Vermögen Die Deutschen sparen nicht mehr

Rekordbeschäftigung, sichere Jobs und Niedrigzinsen: Die Deutschen sparen so wenig wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr. Für Einlagen gibt es so wenig wie noch nie. Bei den Banken zeichnet sich eine Zinssenkungswelle ab.
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Die Sparneigung ist auch nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) derzeit gering. Quelle: dpa

Die Sparneigung ist auch nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) derzeit gering.

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BerlinSparen kommt in Deutschland aus der Mode. Wegen sicherer Jobs und niedriger Zinsen sparen die Bürger so wenig wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Die Sparquote fiel im dritten Quartal auf 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamtmitteilte. In den vergangenen Jahren legten die Verbraucher noch durchschnittlich mehr als zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante.

„Hauptgrund für diese Entwicklung ist der Arbeitsmarkt: Angesichts der Rekordbeschäftigung steigt die Jobsicherheit, weshalb weniger gespart wird“, sagt der Deutschland-Chefvolkswirt der Großbank UniCredit, Andreas Rees. Hinzu kämen die niedrigen Zinsen, die Sparen wenig attraktiv machten, ergänzt Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel.

Eine Auswertung der FMH-Finanzberatung für Handelsblatt Online zeigt: Zinskonten rentieren so niedrig wie niemals zuvor. Für Tagesgeld gibt es im Schnitt nur noch 0,74 Prozent. Einige Institute offerieren sogar nur noch einen Zins von 0,1 Prozent. Für Festgelder mit einer Laufzeit von einem Jahr werden sogar nur 0,7 Prozent angeboten.

Grund dafür ist die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank: Sie hat wegen der Krise in vielen Euro-Ländern den Leitzins erst in diesem Monat auf das Rekordtief von 0,25 Prozent halbiert. Die FMH-Auswertung zeigt, das bereits 14 von 85 untersuchten Banken ihre Zinsen für Tagesgeld gesenkt haben. Bei Festgeldern sind die Institute sogar noch schneller. Hier haben bereits 18 von 84 Instituten ihre Sätze gesenkt.

Die Sparneigung ist auch nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) derzeit gering. „Für die Verbraucher ist es nicht sehr attraktiv, Geld in Form der klassischen Sparanlagen anzulegen“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Stattdessen finanzieren immer mehr Bundesbürger in Zeiten niedriger Zinsen ihre Anschaffungen auf Pump.“

Derzeit nutzt jeder dritte Haushalt einen Ratenkredit für größere Anschaffungen wie Autos, Küchen oder Fernsehgeräte. Vor einem Jahr waren es nur 29 Prozent. Die Wirtschaftsweisen gehen davon aus, dass der private Konsum 2014 um 1,4 Prozent spürbar zulegen wird. Für das zu Ende gehende Jahr wird ein Plus von 1,0 Prozent erwartet.

  • jha
  • rtr
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16 Kommentare zu "Vermögen: Die Deutschen sparen nicht mehr "

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  • Wenn die Inflationsrate 10mal höher als der Habenzins für seine Sparguthaben ist, warum soll der Deutsche dann noch sparen? Etwas dumm darf man sein, aber eben nicht zuviel. Dumm sind wir, weil Deutschland diesen Zinsharikirie der EZB kommentarlos schluckt. Er ist ausschließlich zugunsten der wirtschaftsschwachen und überschuldeten Warmwasserländer von der EZB beschlossen. Für diese endlose Kreditblase, die die EZB damit schafft, haftet D von allen EURO-Ländern mit dem höchsten Betrag. Falls es dazu kommen würde, zahlt D zweimal: der Sparer und dann der Steuerzahler, meistens identisch und damit doppelt belastet. Keiner in Berlin sieht das, noch schlimmer, will es erkennen, obwohl die Bundestagsabgeordneten dem Wohl des deutschen Volkes verpflichtet sind! Tüchtigkeit, die mit dem Exportüberschuss von D zusammen hängt, wird sogar noch abgemahnt. Wir sollen langsamer arbeiten, uns damit den EURO-Schwächlingen annähern, statt dass sie ihre schwache Arbeitsproduktivität durch ökonomisches Handeln und Fleiß dem deutschen Niveau anpassen. Mit diesem EURO werden wir, d.h. unsere Kinder und Enkel, dauerhaft zu Transferleistungen verpflichtet. Deshalb ist Sparen in D nicht erwünscht, schickt das Gesparte besser über die EURO-Hilfsfonds in die Warmwasserländer, damit sie ihr Konsumniveau halten und die Überschuldung weiterhin finanzieren können. Dass in D die Infrastruktur, das Bildungs- und Gesundheitswesen schwächeln, das könnte der Anpassung von D an das niedrigere EURO-Wirtschafts-niveau entgegen kommen. Ein bischen dumm geht, aber bitte nicht zuviel!

  • “Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuß wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.”

