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24.08.2007 

"Viele Versicherer sind nach 2002 dazu übergegangen, ihre Reserven in so genannte Masterfunds zu stecken. Das sind Spezialfonds, die – meist von London aus – die Gelder auf Aktien, Immobilien, Derivate und eben Festverzinsliche und Fonds streuen; darunter können auch Investments in Kreditrisiken sein", erklärt Stefan Hanekopf, Leiter Asset Management der Öffentlichen Versicherung Braunschweig. Nur 30 Prozent dieser Kreditrisiken liegen im Schnitt in Nordamerika, und "nur ein Bruchteil davon sind verbriefte Hypothekenkredite", sagt Hanekopf. Beim einen oder anderen Konkurrenten könne er sich vorstellen, dass der "seine Risiken im Festverzinslichen ein bisschen hochgefahren hat und jetzt verstärkt in ABS-Konstruktionen investiert ist".

Die Antwort der deutschen Versicherungen auf die offizielle BaFin-Anfrage ist nur auf den ersten Blick beruhigend. Knapp die Hälfte der 40 Verdächtigen gab an, keine Direktinvestments in faule US-Kredite getätigt zu haben; bei den anderen gut 20 war es "nicht im signifikanten Bereich", sagt Peter Abrahams von der BaFin.

"Direkte Investments in ABS, und erst recht in MBS, spielen bei den meisten Versicherungen so gut wie keine Rolle", sagt Björn Schütt-Alpen, Sprecher der Geschäftsleitung der Gerling Pensions-Management. Aber das sind nur die direkten Investments. "Ausschließen kann man nicht, dass über Umwege solche Dinge bei dem einen oder anderen Versicherer gelandet sind", räumt Peter Schwark ein, Sprecher des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft, GDV, in Berlin.

"Ich beobachte das mit großer Sorge", sagt der unabhängige Branchenexperte Manfred Poweleit, Er gehe davon aus, dass "erhebliche Teile der festverzinslichen Anlagen der Versicherungen indirekt auch in Produkten wie ABS stecken". Selbst die Versicherer mit behutsamer Anlagepolitik stöhnen. Provinzial-Manager Kupitz: "Schon der normale Zinsanstieg der vergangenen Woche macht uns zu schaffen. Sollten ganz schwere Zeiten an den Märkten anbrechen, hilft auch die beste Risikostreuung wenig."

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Wie das Versiegen der Übernahme-Quellen auch die Versicherer trifft

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