Tool der Woche
So werden Sie Ihre Lebensversicherung wieder los

Baby, neuer Job, Trennung: Viele Lebensversicherte müssen vor Ablauf der Police an ihr Geld heran. Bislang schien eine Kündigung dafür die einzige Möglichkeit. Nun können Kunden unter bestimmten Umständen widersprechen.
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DüsseldorfEinen guten Monat ist es her, dass der Branchenverband der deutschen Versicherungswirtschaft GDV die neuen Zahlen zu den Lebensversicherungen veröffentlicht hat. Die Neuabschlüsse waren rückläufig, die Beitragssummen gesunken – das schmerzte. Da kam diese gute Nachricht gerade recht: Die Stornoquote für Lebensversicherungen lag so niedrig wie in 20 Jahren nicht. 3,2 Prozent aller Verträge seien demnach 2013 gekündigt worden. „Im aktuell schwierigen Umfeld ist dies als Vertrauensbeweis der Kunden in ihre Lebensversicherung zu werten“, soweit der Kommentar des Verbandes.  

Schaut man genauer hin, ist auch eine Stornoquote von 3,2 Prozent pro Jahr immer noch ein starkes Stück. Würde man – nur mal angenommen – für die nächsten 30 Jahre diese Quote an jährlichen Kündigungen ansetzen, hätte von 100 Versicherten nach zehn Jahren etwa ein Viertel, nach 20 Jahren knapp die Hälfte und nach 30 Jahren gut 60 Prozent aller Kunden ihren Vertrag aufgegeben.

„Nach wie vor hält die Mehrheit der Lebensversicherten ihren Vertrag nicht bis zum Ende durch“, benennt der unabhängige Versicherungsberater Thorsten Rudnik das Problem. Und nach wie vor müssen diese Kunden in aller Regel einiges an Geld beim Versicherer lassen, wenn sie sich – weil sie das Geld an anderer Stelle benötigen – von ihrem Vertrag trennen müssen. Vor allem die über die ersten fünf Jahre anfallenden Abschlusskosten eines Vertrags bekommen die Kündiger nicht wieder zu Gesicht.

Bislang hatten Kunden, die schnell an ihr Geld kommen mussten, kaum eine andere Möglichkeit als ihren Vertrag mit Verlust zu kündigen. Seit knapp drei Monaten aber gibt es für die, die ihre Lebenpolice zwischen 1995 und 2007 abgeschlossen und erst nachträglich die Vertragsunterlagen erhalten haben, unter Umständen eine Alternative. Der BGH hatte Anfang Mai geurteilt, dass Versicherte ihrem Vertrag auch noch nach Jahren widersprechen und Zahlungen rückabwickeln lassen können. Die Bedingung: Die Versicherten müssen nachweisen, dass sie nicht richtig über ihr Widerspruchsrecht belehrt worden sind (Az. IV ZR 76/11).

„Ein Widerspruch dürfte für den Kunden mit hoher Wahrscheinlichkeit besser sein als eine Kündigung, bei der Versicherer in der Regel hohe Abschläge beim Rückkaufswert berechnen“, glaubt Rudnik. Für Kunden, die heute eine Kündigung erwägen – oder bereits gekündigt haben – lohne es sich daher in jedem Falle, sein Vertragswerk noch einmal hervorzukramen und nach der genauen Belehrung zu suchen.

Hat der Versicherer im Anschreiben mit Übersendung der Police nicht über den Widerspruch belehrt? Verschwindet die Belehrung im Fließtext oder auf späteren Seiten, wo der Kunde sie nicht mehr erwartet und ist nicht ausdrücklich abgesetzt oder mit Fettschrift hervorgehoben? In all diesen Fällen haben Kunden, laut Rudnik, eine Chance, den Widerspruch auch durchzusetzen.

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Versicherer weisen Widersprüche zurück

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