Untersuchung Stiftung Warentest
Teures Fremdgehen mit der Girokarte

Viele Banken und Sparkassen zeigen Gebühren für das Abheben mit fremden Girokarten an ihren Automaten nach Angaben der Stiftung Warentest erst spät an. Und dieses Fremdgehen kann ganz schön teuer enden.

BerlinBei 14 von 20 Anbietern mussten Kunden zunächst die Geheimnummer eingeben, obwohl die Herkunft der Karte für den Automaten schon nach dem Einschieben erkennbar sei, wie es in der Dezember-Ausgabe der „Finanztest“ heißt. Die Gebühren liegen demnach zwischen 1,95 Euro und 7,99 Euro.

Bei dem Praxistest von Juli bis Oktober prüfte die Stiftung Warentest in Berlin und München die Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten. Dabei wurden 20 Anbieter getestet - darunter Banken und Sparkassen sowie spezialisierte Automatenbetreiber. Insgesamt erhob die Stiftung Warentest die Abhebegebühren von 34 Anbietern.

Es gebe keine rechtlichen Vorgaben, wann und wie Bankkunden über das Entgelt zu informieren seien. Sie müssten nur die Gelegenheit haben, den Vorgang abzubrechen, wenn es ihnen zu teuer sei, erklärte die „Finanztest“.

Sechs Banken zeigten in dem Test das Entgelt vor der Pin-Eingabe an: Commerzbank, Deutsche Bank, ING-Diba, Postbank, Targobank und Volkswagen Bank. „Das sollte Standard bei allen sein“, schreibt die „Finanztest“.

Die sechs Banken informierten die Kunden auch in „kurzen Texten“ über die anfallende Gebühr. Bei einem anderen Anbieter hätten die Kunden die Höhe der Gebühr erst aus einem „sehr langen Text in sehr kleiner Schrift“ entnehmen müssen.

Die Höhe der Gebühr variiert stark: ING-Diba, DKB und Volkswagen Bank begnügen sich dem Bericht zufolge mit 1,95 Euro bei Abhebungen mit fremden Girokarten - allerdings gibt es von ihnen nicht viele Automaten. Viele große Banken und Sparkassen fordern laut „Finanztest“ 3,50 Euro bis 4,95. Bis zu 7,99 Euro betrage das Entgelt beim Bankhaus August Lenz und bei Cardpoint.

Die Bundesregierung hatte erst kürzlich erklärt, sie sehe keinen Handlungsbedarf gegen Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten. Verbraucher würden Automaten von anderen Kreditinstituten "vorwiegend in nicht planbaren Ausnahmesituationen" nutzen, hieß es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Grünen-Politikern. Zudem gebe es eine „flächendeckende transparente Preisanzeige an den Geldautomaten“. Verbraucher könnten auf dieser Grundlage eine „informierte Entscheidung“ treffen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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