Vermögensverwaltung
Wie die Superreichen investieren

Deutsche Oppenheim, Harald Quandt Trust, Taurus Investment: Die Verwalter deutscher Familienvermögen investieren das ihnen anvertraute Geld gern in Aktien und Beteiligungskapital. Andernorts geht man bereits weiter.
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DüsseldorfLorenz Reibling kennt viele reiche Leute. Seit 35 Jahren arbeitet er mit ihnen – und ihrem Vermögen. Als Mitgründer der in Boston ansässigen Taurus Investment Holdings sucht er für die sogenannten Ultra High Net Worth Individuals (UHNWIs), also für reiche Familien und Einzelpersonen mit einem liquiden Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar (rund 22,4 Millionen Euro), renditeträchtige Immobilien auf der ganzen Welt.

Taurus hat 150 Mandanten in Deutschland. So weiß Lorenz Reibling nicht nur, wie die deutschen Vermögenden am liebsten ihr Geld anlegen – sondern auch, was sie von den Amerikanern und Asiaten unterscheidet. Und die Unterschiede sind groß:

Glaubt man einer aktuellen Umfrage der amerikanischen Citi Private Bank unter weltweit 50 Vermögensverwaltern besonders reicher Familien – den sogenannten Family Offices – werden im Schnitt 39 Prozent des verwalteten Vermögens in Liquidität geparkt, etwa auf einem einfachen, schlecht bis gar nicht verzinsten Bankkonto. Nur 25 Prozent des Vermögens war in Aktien investiert.

„Die Family Offices haben die Bullen links liegen gelassen“, deutet Steve Weiting, Investmentstratege bei Citi Private, das Ergebnis. Tatsächlich: Seit Monaten ziehen die Aktienmärkte in den USA und Europa an, erreichen einen Höchststand nach dem anderen, während die Zinsen auf Tagesgeld und festverzinsliche Wertpapiere den Leitzinsen folgend extrem niedrig ausfallen. Nur die Vermögenden dieser Welt scheinen den Trend verpasst zu haben.

Klaus Kuder, der bei der Deutschen Oppenheim Family Office mehr als zehn Milliarden Euro betreut, ist darüber erstaunt. Von seinen rund 100 Mandanten in Deutschland weiß er, dass sie die Aktien-Hausse bestmöglich mitgenommen haben. „Diejenigen, die ihre Aktienquote erhöhen dürfen – das sind vor allem die privaten und mittelständisch geprägten Mandanten – haben ihren Anteil um etwa zehn Prozent auf 35 bis 40 Prozent erhöht, manche sogar auf 50 Prozent.“

Der Cash-Anteil im Portfolio seiner Reichen sei dagegen ebenfalls gestiegen, doch nicht annähernd auf das Niveau, das die Citi Bank Umfrage ausgibt: „40 Prozent Cash sind viel“, urteilt er. Für seine Mandanten habe sich der Bestand liquider Mittel um maximal zehn Prozent erhöht.

Kommentare zu " Vermögensverwaltung: Wie die Superreichen investieren"

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  • Wer Luxuswohnungen baut und Luxusmodernisiert, investiert eben in den Wohlstand der Allgemeinheit, sonst würde es nicht so viele Baufirmen geben, die auch nicht gerade günstige Stundensätze anbieten. HAb mal versucht, per internet ein paar Leute für die Renovierung einiger meiner Ex-wohnungen zu gewinnen, dort wurde mir vom Vermittler gesagt, der Mindestlohn betrabe 11,25 Euro, und das 2009! Hab dann ein Paar dies auch für 8 Eurl/h machten, das HAus ist schon verkauft. Aber Investitionen bringen arbeitsplätze und halten sie, natürlich nicht im Verwaltungs-und Sozialbereich, aber die lben sowieso gut genug von SteuergeldernBulgaren gefunden mit

  • "Wie wäre es denn wenn die Superreichen in die anderen Bevölkerungsschichten investieren würden, die kein Leistungsunabhängiges Einkommen erzielen! Dann kommt eine größere Dividente heraus!! Versprochen!"

    Jep, aber das nennt man wohl Gruppenzwang, und man hat Angst vor der eigenen Waffenindustrie, mit diesen Waffen wird ja dort wo man tatsächliche Wirtschaftswunder schaffen könnte, auf Völker geschossen und dafür gesorgt das sie aufeinander schießen statt Brot zu backen und Verhütungsmittel zu verteilen.

  • Da haben sie vollkommen recht! Die Märkte sind verrückt geworden, die ganzen Fehlinvestition die jetzt durch das billige Geld getätigt werden, werden sich bitterböse rächen! Die Märkte sind wie Drogensüchtige, und die Zentralbanken können die Versorgung mit billigen Stoff nicht mehr zurückfahren, ohne einen Crash zu verursachen! Wir hatten auch mal die goldenen 20er Jahre und danach kam die Quittung und die größte Kapitalvernichtung (Komplettzerstörung ganzer Städte (Immobilienkapital)) in der Geschichte der Menschheit. Und danach waren die Banken und Versicherungen wieder Happy, den der Vermögensaufbau war dann wieder kinderleicht!

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