Zuzahlung vom Staat eher spärlicher
Pflegeversicherung: Schutz für die letzten Jahre

Die Vorstellung, irgendwann einmal arm und alt im Pflegeheim zu sitzen, schieben die meisten Menschen gerne ganz weit von sich weg. Die Deutschen versichern sich gegen Glasbruch oder schließen bei Krankenversicherungen Zusatzschutz für den Heilpraktiker ab. Doch eine Pflegezusatzversicherung haben nur acht Prozent der Bundesbürger.

DÜSSELDORF. Da mag auch eine Rolle spielen, dass viele glauben, mit der obligatorischen Pflichtversicherung ausreichend versorgt zu sein. Doch die staatliche Versicherung wird im Ernstfall hinten und vorne nicht reichen. In der höchsten Stufe III für die vollstationäre Pflege zahlt der Staat derzeit maximal 1 432 Euro aus dem Topf dazu. Ein gutes Pflegeheim kostet aber rund 3 500 Euro im Monat.

Und die Zuzahlung vom Staat dürfte künftig eher spärlicher ausfallen. Schon heute fehlen der staatlichen Pflegeversicherung 820 Mill. Euro, das Loch in der Kasse wird ständig größer. Kann sich ein Pflegebedürftiger das Heim nicht leisten, wird er rasch zum Sozialhilfefall. Die Ämter treiben dann einen Teil bei den Kindern wieder ein.

Soll sich nun generell jeder nach einem zusätzlichen Schutz für den Ernstfall umsehen? Wer im Alter mit einem monatlichen Einkommen von 2 500 Euro oder mehr rechnen kann, kann darauf verzichten und sollte die gesparten Beiträge lieber in den Aufbau des eigenen Vermögens stecken. Denn inklusive der Zuzahlung aus der staatlichen Versicherung würde das Geld wohl selbst dann reichen, wenn ein Pflegeheim notwendig wird.

Wer jedoch im Alter mit einem eher niedrigen Einkommen rechnet, sollte sich so früh wie möglich nach einem Zusatzschutz umsehen. Ein 40-jähriger Mann kann schon mit monatlichen Beträgen um die zehn Euro dabei sein, Frauen zahlen generell mehr. Die Tarife steigen mit zunehmenden Alter rasch an. Zehn Jahre später, mit 50, sind sie schnell doppelt so hoch. Ein Schutz, der sämtliche Pflegekosten eines guten Heims einschließt, würde eine 50-jährige Frau rund 50 bis 60 Euro kosten. Monat für Monat, lebenslang! Denn die Beiträge sind auch nach Renteneintritt fällig.

Beim Abschluss ist damit auch zu bedenken, ob die Beiträge bis zum Lebensende erschwinglich sind. Sparen können Versicherte, wenn sie im Schutz Abstriche machen und etwa die niedrigste Pflegestufe I nicht mitversichern. Die Pflegestufe II sollte aber auf jeden Fall abgeschlossen werden, raten Verbraucherschützer.

Etwas günstiger sind auch Pflegekostentarife. Sie erstatten nur die Kosten, die bei der Pflege tatsächlich entstanden sind. Aber Vorsicht: Sie erstatten häufig gar nichts oder nur geringe Beträge, wenn die Pflege zu Hause stattfindet. Die Versicherung eines Tagessatzes erlaubt deutlich mehr Flexibilität. Pflegebedürftige bekommen das Geld pauschal zugewiesen und können es dann auch dem Enkeln geben, wenn sie Einkäufe erledigt und zum Vorlesen kommt.

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