Vorsorge
Der Trick mit der Altersvorsorge

Betriebsrenten sind eigentlich nur in Großbetrieben Standard. Doch angesichts der erwarteten Lücke in der Rentenversicherung ist sie umso wichtiger und soll nun mit einem neuen Modell gefördert werden.
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Berlin/Frankfurt Die demographische Bombe tickt. Viele Menschen werden ihren Lebensstandard im Alter künftig ohne eine zusätzliche Altersvorsorge nicht halten können. Trotzdem nutzen nur wenige Arbeitnehmer ihr Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Neue Modelle sollen helfen, die Lücke in der gesetzlichen Rentenversicherung zu stopfen.

Bislang gibt es betriebliche Altersvorsorge flächendeckend nur in Großbetrieben. In vielen kleineren und mittelgroßen Firmen spielen Betriebsrenten sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Arbeitgebern kaum eine Rolle. Zwar haben Arbeitnehmer schon seit 2002 das Recht auf betriebliche Altersvorsorge (baV) über eine Umwandlung ihres Gehalts und können dabei sogar noch Steuern und Sozialabgaben sparen. Doch sie nutzen das Instrument wenig: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts investierten Beschäftigte im Jahr 2008 im Schnitt nur 273 Euro oder 0,7 Prozent ihres Bruttojahresverdienstes über eine Entgeltumwandlung in ihre betriebliche Altersvorsorge.

Arbeitnehmer kaum zu überzeugen

Versuche, mehr Arbeitnehmer von den Vorteilen dieses Systems zu überzeugen, scheiterten bislang. Mit einem Optionsmodell startet Volker Bergt-Weis von der Versicherungskammer Bayern Pensions-Management, dem größten Sparkassenversicherer, einen neuen Versuch. In Bayern wenden bereits einige mittelständische Unternehmen das Modell an.

Demnach muss der Arbeitnehmer nicht von Anfang an die Entgeltumwandlung nutzen. Lohnerhöhungen gewährt der Arbeitgeber dann aber ganz oder teilweise als betriebliche Altersvorsorge. Damit das Modell breit genutzt wird und kein Zwang zur baV erfolgt, schlägt Bergt-Weis folgende Option vor: Lohnerhöhungen sollen künftig automatisch in die betriebliche Altersversorgung gehen - es sei denn, der Arbeitnehmer widerspricht innerhalb von vier Wochen. "Die Wahrscheinlichkeit ist bei diesem Modell deutlich höher, dass der Arbeitnehmer in die betriebliche Altersversorgung einzahlt", sagt Bergt-Weis. Die Erfahrungen zeigten, dass die Trägheit der Arbeitnehmer zugunsten des Aufbaus ihrer betrieblichen Alterversorgung genutzt werden könne.

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