Umfrage in Deutschland
Viele Rentner leben über ihre Verhältnisse

Drei Viertel der Rentner in Deutschland haben finanzielle Probleme, wie eine Studie zeigt. Die meisten fahren Ausgaben zurück, die wenigsten bitten die Familie um Hilfe. Je älter sie werden, umso größer die Probleme.

Was passt so gar nicht, wenn man einen ruhigen und sorglosen Lebensabend verbringen möchte? Finanzielle Sorgen. Damit ist ein Großteil der Älteren in Deutschland aber konfrontiert. 73 Prozent aller Rentner und Pensionäre haben im Ruhestand bereits einen finanziellen Engpass erlebt. Nur 27 Prozent sagen, dass ihr Geldbedarf noch nie über den Einkünften lag.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Versicherungskonzerns Axa, der die finanzielle Flexibilität von Senioren und Rentnern untersucht hat. Wie wichtig finanzielle Flexibilität - also Liquidität - im Alter ist, wird einem Großteil mit zunehmenden Lebensjahren bewusst. Bei den 65- bis 69-Jährigen sagen noch 36 Prozent, dass der Finanzbedarf im Alter steigt und nicht fällt. Bei den 70- bis 74-Jährigen sind es schon 49 Prozent, 63 Prozent bei den 75- bis 79-Jährigen und immerhin 80 Prozent bei Menschen jenseits der 80 Jahre.

Als Hauptgründe für schwankenden Geldbedarf im Ruhestand geben Rentner eine möglicherweise auftretende Pflegebedürftigkeit sowie Kosten für Krankheiten an. Das erklärt auch, warum viele vor allem im späteren Jahren einen erhöhten Finanzbedarf sehen.

Die heutigen Berufstätigen schätzen das anders ein. Hier glaubt rund die Hälfte, dass schwankender Geldbedarf eher in den ersten Jahren des Ruhestands auftritt. Die Studie zeigt, dass sich viele Arbeitnehmer auf den Ruhestand freuen, insbesondere um reisen zu können und generell um mehr Zeit für womöglich kostenintensivere Freizeitaktivitäten zur Verfügung zu haben. Der Studie zufolge ist das aber eine Fehleinschätzung.

Wenn es um die Bewältigung der Finanznot geht, haben die Rentner unterschiedliche Strategien. Fast zwei Drittel der Rentner schraubt die Ausgaben zurück, wenn sie in Finanznot geraten. Jeweils ein Viertel verkauft in solchen Situationen Geldanlagen oder greift auf Erspartes zurück. Nur die wenigsten leihen sich Geld von der Familie (zwölf Prozent) oder bei Freunden (sieben Prozent).

Die Axa-Studie berücksichtigt nicht, dass sich Ältere zunehmend einen Job trotz Rente suchen. Laut statistischem Bundesamt ist das in den letzten Jahren ein zunehmend stärker auftretendes Phänomen. Im Jahr 2014 gingen demnach 14 Prozent der 65- bis 69-Jährigen einer bezahlten Tätigkeit nach. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch sechs Prozent. Binnen weniger Jahre hat sich also der Anteil arbeitender Rentner verdoppelt.

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