Neben dem Steuervorteil profitieren Selbstständige und Freiberufler vor allem davon, dass ihr Sparkapital im Falle einer Insolvenz vor dem Zugriff des Staates und anderer Gläubiger geschützt ist, da mit dem Vertrag kein Vermögen, sondern Rentenansprüche aufbaut werden. Als zweite Zielgruppe nennen Anbieter ältere Arbeitnehmer mit hohem Einkommen. Sie zahlen am besten kurz vor Beginn ihres Rentenalters einen Einmalbetrag ein und senken damit ihre Steuerlast.
Angestellte errechnen ihren förderfähigen Betrag, indem sie ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abziehen. Mit der jüngsten Änderung des Alterseinkünftegesetzes wurde ein Hemmnis aus dem Weg geräumt. Bis vor kurzem mussten private Haftpflicht- oder Lebensversicherungen vom steuermindernden Betrag abgezogen werden. Jetzt zählen Rürup-Beiträge voll.
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Finanzberatungsunternehmen wie etwa MLP halten die Rürup-Rente generell sinnvoll für alle Besserverdienenden, die vorsorgen wollen. Daher sieht MLP bei dieser Sparform zunehmendes Potenzial - auch, weil in jedem Jahr zwei Prozentpunkte mehr des eingezahlten Betrages von der Steuer abgesetzt werden können. "Bis 2012 werden 30 bis 40 Prozent der Erwerbstätigen eine Rürup-Rente haben", zeigt sich Stephan Moltzen, Leiter Produktmanagement Vorsorge bei MLP, optimistisch. Noch haben allerdings erst 330 000 Bürger einen Vertrag unterschrieben.
Verbraucherschützer wie Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten weist allerdings darauf hin, dass das Produkt beratungsintensiv ist. Bevor jemand einen Rürup-Vertrag unterschreibe, müsse er seine persönliche Steuersituation analysieren lassen, sagt er. Auch dürfte es einem jungen Menschen schwer fallen, sich für ein wenig flexibles Produkt zu entscheiden, dass nur als Rente ausgezahlt werden könne und nicht beleihbar sei. Experten wie Rudnik ordnen die Basis-Rente denn auch als dritten Baustein einer zusätzlichen Altersvorsorge ein: Wer neben einem Riester-Vertrag und einer betrieblichen Altersvorsorge noch Geld übrig hat, schließt eine Basisrente ab. Die Attraktivität der Rürup-Rente wird auch davon abhängen, ob auf Betriebsrenten wie geplant ab 2009 Sozialabgaben anfallen.
Welchen Marktanteile sich die Fondsindustrie erobern kann, hängt Beobachtern zufolge davon ab, wie stark sich das neue Angebot von dem der Versicherer unterscheidet. Für MLP-Mann Moltzen bleibt die Rürup-Renten eher ein Versicherungsprodukt. Nur wer vorrangig Steuervorteile und Kapitalaufbau im Blick habe, sollte eine Fonds-Basisrente abschließen, meint er. Bei den meisten Menschen stehe jedoch die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos ganz oben.
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