Unzureichende Rücklagen
Wenn die Pensionszusage zur Falle wird

Pensionszusagen sind ein unterschätztes Risiko. Viele mittelständische Unternehmen haben ihren Mitarbeitern mit einer Pensionszusage eine betriebliche Altersversorgung zugesagt, doch nicht an die Rücklagen gedacht.

MÜNCHEN. In der Regel wird ab Rentenbeginn bis zum Lebensende ein festgelegter Geldbetrag ausgezahlt. Schätzungen zufolge belaufen sich die Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen auf insgesamt rund 400 Mrd. Euro. Dieser Verpflichtungen sind sich viele Unternehmen nicht bewusst. Sie tauchen zwar als Pensionsrückstellungen in den Handels- und Steuerbilanzen auf. In den meisten Fällen werden aber keine oder nur unzureichende Rücklagen gebildet. Die Ursachen für dieses Versäumnis reichen von steuerlichen Motiven über die steigende Lebenserwartung bis hin zur steuerlichen Unterbewertung.

Die Folgen können gravierende Ausmaße annehmen. Denn Unternehmen müssen dann bei der Rentenzahlung größere Liquiditätsabflüsse hinnehmen. So entstehen hohe bilanzielle und betriebswirtschaftliche Risiken, die zu massiven Liquiditätsengpässen führen; im schlimmsten Fall dazu, dass das Unternehmen den Pensionsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und insolvent wird.

Negative Folgen können sich auch für die gewünschte Nachfolgeregelung oder den Verkauf des Unternehmens ergeben. Auf Grund der ungewissen Höhe und Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen findet sich entweder gar kein Käufer oder ein Kaufvertrag kommt nur zu einem deutlich niedrigeren Preis zustande. Ähnliche Probleme können sich auch bei der Nachfolgeregelung ergeben.

Mit der richtigen Strategie lassen sich die beschriebenen Risiken aber abdecken. Unternehmen können ihre Pensionsverpflichtungen zum Beispiel durch den fortlaufenden oder einmaligen Aufbau von Versorgungsvermögen und der Absicherung der Leistungsrisiken beziehungsweise Auslagerung der Pensionsverpflichtungen auf einen externen Versorgungsträger, etwa einen Pensionsfonds, optimieren. Die richtige Lösung ist dabei von verschiedenen Parametern abhängig - dazu zählen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und individuellen Zielvorstellungen. Steuerliche und arbeitsrechtliche Aspekte sollten die Unternehmen ebenfalls beachten.

Hier sei auch auf den Regierungsentwurf zum Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz hingewiesen, den die Bundesregierung am 21. Mai 2008 veröffentlichte. Unternehmer sollten sich bereits jetzt mit den Möglichkeiten und Aus-wirkungen beschäftigen, um Gestaltungsspielräume bestens zu nutzen. Unabhängig hiervon gilt es, bestehende Pensionsverpflichtungen zu prüfen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Jens Ehlers ist Geschäftsführer der Versicherungskammer Bayern Pensions GmbH-Management (PMG).

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