    (aus “Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld”, 1916)

    20 Jahre später bezeichnete der “Jahrhundertökonom” J. M. Keynes in seiner “Allgemeinen Theorie (der Beschäftigung der Politik)” dieses Phänomen, das sich zwangsläufig aus der Verwendung von hortbarem Geld mit Wertaufbewahrungs(un)funktion (Zinsgeld) ergibt, als “Liquiditätsfalle” – und beschrieb zwei Mittel, um sie hinauszuzögern: Erhöhung der Staatsverschuldung mit Ausgabe des Geldes für Projekte, die den Zinsfuß nicht senken (Löcher graben und wieder zuschaufeln, Kriegsrüstung, etc.), und Geldmengenausweitung.

    Um aus der Liquiditätsfalle herauszukommen, muss eine umfassende Sachkapitalzerstörung den Zinsfuß anheben. Diese früher sehr beliebte “Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln” konnte jedoch nur solange der “Vater aller Dinge” sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Was nun?

    Silvio Gesell: “Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen”:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html

  • Der Vorteil des elektronischen Geldes ist nicht nur völlige Transparenz, sondern die Möglichkeit Transaktionen mit Gebühren zu belasten. Der Bürger muss dies wissen, entscheidet er doch tagtäglich zwischen Plastikgeld und Bargeld.

    Wir sollten uns dessen bewusst sein, dass mit jeder Kartenzahlung Provisionen fließen. Der Umfang dieser Zahlungen sind genauso beeindruckend, wie die Geschäftszahlen von Mastercard etc.

  • So ein Blödsinn!

    Gespaart wird nur wenn Geld noch über ist!
    Wenn die Spaarquote sinkt (wohl nur bei der Unterschicht!) heisst das das es immer mehr Geringverdiener und Aufstocker gibt! Und das ist der Sargnagel!
    Als nächstes wird beim Konsum gespaart!

  • Geld einfach runter vom Bankkonto und langfristig mit Gold und Silber sparen. Die Preise sind z.Z. guenstig. In 4-5 Jahren ist Gold mit grosser Wahrscheinlichkeit mehr wert als jetzt. Zumindest wird die Kaufkraft bei langristiger Sichtweise erhalten. Bei Euros und Dollars kann man das nicht behaupten.

  • numismatiker: "3.Einige Leute werden auch ihr Geld bar zuhause aufbewahren, da man so nicht per Tastendruck enteignet werden kann." - Das wirkt sehr anachronistisch in Zeiten, in denen offen darüber nicht nur debattiert wird, das Bargeld abzuschaffen! Weil eben die Zinsen nahe Null gehen rechnet es sich kaufmännisch nicht mehr, hier Bargeld auszuzahlen und mit sich herumzutragen. Folge ist die Totalkontrolle bis zum kleinsten Freundschaftsgeschenk, alles muss digital laufen, die Finanzelite hat die Kontrolle und wie NSA heute nie Zeit alles zu kontrollieren! Daher auch die SPD-Aufrufe vor der BTW, alle übrigen europaweit 30 Mio. Bürger sollten UNBEDINGT ein Girokto eröffnen, es sei unentbehrlich für die Zukunft. Alles Sklaven der Finanzelite. Dann gehen Sie einmal nach so einem Schnitt in ihren Laden und wollen bar zahlen. Sie haben viel unter dem Kissen: wertlose Kriegsanleihen! Schönes Wochenende!

  • Der UniCredit-Volkswirt Andreas Rees liegt leider total falsch! Es wird nicht mehr gross gespart, weil

    a) in DE ein riesige Immobilienblase heranwächst (jeder kauft ein Haus oder Wohnung, nur weil die Zinsen so günstig sind)
    b) viele Familien nur noch bedingt richtig was versparen können - Preisniveau, Steuern, Abgaben.

    Wer heute in DE noch einen "sicheren Arbeitsplatz" hat, muss bei einem Konkursverwalter angestellt sein.

  • @Dissident

    Wenn Sie direkt nach dem Kauf gegen einen Baum fahren, haben Sie Recht :-)

    Ansonsten kann man ein Auto - bei guter Pflege und entsrprechender Fahrweise - zehn Jahre fahren. Oder zu enem guten Preis vorher verkaufen.

  • Sie ärgert mich auch, aber ansonsten ist mir die Niedrig-Zins-Politik völlig schnuppe. Trotzdem gebe ich mein Geld nicht in den Konsum weg. Warum ? Die Konsumgüter haben immer einen weit grösseren Wertverfall als ein Festgeldkonto, man muß sich nur den Wert eines Mittelklasse Pkw nach 5 Jahren ansehen, bei Elektronikartikeln oder den beliebten Einbauküchen sieht es noch dramatischer aus. Man kauft quasi den Müll der nächsten Jahre. Und dazu noch Kredite aufznehmen ist völliger finanzieller Unfug. Dazu noch die Mär von den realen breiten Lohnzuwächsen und den "sicheren" Arbeitsplätzen überall.Beides zusammen führt zum persönlichen Absturz .

  • Deutschen sparen nicht mehr"? Der Artikel nennt die Sparquote: 8.5%. Zwischen Null und 8.5% liegt ein grosser Abstand. Ich finde diese übertreibungen ärgerlich und hätte den Artikel ohnehin gelesen. Oliver Stock schreibt in der Aufforderung zum Kommentar: "Bleiben Sie fair!" Dann bitte das Handelsblatt auch!

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