Vergleich der Produkte lohnt sich
Fondspolice ist nicht gleich Fondspolice

"Machen Sie Ihre Altersvorsorge abgeltungsteuerfrei" - so oder ähnlich lauten vielfach die Aufforderungen der Fondsbranche an den Vorsorgesparer. Dabei entsteht der Eindruck, die Zeit der steuergünstigen Altersvorsorge sei mit Jahresende endgültig vorbei. Für den Produktbereich der Investmentfonds mag das in weiten Bereichen durchaus zutreffen. Fondspolicen aber unterliegen einer bevorzugten steuerlichen Behandlung.

KÖLN. Nach wie vor gilt das so genannte Halbeinkünfteverfahren. Hat der Vertrag zwölf Jahre bestanden und der Steuerpflichtige das 60. Lebensjahr vollendet, bleibt die Hälfte der erwirtschafteten Erträge steuerfrei. Hinzu kommt die Steuerstundung. Die endfällige Besteuerung bewirkt einen mit zunehmender Laufzeit anwachsenden Zinseszinseffekt. Bei Verrentung des angesammelten Kapitals bleiben die Erträge aus der Ansparzeit sogar komplett steuerfrei. Der Steuervorteil kommt aber nur dann optimal zum Tragen, wenn die Kosten der Police für die Fondsverwaltung und den Versicherungsmantel stimmen.

Im Wettbewerb um den Anleger steht die Fondspolice vor allem in Konkurrenz zum Fondssparplan. Da die deutschen Fondspolicen auf dieselben Fonds wie die Fondsgesellschaften setzen, lassen sich Kosten und steuerliche Unterschiede gut aufzeigen: Ein 30-jähriger Anleger möchte monatlich 100 Euro über 30 Jahre in eine chancenorientierte Aktienanlage einzahlen und wägt ab zwischen einem Fondssparplan und einer Fondspolice. Für den Aktienfonds wird im Folgenden eine Wertentwicklung von jährlich 8 Prozent angenommen. Der Fonds ist aktiv gemanagt mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent und Transaktionskosten von jährlich 0,5 Prozent des Fondsvolumens. Der Ausgabeaufschlag liegt bei 5 Prozent.

Zugunsten des Fondssparplans wird davon ausgegangen, dass der Anleger während der gesamten Anlagedauer keinen Fondswechsel vornimmt und der Fonds ausschließlich Kursgewinne und keine jährlich zu versteuernden Dividenden generiert. Der Abgeltungsteuersatz beträgt 25 Prozent. Als persönlicher Steuersatz des Anlegers werden 33,5 Prozent - der Mittelwert zwischen Abgeltungsteuer- und Spitzensteuersatz - angenommen. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bleiben zur Vereinfachung unberücksichtigt.

Das Ergebnis: Der Anleger bekommt beim Fondssparplan 78 800 Euro nach Steuern ausgezahlt. Bei einer marktüblichen Fondspolice gehen nach Abzug der Kosten für den Versicherungsmantel - zehn Prozent der Beitragssumme - monatlich 90 Euro dem fondsbasierten Investment der Police zu. Ausgabeaufschläge fallen bei der Fondspolice in der Regel nicht an. Mit einer durchschnittlichen Kostenstruktur und unter Verwendung desselben Fonds weist die marktübliche Fondspolice dann nach Steuern nur eine geringfügig höhere Auszahlung aus, nämlich rund 79 400 Euro.

Anders eine kostenoptimierte Fondspolice. So ist am deutschen Markt beispielsweise ein Produkt erhältlich, das eine Gesamtkostenquote von lediglich einem Prozent jährlich vom Guthaben für Versicherungsbetrieb und Fondsverwaltung aufweist. Der Anbieter setzt bewusst auf passiv gemanagte Indexfonds, wodurch deutlich geringere Kosten für das Fondsmanagement anfallen. Auch Ausgabeaufschläge, Stornoabzüge und sonstige Beitragsabzüge entfallen. Am Ende der Laufzeit weist die kostenoptimierte Fondspolice so einen Auszahlungsbetrag von rund 104 000 Euro aus. Der Steuervorteil gegenüber einer direkten Anlage in Aktienfonds schlägt mit rund 25 200 Euro deutlich zu Buche. Ein Kostenvergleich der Anbieter lohnt sich also - gerade im Lichte der Abgeltungsteuer.

Der Autor, Norbert Ras, ist Geschäftsführer der Legal & General Deutschland GmbH. -Service

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