Tool der Woche
Welche Banken die Dispo-Zinsen senken

Nach der letzten Zinssenkung der EZB und dem Druck aus der Politik, reduzieren viele Banken ihre Dispozinsen. Eine Auswertung zeigt, welche Institute ihre Sätze anpassen. Bei einigen Banken geht es kräftig runter.
  • 15

DüsseldorfWenn es jemals Zweifel daran gegeben hat, dass die „Bild“-Zeitung als eine Art Bibel für Politiker gilt, dann dürfte die aktuelle Diskussion um Dispokredite diese ausräumen. Nach einer Umfrage des Boulevard-Blattes unter zehn Banken kam heraus, dass die meisten Institute der Stichprobe die Sätze um 0,1 Prozentpunkt senken möchten.

Damit folgt die Mehrzahl der Institute aus der „Bild“-Stichprobe den Vorgaben der Europäischen Zentralbank. Die Institute sind verpflichtet, ihre Dispozinsen an einen Referenzzins zu binden, etwa den Leitzins oder den Euribor. Bei sinkenden Zinsen müssen sie innerhalb einer bestimmten Frist ihre Sätze nach dieser Vorgabe anpassen. Stärkere Senkungen sind natürlich auch erlaubt.

Die Opposition nahm die Vorlage vom Boulevard gierig an. „Die aktuellen Zinssenkungen sind ein schlechter Witz“, wetterte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch. Kritik kam auch von den Linken. Beide Oppositionsfraktionen fordern gesetzliche Obergrenzen für Dispozinsen.

Genau diese Obergrenze war Wahlkampfthema von SPD-Kandidat Peer Steinbrück. In den Koalitionsverhandlungen hat die CDU der SPD eben diesen Wunsch aber verwehrt. Stattdessen soll die Bank den Kunden warnen, bevor er in den Dispo rutscht und günstigere Kreditalternativen anbieten.

Kein Grund für Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, trotzdem unverdrossen eine Senkung der Dispozinsen zu fordern. „Wenn Banken gleichzeitig für die Inanspruchnahme von Dispokrediten völlig überzogene Zinsen nehmen, ist das aus Sicht der Verbraucher unverständlich,“ sagte Billen.

Kommentare zu " Tool der Woche: Welche Banken die Dispo-Zinsen senken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Tja, Herr Olaf Kumpfert,

    wer den Wiso-Bericht mit der "Kredit-Oma" als Bewertungsmasstab für Arbeit der Banken heranzieht, der hat offensichtlich wenih Kenne vom Bankgeschäft. Denn in der Bericht strotzte nur so von Fehlern. Da sollte man sich eher beim ZDF beschweren, dass dort für so einen Müll unsere Zwangsabgaben verschwendet werden.
    Die anderen Unterstellungen von oben kann ich nicht bestätigen. .Habe in meinem Lebenslauf 3 Banken/ Sparkassen als Arbeitgeber vorzuweisen und keines der Argumente habe ich so je erlebt.

  • Wenn hier schon von Transparenz geschrieben wird, ist es sicher auch dem interessierten Leser gegenüber möglich, dass hier einmal alle "Zuwendungen" i.S. von WpHG/MaComp zwischen:

    Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH & Co. KG, dern Töchter,deren übergeordneter Unternehmen sowie aller freischaffenden Mitarbeiter
    und der
    FMH-Finanzberatung e.K.

    offengelegt werden.

    Gibt es eigentlich auch eine XXX-Autoberatung, die sich gegen die Überführungskosten von Neuwagen einsetzt?

  • Banker werden nicht deshalb als "Bangster" bezeichnet, weil sie gewinnorientiert arbeiten. Das ist ihr Job, den jeder Unternehmer zu machen hat.

    Banker werden als "Bangster" bezeichnet,
    - weil sie einer WiSo-Oma die ein Kredit über 4.000 Euo haben will, 8.000 und mehr zu absurden Zinssätzen aufschwatzen.
    - weil sie Handwerkern und Bauherren raten ihre kurzfristigen Projekte über teure Kontokorrente zu finanzieren, weil dies billiger sein soll. Sie wissen, dass die Handwerker nicht in der Lage sind, die Zinsrechnung auf die zahlreichen Buchungen anzuwenden.
    - weil sie vertraglich 6 % vereinbaren, aber 7 % tatsächlich kassieren.
    - weil sie falsch Rechnen, weil sie wissen, dass die Bankenaufsicht BaFin bei ihrer Meinung bleibt, Banken dürfen falsch rechnen: "Geringfügige Fehler (der Banken-d.Verf.) können dann hingenommen werden, (…)". Die anschließende Begründung der BaFin, warum Banken falsch rechnen dürfen, finden Sie in "Zinsklau", S. 288.
    - weil sie die Zinssätze auf den Kontokorrenten (Dispos) nicht anpassen.
    - weil sie Unternehmen und Kommunen bei ihren Swaps einen festen Zinssatz versprechen, aber nicht halten und bei dieser Wette heimlich gegen den eigenen Kunden wetten (zB Dill und hunderte anderer).
    - weil sie ihren Kunden eine feste Kapitalanlage versprechen, tatsächlich aber in hochriskante Anlagen gehen.
    - weil sie bei Ende der Zinsfestschreibung einer Baufinanzierung, wenn die Kapitalnutzung weiter läuft, viel zu hohe Zinssätze berechnen. Die Kunden können ja nicht weg, die Bank weigert sich die Sicherheiten herauszugeben.
    - weil sie komplexe Immobilienfinanzierungen verkaufen, in denen für den Kunden nicht erkennbar mehrfache Provisionen für den Vermittler verstecket und im Vergleich zu einer Annuität viel zu teuer sind.
    - weil sie auf dem Girokonto Zinseszinsen kassieren, die laut BGB § 282 verboten sind.
    - weil, … das reicht, glaube ich, denn ich muss heute auch noch etwas arbeiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%