Weibliche Sparer benötigen individuelle Beratung und flexible Produkte
Banken entdecken Frauen als attraktive Kundengruppe

Mit gezieltem Marketing und besonderer Beratung wollen Banken Frauen als Kunden gewinnen. Immerhin verfügen Frauen immer stärker über eigenes Vermögen. Bei den Banken scheint sich dabei die Einsicht durchzusetzen, dass die weibliche Kundschaft beim Thema Geld besondere Bedürfnisse hat.

HB FRANKFURT/M. "Die Zielgruppe Frau gewinnt kontinuierlich an Bedeutung", ist Heinrich Focke, Finanzexperte bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney überzeugt. Er lässt die Zahlen sprechen: Heute gehen knapp 18 Millionen Frauen einem Beruf nach und verfügen damit über ein eigenes Einkommen, das sie ausgeben und anlegen können. Bis zum Jahr 2010 wird die Zahl der erwerbstätigen Frauen voraussichtlich auf 19 Millionen steigen. Frauen entscheiden über 80 Prozent aller gekauften Konsumgüter, kaufen 60 Prozent aller Autos und besitzen 40 Prozent aller Aktien.

Frauen und Geld ist also längst kein Widerspruch mehr, wie es vielleicht früher der Fall war. Immerhin wurde in Deutschland bis 1953 das Geld der Frau bei Eheschließung per Gesetz der Verwaltung des Mannes unterstellt. Heute dagegen beschäftigen sich immer mehr Frauen selbst mit der Geldanlage. "Unsere Erfahrung zeigt, dass Frauen oft nicht nur im Hintergrund die finanziellen Entscheidungen treffen, sondern vermehrt auch persönlich als Anleger in Erscheinung treten", berichtet etwa Stefan Volk, Geschäftsführer für Vertrieb bei der Hannover Leasing, Anbieter von geschlossenen Fonds. Allerdings haben Frauen beim Finanzwissen immer noch deutliche Lücken gegenüber Männern, wie verschiedene Studien zeigen.

Die bayerische Frauenvermögensverwaltung hat sich - wie der Name schon sagt - ganz auf die weibliche Kundschaft spezialisiert. Aber auch Großbanken wie die Commerzbank und die Deutsche Bank versuchen die Zielgruppe zu gewinnen. Die Commerzbank lockt die Kundinnen unter dem Obertitel "Money - made by Women" mit Seminaren wie "Geldanlage/Etikette" und "Der Weg zur persönlichen Anlagestrategie". Die Deutsche Bank bietet für ihre vermögenden Kundinnen besondere Erlebnisse wie einen Flug im Flugsimulator an - ganz unter Frauen.

Was aber ist typisch weiblich an Bankprodukten? Soweit wie die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaría (BBVA) geht hierzulande bisher keiner. Das Geldhaus bietet jungen Müttern nach der Geburt einen zinslosen Kredit über 3 000 Euro an. Damit gibt sich die Bank ein soziales Image und bietet der Mutter gleichzeitig zahlreiche andere Produkte rund um die Familie an, die natürlich nicht gratis sind. In Deutschland liegt der Schwerpunkt stärker auf der Flexibilität der Produkte.

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