Ungewöhnliche Absicherung
Mit 15.000 Flaschen Wein zum Millionenkredit

Teure Weine werden von Banken häufig als Sicherheit für Darlehen akzeptiert. Vor allem reiche Kunden profitieren davon. Das ist allerdings riskant für Kreditinstitute. Denn auf dem Weinmarkt kursieren viele Fälschungen.
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Das sind liquide Vermögenswerte im wahrsten Sinne des Wortes. Goldman Sachs Group Inc. hat von einem früheren ranghohen Mitarbeiter fast 15.000 Flaschen edlen Weins als Sicherheit für einen Kredit akzeptiert. Das geht aus einer Pflichtmitteilung der Bank hervor. Bei dem Mann handelt es sich den Angaben zufolge um Andrew Cader, einen früheren Senior Director bei Goldman Sachs. Er hinterlegte in erster Linie französische Bordeaux- und Burgunder-Weine.

Die Transaktion sticht hervor. Zwar haben private Banken auch in der Vergangenheit schon bei Krediten an reiche Kunden Vermögenswerte wie Kunst und Immobilien als Sicherheit angenommen. Allerdings waren sie weniger gewillt, teure Weine zu akzeptieren, wie Bloomberg News von vier Spezial-Kreditgebern und Anwälten erfuhr.

Dabei haben sich Weine mit „Investmentgrade” in den letzten zehn Jahren besser entwickelt als der Aktienmarkt. Jedoch ist die Anlageklasse anfällig für Betrug gewesen. Milliardär William Koch beispielsweise reichte eine Reihe von Klagen wegen Fälschungen ein.

„Wir haben hier eine Menge sehr hoch bewerteter Weine”, sagt David Parker, der Chef der Benchmark Wine Group in Napa. Seinen Worten zufolge kommen die in der Pflichtmitteilung erwähnten Weine auf einen geschätzten Marktwert im unteren siebenstelligen US-Dollar-Bereich.

Cader selbst wollte sich gegenüber Bloomberg News über seinen Anwalt nicht zu dem Kredit äußern. Und Andrea Raphael, eine Sprecherin von Goldman Sachs Group Inc. in New York, erklärte: „Wir kommentieren keine Einzelkredite wegen der Kunden-Vertraulichkeit. Wir setzen aber grundsätzlich hohe Standards im Risiko-Management an und bewerten entsprechend jede Form von Sicherheiten bei allen Krediten.”

Während die US-Aufsichtsbehörden den Eigenhandel bei Investmentbanken beschränken, haben viele Finanzunternehmen ihre Privatkundengeschäfte ausgebaut. Diese sollen dabei helfen, verloren gegangene Erlöse auszugleichen. Superreiche Kunden dieser Banken sind daran interessiert, Vermögenswerte wie Kunst oder Wein als Sicherheiten einzusetzen. Denn diese hatten zuletzt deutlich an Wert gewonnen. Gleichzeitig verharrt das Zinsniveau seit über vier Jahren auf Tiefstständen.

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Fälschungen gefährden die Kreditgeschäfte

Kommentare zu " Ungewöhnliche Absicherung: Mit 15.000 Flaschen Wein zum Millionenkredit"

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  • "Mit 15.000 Flaschen Wein zum Millionenkredit."

    Aha, offenbar ging der positiven Entscheidung eine umfangreiche und gründliche Prüfung der Sicherheiten voraus.

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