Weitere Reformen des Sozialsystems nötig
Experten plädieren für "Kinderrente"

Um die Zahl der Geburten in Deutschland zu steigern, schlägt der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums vor, ein für jedes Kind gleich hohes Kindergeld einzuführen. Es soll sämtliche kindbezogenen Leistungen ersetzen, die derzeit im Rahmen der Steuer- und Sozialsysteme gewährt werden. Alternativ könne auch die gesetzliche Rente durch eine pro Kind gezahlte Rente ergänzt werden, heißt es in dem Gutachten "Alterung und Familienpolitik" des mit renommierten Wirtschaftswissenschaftlern besetzten Gremiums.

HB BERLIN. Um die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Sozialsysteme zu dämpfen, sind nach Einschätzung des Beirates kurzfristig weitere Reformen der Sozialsysteme nötig. Die Experten plädieren für eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre, einen früheren Berufseintritt, eine höhere Frauenerwerbsquote sowie Erleichterungen bei der Zuwanderung qualifizierter Erwerbstätiger. Mit Blick auf die Reform der Sozialversicherungssysteme macht sich der Beirat für eine stärkere Kapitaldeckung in allen Zweigen der Sozialversicherung sowie die Abkoppelung der Sozialversicherungsbeiträge von den Lohnkosten stark.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement sagte, insbesondere der vom Rat vorgeschlagene "Aktionsplan demographischer Wandel" gebe Hinweise, wie sich das Gemeinwesen auf diese Entwicklung einstellen müsse. "Ich teile ausdrücklich die Auffassung des Beirats, dass die konsequente Weiterentwicklung der von uns begonnenen Sozialreformen höchste Priorität haben muss."

Der wissenschaftliche Beirat besteht aus renommierten Wirtschaftswissenschaftlern. Dazu gehören nach Angaben des Ministeriums prominente Experten wie EZB-Direktoriumsmitglied Otmar Issing, Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, der frühere Bundesbank-Präsident Helmut Schlesinger und der Wirtschaftsweise und ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

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