Unisextarife sorgen für "Schlussverkaufsstimmung"
Riester-Sparen lockt immer mehr Bürger

Die anfangs viel geschmähte Riester-Rente entwickelt sich vom Mauerblümchen zum Verkaufsschlager. Mehr als drei Jahre nach ihrer Einführung 2002 erlebt das staatlich geförderte Altersvorsorgemodell eine neue Blütezeit. Vor allem bei den Versicherern brummt das Geschäft, denn verbesserte Konditionen haben die Sparform fürs Alter attraktiver gemacht.

HB/AP BERLIN. Speziell die neuen Unisextarife, die die Beiträge für Männer ab dem Jahr 2006 bis zu 15 Prozent teurer machen, sorgten für "Schlussverkaufsstimmung", berichtet Wolfgang Scholl, Versicherungsexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Allein die Allianz Leben verkaufte von Januar bis Mitte April dieses Jahres 18 000 Riester-Policen - viermal so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahrs, wie Sprecherin Birgit Heim betont: "Das wird bis Jahresende noch mehr."

Der Absatz der nach dem früheren Arbeitsminister Walter Riester benannten Vorsorgeprodukte verlief bislang eher enttäuschend. Von insgesamt gut 30 Millionen förderberechtigten Bürgern konnte sich nur ein Bruchteil zum privaten Extra-Sparen entschließen - obwohl der Staat das "Riestern" durch Zulagen und Steuervergünstigungen bezuschusst. Marktführer Allianz hatte bis 2004 insgesamt nur 680 000 Verträge abgesetzt, davon 28 000 im vergangene Jahr. "Wir sind sehr optimistisch, dass die Zahlen in der ganzen Branche noch weiter nach oben gehen", meint Stephan Gelhausen, Sprecher des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV).

Mit einem Boom rechnen auch die Verbraucherschützer. Der Grund: Seit diesem Jahr ist der gibt es Vereinfachungen bei den Zulage-Anträgen. Der bürokratische Akt muss nicht mehr jährlich, sondern nur noch einmal erledigt werden. Außerdem können sich Riester-Sparer jetzt 30 Prozent des angesparten Kapitals zu Rentenbeginn auf einen Schlag auszahlen lassen statt nur 20 Prozent.

Handelsblatt, 23.5.2005

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