Vergleich

Das Comeback der Hochzins-Sparbücher

Zu unrecht gilt das Sparbuch als schlechteste Wahl für Geldanleger. Einige Institute locken bereits wieder mit Zinsen von bis zu 2,7 Prozent. Ein Vergleich zeigt, wo Sparer ihr Geld sicher und lukrativ anlegen können.
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Sparbuch-Besitzerin: Einige Banken stemmen sich gegen den Trend und bieten ansprechende Zinsen. Quelle: gms

Sparbuch-Besitzerin: Einige Banken stemmen sich gegen den Trend und bieten ansprechende Zinsen.

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Sparbücher sind Opfer ihres schlechten Rufes. Unter Geldanlegern sind sie verpönt, immerhin bieten die meisten von ihnen nur mickrige Zinsen bei unflexiblen Kündigungsfristen. Was viele Kritiker übersehen: Einige Institute locken inzwischen wieder mit attraktiven Zinsen von bis zu 2,7 Prozent. Damit könnten Anleger zumindest ihr Erspartes vor der Inflation schützen. Diese liegt seit Jahresbeginn bei mehr als zwei Prozent und betrug zuletzt im Oktober 2,4 Prozent in Deutschland. Ein Vergleich zeigt, wo Sparer ihr Geld sicher und gut verzinst anlegen können.

Wenn die Inhaber von Sparbüchern Anfang kommenden Jahres ihren Kontoauszug erhalten, dürfte bei vielen die Enttäuschung groß sein. Bei den meisten Sparbüchern bleibt die Verzinsung, die im Schnitt bei 0,6 Prozent liegt, weit hinter der Inflation zurück.

Noch immer mauern die meisten Banken bei dem klassischen Produkt für konservative und treue Kunden. Während der Zins des Euribor auf drei Monate, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen, seit Jahresbeginn um rund 40 Basispunkte auf 1,44 Prozent gestiegen ist, hat sich der Zins für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist seitdem nur um knapp einen Basispunkt erhöht.

Treue Kunden werden nicht belohnt

„Da viele Kunden trotz schlechter Konditionen ihrem Sparbuch treu bleiben, müssen die meisten Banken nicht mehr bieten“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. In den vergangenen drei Jahren stiegen die Einlagen um gut 90 Milliarden Euro auf aktuell rund 510 Milliarden Euro.

Das Erfolgsmodell Sparbuch könnte für viele Banken aber bald vorbei sein. So stiegen die Einlagen für Tagesgeld im Vergleichszeitraum um 350 Milliarden Euro auf rund 730 Milliarden Euro. „Vor allem jüngere, gut informierte Kunden meiden häufig Sparbücher und wählen besser verzinste und flexiblere Tagesgeldkonten“, sagt Herbst.

Auch deshalb stemmen sich einige Banken gegen diesen Trend – und bieten überraschend gute Konditionen. „Es gibt Sparbuch-Offerten, die bessere Zinsen als Tagesgeld bieten und auch bei den Konditionen vorne liegen“, sagt Annabel Oelmann, Leiterin der Gruppe Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale NRW.

Die Auswahl ist aber entscheidend, der Gang in die erstbeste Sparkasse bringt wenig. Vier Institute bieten aktuell mehr als zwei Prozent fürs Sparbuch. Ganz oben im Zinsvergleich der FMH für das Handelsblatt steht das Online-Sparbuch der BMW Bank. Die Autobank offeriert 2,7 Prozent ab dem ersten Euro. Auf dem Internetkonto können auch kleinere Summen eingezahlt werden, Untergrenzen gibt es ebenso wenig wie Maximalsummen.

Vorsicht vor dem Strafzins
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19 Kommentare zu "Vergleich: Das Comeback der Hochzins-Sparbücher"

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  • @hvh100: wie sieht denn nach Ihrer Meinung eine brauchbare Alternative aus? Schauen Sie sich doch mal unter www.depot-contest.de die (allerdings virtuellen) Ergebnisse von deutschen Vermögensverwaltern an. In der Kategorie Ausgewogen sind 2 fürs laufende Jahr im Plus, beide unter 2%. Die anderen 26 sind im Minus, der letzte mit -35%. Da ist dann die Inflationsrate hinter dem Komma eher uninteressant. Was die Spezialisten mit 200 - 350 Trades im Jahr zustandebringen schafft Oma aktuell mit ihrem Sparbuch ohne einen Gedanken zu verschwenden und ohne einen Finger krumm zu machen. Und sie ist bis 100.000 € vom Staat geschützt, hat kein Emittentenrisiko.

  • Die Vorschusszinsen betragen bei der Postbank 50% vom Guthabenzins, nicht die angegebenen 25%

  • Die Vorschusszinsen betragen bei der Postbank im Übrigen 50% und nicht die üblichen 25%.

  • Eine Anlage bei der Postbank hat den Nachteil, dass man ständig kontrollieren muss ob die Konditionen noch bestehen, ob diese Anwendung fanden und auch ob diese dann wirklich abgerechnet wurden.

  • Eine Anlage bei der Postbank hat den Nachteil, dass man ständig kontrollieren muss ob die Konditionen noch bestehen, ob diese Anwendung fanden und auch ob diese dann wirklich abgerechnet wurden.

  • Erinnere mal daran, daß es Gruppen wie
    www.wissensmanufaktur.net gibt, in denen
    als politische Antwort auf das unreguliertze Bankentreiben das komplette Abheben von Barmitteln empfehlen, damit die Raison in die Köpfe der Bankverantwortlichen einkehrt.
    Zumindest ist dies die andere Antwort auf überzogene Gewinnspannen gezahlter und geforderter Zinsen.

  • Glaubt hier jemand wirklich, der Einlagensicherungsfond könnte im Falle einer multiplen Bankenpleite substanzielle Beiträge für verlorene Kundengelder beisteuern ? Um den Volkszorn in einer solchen Krisesituation zu beruhigen, würde vermutlich die Politik eingreifen und Geld drucken lassen und damit die Nominalwerte weitgehenst wieder herstellen. Von der nachgelagerten Geldentwertung wären dann alle betroffen.

  • Wenn man die EUR 10000,- auf 5 Sparcards der Postbank verteilt, gibt es den selben Zinsertrag und man hat sogar mehr Flexibilität als mit einem Tagesgeldkonto.

  • Mei, das ist ein gekaufter Artikel.

    Es geht hier um eine Rekapitalisierung der Europa-Banken.

    achja, mal ein Tipp an die hochverehrten Zeitgenossen hier, die schon den kommenden Weltuntergang am Horizont hochkomemn sehen.

    GEHT ENDLICH SHORT

  • Ein wertvoller Hinweis, mindestens genausoviel wert, wie der ganze HB-Artikel. Oder anders ausgedrückt wäre der HB-Artikel ohne Ihren Hinweis weniger als die Hälfte wert.
    Vielen Dank, Goldfinger!

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