschiede groß. Von manchen Produkten raten Verbraucherschützer nachdrücklich ab, bei anderen dagegen kann der Verbraucher kaum etwas verkehrt machen.

Riester-Verträge dienen der Altersvorsorge und sollen helfen, die gesetzliche Rente aufzustocken. Die staatliche Förderung erhalten alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, aber beispielsweise auch Beamte. Pro Jahr gibt es eine staatliche Zulage von bis zu 154 Euro.

Die volle Zulage erhält, wer vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Brutto-Jahresbruttoeinkommens in den Vertrag einzahlt, maximal jedoch 2100 Euro – abzüglich der Zulagen. Pro Kind gibt es eine Zulage von 185 Euro – und sogar jeweils 300 Euro, wenn die Kinder ab 2008 geboren wurden. Dies gilt solange wie die Eltern Anspruch auf Kindergeld haben.

Ein Rechenbeispiel: Eine Mutter zweier nach 2008 geborener Kinder hat ein Jahresbruttoeinkommen von 30.000 Euro. Vier Prozent davon sind 1200 Euro. Abzüglich ihrer Zulagen in Höhe von 154 Euro und zwei Mal 300 Euro bleibt noch ein Einzahlungsbetrag in Höhe von 446 Euro. Die Förderung ist also höher als der Betrag, den die Mutter selbst für den Vertrag aufbringen muss. Für Familien kann sich Riester also vor allem wegen der Zulagen lohnen. Aber auch kinderlose Gutverdiener können profitieren, indem sie ihre Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Soweit die Theorie. In der Praxis wurden seit 2001 bereits 16,5 Millionen solcher Verträge abgeschlossen. Mit rund 11 Millionen handelt es sich laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei der Mehrheit um Versicherungsverträge, gefolgt von 3,1 Millionen Investmentfonds-Verträgen, 1,6 Millionen Wohnriester-Verträgen und nicht einmal 800.000 Banksparverträgen.

Kommentare zu " Tool der Woche: So riestern Sie richtig"

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  • Zudem steigt mit dem Bruttojahreseinkommen, auch der staatliche Förderbeitrag!
    Das heisst, wer mehr Brutto verdient, erhält auch einen prozentual höheren staatlichen Zuschuß, obwohl er diesen Mehrzuschuß eigentlich überhaupt nicht benötigt.

    Z. Bsp. Männlicher Single, Arbeitnehmer, kinderlos.

    Bei 20.000 € Bruttojahresverdienst erhalte ich eine staatliche Förderung von 27% = 572 € von 2100 €.
    Bei 60.000 € Bruttojahresverdienst erhalte ich eine staatliche Förderung von 42% = 872 € von 2100 €.

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • @Herr Alexandros Kitsikoudis, 16.12.2016, 17:00 Uhr

    "Das Problem bei der Riester-Rente ist die Laufzeit. Die meisten abgeschlossenen Verträge gehen dabei von einer Laufzeit von 35-45 Jahren aus."

    Eben. Wir wissen in diesen geradezu irrwitzigen Zeiten des gesellschaftlichen und technologischen Wandels, in denen "alte Gewissheiten" in immer atemberaubenderem Tempo gleich reihenweise über den Haufen geworfen werden doch nicht mal, was in 2 oder 5 Jahren sein wird.

    Und: "(...) da das Angesparte sowie vorhandene Vermögenswerte auf die Sozialhilfe angerechnet wird. Es gibt zwar Freibeträge (...)": Das ist echt das "Sahnehäubchen".

    Leute...

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