Versicherer bekommen stärkere Konkurrenz durch Banken und Fonds
Der deutsche Vorsorgemarkt wächst

In Deutschland dominiert bei den Alterseinkommen die gesetzliche Rentenversicherung. Daraus erhalten alte Menschen im Schnitt 85 Prozent ihres Geldes; aus der privaten und betrieblichen Altersvorsorge sind es nur 15 Prozent.

DÜSSELDORF. Doch die Politik hat die Weichen für einen neuen Altersvorsorgemix gestellt. Das gesetzliche Rentenniveau von 52 Prozent sinkt bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent. Gleichzeitig wird die private Vorsorge stärker gefördert. Deshalb dürfte der private Vorsorgemarkt hier zu Lande deutlich wachsen.

Die beliebtesten Vorsorgeformen für das Alter waren bisher die Lebensversicherung und die eigene Immobilie – gut jeder zweite deutsche Haushalt besitzt Wohneigentum. Eine geringere Rolle spielen Anlagen in Aktien oder Fonds.

Welche Karten haben die Versicherer im Kampf der Vorsorgeanbieter? „Wir sehen uns in der Poleposition“, sagt Peter Schwark, Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Laut GDV gibt es rund 76 Millionen kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen. Die Experten sind geteilter Ansicht, ob man die Erfolgsgeschichte automatisch fortschreiben kann. „Die Versicherer werden sich auch künftig das größte Stück aus dem privaten Vorsorgekuchen schneiden“, sagt Wolfgang Essing, Partner der Unternehmensberatung ZEB. Dies begründet der Versicherungsexperte mit der Vertriebskraft der Assekuranz, „die Produkte spielen eine geringere Rolle“. Seine Prognose: „Es dauert noch Jahre, bis Konkurrenten wie Banken und Fondsanbieter ähnlich schlagkräftige Vertriebe haben.“ Skeptischer ist Christoph Brüggentisch, Managing Director bei der Investmentbank Barclays: „Ich erwarte einen steigenden Anteil von Fonds und Banken am Altersvorsorgekuchen.“ Ähnlich urteilt Christoph Lüer, Versicherungsexperte der Unternehmensberatung Diamond-Cluster.

In der Tat könnten die Versicherer in eine Zwickmühle geraten. Weil immer mehr Kunden Rentenversicherungen abschließen, die bis ans Lebensende zahlen, steigen die langfristigen Risiken für die Anbieter, zumal die Menschen immer länger leben. Gleichzeitig wird es für die Assekuranz schwieriger, ihre garantierten Zinsen und vor allem die marktüblichen Renditeversprechen von immer noch über vier Prozent zu erwirtschaften. „Die Lebensversicherer geben heute Leistungsversprechen, deren Erfüllung bisher nur unzureichend abschätzbar ist“, warnt Lüer.

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