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24.08.2007 

Was passiert an der Börse, wenn den Märkten das Doping des billigen Geldes entzogen wird? "Die Übernahme- und Fusionstätigkeit wird natürlich nicht komplett zum Erliegen kommen", sagt BHF-Stratege Ziegler, "noch haben die Finanzinvestoren genügend Eigenkapital, auch die Unternehmen werden weiter den einen oder anderen Konkurrenten aufkaufen." Vielfach dürften wieder Wettbewerber bei Übernahmen zum Zuge kommen, die noch vor Kurzem von Finanzinvestoren ausgestochen wurden. So kam Continental bei VDO zum Zuge; Henkel dürfte bei ICI Erfolg haben. "Zunächst trifft es an der Börse neben den Finanzwerten jene Aktien und Branchen, die bisher als besonders attraktiv für Übernahmen durch Private-Equity-Fonds galten", sagt Gerald Kichler, Leiter Portfoliomanagement beim Kölner Asset Manager Flossbach & von Storch.

Auch Aktien, deren Unternehmen nach dem Einstieg eines Finanzinvestors hohe Schulden aufgebrummt bekamen, dürften angesichts der steigenden Zinsen überdurchschnittlich leiden. Viele Börsenneulinge der Jahre 2005 bis 2007 stammen aus den Portfolios von Finanzinvestoren; manche, wie Gagfah, VTG, Versatel oder Tognum, wenden schon jetzt erhebliche Teile ihres Gewinns für Zins und Tilgung genau jener Schulden auf, die ihnen beim Kauf in die Bilanz gedrückt wurden. Steigen die Zinsen weiter, dürften einige in die Verlustzone rutschen. "Den Börsen wird in den kommenden Monaten eine Menge Liquidität entzogen", sagt Wölbern-Volkswirt Weber, "denn nicht nur die so genannten Heuschreckenfonds leiden unter den steigenden Zinsen. Sie verteuern auch ganz normale Investitionen der Unternehmen und bremsen so die Umsätze und Gewinne der Zulieferer."


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Die Hoffnung vieler Anleger, die EZB werde die Zinsen senken und damit den Aktienmärkten helfen, hat sich zerschlagen. Im Gegenteil: Zwar beließ EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vergangene Woche den Leitzins in Euroland bei 4,0 Prozent. Aber "ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die EZB die Zinsen im September erhöhen wird", sagte Julian Callow von Barclays Capital Research in London.

Auch in den USA warnte Notenbankchef Ben Bernanke vergangene Woche vor steigender Inflation und trübte damit die Hoffnung, er werde die Märkte mit einer Zinssenkung unterstützen. So eine Hilfe könnten die US-Verbraucher gut gebrauchen. Noch dieses Jahr stehen bei miesen US-Hypothekenkrediten über 500 Milliarden Dollar Verlängerungen an, kommendes Jahr bei weiteren 700 Milliarden. "Da werden viele Amerikaner ihre persönliche Pleite eingestehen müssen", prognostiziert Adveq-Manager Laib.

Diese 1 200 Milliarden sind längst im Finanzsystem versteckt unterwegs – auch irgendwo in einem deutschen Fonds, einer deutschen Lebensversicherung oder in den Altersversorgungskassen der Arbeitnehmer.

Quelle: Wirtschaftswoche


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