Verbraucherkredite
Deutsche kaufen viel auf Pump

Die Kreditbanken wachsen so stark wie zuletzt im Jahr der Abwrackprämie. Immer häufiger werden Darlehen online abgeschlossen. Minuszinsen auf Kredite – das bleibt allerdings ein Wunschgedanke.
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FrankfurtDie deutschen Konsumenten und Unternehmen haben 2015 mehr Kredite genutzt als im Vorjahr. Insgesamt 159,3 Milliarden Euro hatten die rein auf das Kreditgeschäft spezialisierten Banken, die im Bankenfachverband Mitglied sind, verliehen.

„Die Kreditbanken haben einen neuen Höchstwert erreicht und sind mit einem Bestandsplus von 6,8 Prozent so stark gewachsen wie zuletzt im Jahr der Abwrackprämie - diesmal allerdings ohne staatliche Konjunkturspritze“, erklärte Jan Wagner, Vorsitzender des Verbandes und gleichzeitig Chef der Credit Plus am Donnerstag in Frankfurt.

Der Grund für das Wachstum ist die gestiegene Nachfrage nach Krediten. So sei der private Konsum um zwei Prozent gewachsen, während Unternehmen fünf Prozent mehr in Maschine, Anlagen und Fahrzeuge investiert haben. „Die niedrigen Zinsen sind dafür jedoch nicht der ausschlaggebende Faktor, sondern die gute Konjunktur“, betonte Wagner.

Gleichwohl drücken die niedrigen Zinsen genau wie der zunehmende Wettbewerb durch Vergleichsportale auf die Margen der Banken, räumte Wagner ein, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Kompensiert würden die sinkenden Margen allerdings durch die gegenwärtig entspannte Risikosituation. „Rund 98 Prozent der Verbraucherkredite werden ordnungsgemäß bedient“, sagte Wagner.

Darlehen zu negativen Zinsen bleiben jedoch – trotz Aufsehen erregender Werbeaktionen wie zuletzt beim Möbelhaus Who's perfect – weiter Zukunftsmusik. Zu den Refinanzierungskosten der Banken kämen noch Personal- und Verwaltungskosten. „Für einen negativen Kreditzins müsste das Zinsniveau noch deutlich weiter sinken“, erklärte Wagner.

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Kommentare zu " Verbraucherkredite: Deutsche kaufen viel auf Pump"

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  • Und noch was bezgl. "Slumbewohner":

    Wenn diese vom Leben nicht gerade verwöhnten, dafür ebendeshalb umso findigeren Menschen schon mal 'ne Chance bekommen, werden sie die schon zu nutzen wissen. Glaumse mir dat?

  • "Deutsche kaufen viel auf Pump"

    Passt doch perfekt zum Thema Altersarmut.

    Leuten, mit unter 1500.- Éuro Netto, dürfte man eigentlich keinen Kredit geben, da sie dadurch über kurz oder lang in der Überschuldung landen.
    Da ist Altersarmut vorprogrammiert.
    Aber so funktieoniert halt unser System. Alle sind ja "mündige Bürger" und für sich selbst verantwortlich. Und wenn's schief geht, soll die Allgemeinheit zahlen.
    Wer sich keine 800.- Euro fürs Handy zusammensparen kann, tut sich mit dem Abbezahlen sehr schwer.

  • Herr kleiner Spiegel-Troll@
    Die Zwangsstörung gehört zu den psychischen Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken und/oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge; er erlebt sie als übertrieben und sinnlos, kann ihnen willentlich jedoch meist nichts entgegensetzen. Die Störung bringt deutliche Belastungen und Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit sich. Ältere Bezeichnungen für Zwangsstörungen sind Zwangserkrankung, Zwangsneurose und anankastische Neurose. Die Zwangsstörung ist von der zwanghaften Persönlichkeitsstörung sowie von Zwangssymptomen im Rahmen anderer psychischer oder neurologischer Erkrankungen zu unterscheiden.

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