Tool der Woche
Wo Geldanleger günstig handeln

In Zeiten niedriger Renditen achten Anleger besonders auf die Kosten. Manche Online-Broker verlangen für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren fünfmal mehr als andere. Welche Institute günstige Depots anbieten.
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DüsseldorfDie fetten Jahre in der Geldanlage sind vorbei. „Die Renditeerwartungen für ein konservatives Portfolio bewegen sich im derzeitigen Umfeld zwischen etwa 2,5 Prozent bei einem Horizont von einem Jahr und jährlich 4,3 Prozent bei einem Anlagehorizont von zehn Jahren“, sagt Lars Edler, Leiter Taktische Asset-Allokation bei Sal Oppenheim.

Der Blick in die Vergangenheit schmerzt. Noch vor einigen Jahren waren langfristige Renditen von acht Prozent bei Renten und zwölf Prozent bei Aktien drin. Vor fünf Jahren lag bereits die Rendite einer zehnjährigen deutschen Staatsanleihe bei über vier Prozent. Heute liegt sie bei rund 1,7 Prozent. „Steigen die Zinsen, ist es bereits als Erfolg zu werten, wenn die Kursverluste nicht den Kupon aufzehren“, sagt Edler.

Die Aussichten sind ebenfalls nicht berauschend. Die Zinsen sind wegen der expansiven Geldpolitik der Notenbanken historisch niedrig. Trotzdem fürchten Anleger die Zinswende. Denn dann steigen die Risiken für Anleger: Bei Anleihen, deren Kurse in der Vergangenheit massiv von den fallenden Zinsen profitiert haben, drohen sogar Verluste.

Auch die Aktienmärkte reagieren empfindlich, wie die Kursverluste nach Äußerungen von US-Notenbankchef Bernanke nach der Juni-Sitzung der US-Notenbank zeigen. Bernanke sprach von einer absehbaren Drosselung der Anleihekäufe. „Das ist ein Zeichen dafür, dass ein Teil der Kursgewinne zuvor eher von der reichlich vorhandenen Liquidität als von steigenden Unternehmensgewinnen getrieben war“, sagt Edler.

Der Oppenheim-Banker macht Anlegern wenig Hoffnung. Viele Staaten und Privathaushalte würden aktuell Schulden abbauen. Ebenfalls wachstumshemmend sei die Entwicklung von Produktivität und Bevölkerung. „Auf die Aktienkurse wirkt das schwache Wachstum zum Teil dämpfend“, sagt Edler. Wie sollen Anleger auf diese Entwicklungen reagieren? Edler empfiehlt die Zusammensetzung im Depot den neuen Gegebenheiten anzupassen, etwa auf marktneutrale Strategien und Absolute Return setzten.

Das allein dürfte nicht in Zeiten von Minirenditen nicht reichen. „Anleger sollten auf ein effizientes Transaktionsmanagement achten, um Kostenbestandteile wie beispielsweise Brokergebühren minimieren“, sagt Edler. „Wir legen sehr viel Wert auf ein effizientes Kostenmanagement, denn dies ist bekanntlich der einzig wirkliche Free Lunch in der Vermögensverwaltung“.

Kommentare zu " Tool der Woche: Wo Geldanleger günstig handeln"

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  • @XY-Trader
    hab nochmal die Homepages der Anbieter gesichtet und außer Comdirect und DAB bietet auch der zweite Broker im Vergleich LYNX den Handel mit Eurex-Produkten an und anscheinend auch sehr günstig.

    @BuergerBuerge

    einen guten schweizer Broker kenne ich leider nicht

  • Und alle bieten zwar Discount-Zertifikate aber bis auf Comdirect und DAB hat bisher kein einziger es geschafft, die EUREX Produkte anzubieten. Warum eigentlich?

  • @Florian und DIV
    So habe ich das auch gelesen...für ausländische Positionen.
    Wenn man nur innländisch handelt, sind die 5,90€ respektive 7€ günstig.
    Beim Vergleich mit Consors zahle ich z. bsp. für $/€ Zertifikate bei 5000€ Volumina fast 15€.
    DKB hatte ich auch schon im Auge, aber da spart man nicht so viel. Mann muss eben je nach Gewichtung Zugang zu div. Brokern aufbauen.

    @All
    Hat jemand aus eigener Erfahrung einen guten ausländischen Broker an der Hand? CH würde mich da va. interessieren.

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